Tiny House: Was sind die wirkungsvollsten Energiespartipps beim Leben auf kleinem Raum?

Diesen Winter ist Energie sparen wieder in aller Munde. Für mich als Tiny House-Besitzerin stellt sich daher die Frage, wie ich in meinem kleinen Zuhause am sinnvollsten Energie sparen kann. So ein kleines Haus stellt uns meist noch einmal vor ganz andere Herausforderungen.

Folgende fünf Energiespartipps haben sich im Laufe der Jahre für mich und mein Leben im Tiny House bewährt. In meinem Fall wurde das Haus bereits gebaut und an der Isolierung, Masse oder Bauform muss nicht mehr wirklich etwas verändert werden.

Holz ist eine geniale Wärmequelle. Speziell auch fürs Tiny House. Dann heizt man nämlich nur dann ein, wenn es wirklich zu kalt wird. - Fotocredit: followyourwildheart.org/Elisabeth Demeter
Holz ist eine geniale Wärmequelle. Speziell auch fürs Tiny House. Dann heizt man nämlich nur dann ein, wenn es wirklich zu kalt wird. – Fotocredit: followyourwildheart.org/Elisabeth Demeter

1. Lebensstil der Umgebung anpassen

Wenn wir in einem Tiny House leben, dann ist es den meisten von uns generell wichtig, nicht unnötig Energie zu verbrauchen. Es macht wenig Sinn, ein schlecht isoliertes Haus mit geringer Speichermasse 24 Stunden am Tag auf 22 Grad warm zu halten.

Der erste Schritt ist also ein Umdenken unseres Lebensstils. Wann und wie lange sind wir im Haus? Was genau machen wir in dieser Zeit? Beim Schlafen etwa kann eine dicke Decke oder ein Schlafsack die Heizung meist vollständig ersetzen. Wenn wir viel sitzen, benötigen wir viel Energie von Außen, da wir uns kaum bewegen.

Haben wir aber einen Lebensstil, wo wir mehr Bewegung machen, oder auch viel draußen sind, benötigt der Raum nicht so viel Wärme, weil wir gar nicht da sind, oder sie selbst generieren.

Es mag übertrieben wirken, aber je nachdem was wir machen, kann es auch Sinn machen, nicht einzuheizen, und stattdessen mehr anzuziehen, sich unter die Decke zu kuscheln, oder sogar Handschuhe anzuziehen. - Fotocredit: followyourwildheart.org/Elisabeth Demeter
Es mag übertrieben wirken, aber je nachdem was wir machen, kann es auch Sinn machen, weniger einzuheizen, und stattdessen mehr anzuziehen, sich unter die Decke zu kuscheln, oder sogar Handschuhe anzuziehen. – Fotocredit: followyourwildheart.org/Elisabeth Demeter

2. Wärme einfangen und halten

Wie viele Schichten Kleidung wir tragen, und auch die Materialien dieser Kleidung sind sehr relevant. Der Körper produziert überraschend viel Wärme selbst. Und solange wir gut darauf achten, diese Wärme nicht verpuffen zu lassen, sondern durch vor allem Wollkleidung gut einfangen und am Körper halten, benötigen wir viel weniger Fremdenergie. Speziell auch um die Füße und Hände zu wärmen ist es wichtig, die Arme und Beine gut zu wärmen, dass das Blut am Weg nicht so stark auskühlt.

Fotocredit: followyourwildheart.org/Elisabeth Demeter
Fotocredit: followyourwildheart.org/Elisabeth Demeter

3. Warme Mahlzeiten gut planen

Nicht nur die Heizung benötigt Energie. Wenn wir etwa einen E-Herd besitzen, der sehr viel Energie benötigt, stellt sich die Frage, ob wir wirklich mehr als eine warme Mahlzeit am Tag brauchen. Außerdem können wir beim Kochen meist nur eine Platte nutzen, und die Töpfe und Pfannen wenn nötig abwechseln. Dadurch braucht es nur einmal die Startenergie, eine Platte aufzuheizen, und die Restenergie kann besser genutzt werden.

Bei Kerzenschein kann man ohne Probleme noch lesen, schreiben, essen, sich unterhalten oder sogar manche Spiele spielen. - Fotocredit: followyourwildheart.org/Elisabeth Demeter
Bei Kerzenschein kann man ohne Probleme noch lesen, schreiben, essen, sich unterhalten oder sogar manche Spiele spielen. – Fotocredit: followyourwildheart.org/Elisabeth Demeter

4. Licht sinnvoll nutzen

Speziell im Winter wird es später hell und früher dunkel. Wenn wir also unseren üblichen Tagesablauf beibehalten wollen, benötigen wir recht viel Licht. Und auch wenn LEDs heutzutage oft eingesetzt werden und wenig Energie brauchen, so ist deren Licht oft nicht so angenehm. Wenn wir aber stattdessen überhaupt weniger Licht aufdrehen, und vielleicht Dinge im Finsteren oder bei Kerzenschein machen, oder sogar die Jahreszeit nutzen und früher schlafen gehen, kann das auch Energie sparen.

5. Erdmiete/Erdkeller für die Lagerung von Lebensmitteln

Auch der Kühlschrank braucht viel Energie. Wenn wir aber stattdessen versuchen, die natürlichen Gegebenheiten zu nutzen, und Lebensmittel in der Erde zu lagern, können wir uns im Idealfall sogar den Kühlschrank zumindest im Winter ganz sparen. Außerdem ist hier Vorsorge hilfreich. Wenn wir bereits über den Sommer und Herbst viele Lebensmittel eingekocht oder getrocknet haben, uns somit gar nicht erst kühlen müssen, können wir uns viel Energie sparen. Denn auch das Auslagern des Energieverbrauchs auf die Supermärkte oder Lagerhallen ist keine wirklich nachhaltige Lösung.

Wenn wir mit einem Holzofen heizen überlegen wir oft länger, ob wir wirklich heizen wollen. Und wenn wir dann noch Steine an den Ofen stellen, hält er sogar länger warm. - Fotocredit: followyourwildheart.org/Elisabeth Demeter
Wenn wir mit einem Holzofen heizen überlegen wir oft länger, ob wir wirklich heizen wollen. Und wenn wir dann noch Steine an den Ofen stellen, hält er sogar länger warm. – Fotocredit: followyourwildheart.org/Elisabeth Demeter

Fazit

Es gibt auch im Tiny House sehr viele Möglichkeiten, Energie zu sparen. Selbst wenn es vielleicht für manche so wirkt, als wenn wir durch die kleine Wohnfläche ohnehin schon so viel sparen. Für andere wirkt es wiederum ineffizient, ein Gebäude mit so viel Außenfläche zu heizen. Unterm Strich muss ein Tiny House also nicht automatisch sparsamer sein, was den Energieverbrauch angeht aber es ist zumindest ein Umfeld, das eher dazu einlädt und inspiriert, zu reduzieren. Auf allen Ebenen.

Einige meiner liebsten Tipps rund ums Leben im Tiny House habe ich bereits zu den Themen Heizen, Dämmstoffe, der Winter im Tiny House bei Nacht, wie auch bei Tag und das Tiny House für den Winter rüsten geschrieben. 

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