Fotocredit: followyourwildheart.org/Elisabeth Demeter
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Tiny Houses gibt es in allen Formen und Farben. Wir stellen Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Mobilitätsformen vor.
Dieser Artikel wurde am 16. Mai 2022 veröffentlicht
und ist möglicherweise nicht mehr aktuell!

Die Tiny House Bewegung aus den USA beschreibt zu sehr großen Teilen kleine Häuser auf Rädern. Bei uns in Europa waren bereits viel früher Zirkus- und Zigeunerwägen ebenfalls mobil. Gleichzeitig gibt es aber auch sehr oft einfach Blockhütten, Container und andere kleine Gebäude, die aufgrund ihrer Größe eigentlich auch zum Begriff Tiny House zählen.

Unabhängig davon, wer den Begriff nun wie verwendet: Kleine Häuser haben gemeinsam, dass ihre Bewohner ihren Wohnraum und damit meist diverse andere Aspekte ihres Lebens minimaler gestalten. Aber was müssen wir bei der Auswahl einer Tiny Houses beachten, wenn es um seine Beweglichkeit geht?

Stationäre Tiny Houses

Ganz stationäre kleine Häuser sind fix mit dem Boden verbunden. Sie können – wie konventionelle Häuser – nicht an einen anderen Ort transportiert werden. Dadurch haben sie baurechtlich die gleichen Anforderungen wie konventionelle Häuser. Auch sind sie dann nicht flexibel was den Ort angeht. Dafür muss man auch nicht auf das Gewicht der Baumaterialien oder auf die Bauform allzu sehr achten. Außerdem kann man dadurch das Haus auch mit dem Boden direkt verbinden, etwa für einen Erdkeller oder ähnliches.

Wenn wir unser Tiny House direkt mit der Erde verbinden hat das auch wieder so einige andere Vor- und Nachteile. Es muss auch nicht automatisch ein Hobbithaus sein. - Fotocredit: unsplash.com/ Michael
Wenn wir unser Tiny House direkt mit der Erde verbinden hat das auch wieder so einige andere Vor- und Nachteile. Es muss auch nicht automatisch ein Hobbithaus sein. – Fotocredit: unsplash.com/ Michael

Semi-mobile Tiny Houses

Container etwa, oder auch manche Modulhäuser und Mobilheime zählen zu den semi-mobilen kleinen Häusern. Sie können zwar an einen anderen Ort umgesiedelt werden, aber es ist zumindest ein Kran und ein Tieflader notwendig, um diesen Umzug durchzuführen. Es ist also ein doch meist recht großer Aufwand, das Haus tatsächlich mobil zu machen.

Bei dieser Variante ist es bereits ratsam, auf das Gewicht der Baumaterialien zu achten. Wer darauf vergisst, benötigt sonst entsprechend einen größeren, Kran und Tieflader, die meist dann auch ganz schön ins Geld gehen können. Außerdem schränken wir uns auch bei semi-mobilen kleinen Häuschen bereits bei der Gebäudeform ein, da sie den Straßenordnung entsprechen sollte. Denn selbst wenn Geld keine Rolle spielt, und wir einen Sondertransport beauftragen, so erlauben schlichtweg die baulichen Einschränkungen mancher Straßen keinen völlig beliebigen Zielort.

Auch wenn das Tiny House auf Rädern steht, können diese dauerhaft platziert werden, und die Räder entsprechend elegant versteckt werden. - Fotocredit: unsplash.com/Harry Pepelnar
Auch wenn das Tiny House auf Rädern steht, können diese dauerhaft platziert werden, und die Räder entsprechend elegant versteckt werden. – Fotocredit: unsplash.com/Harry Pepelnar

Selbstrollende Tiny Houses

Bei den tatsächlich von sich aus mobilen kleinen Häusern, unterscheidet man zwischen mobileren und weniger mobilen Varianten.

Hier kommt es darauf an, welches Zugfahrzeug man benötigt und ob das Haus am Anhänger eine Straßenzulassung hat. Man ist je nach Gewicht und Form auch hier stärker oder schwächer eingeschränkt. Die wenigsten Tiny Houses sind nämlich so konzipiert, dass sie wie etwa bei einen Wohnwagen einfach so woanders hin ziehen können.

Diese Häuser auf Rädern sind jedoch in manchen Fällen die bessere oder einzige Alternative, da sie an Orte gestellt werden können, ohne davor den Platz speziell vorbereiten zu müssen. Das ermöglicht auch das Aufstellen auf Grundstücken, wo keine dauerhafte Baugenehmigung möglich ist, aber eine temporäre Duldung in speziellen Fällen ausgehandelt werden kann.

Immer mehr Menschen sehen ihren Van als ihr Zuhause an, und sind damit extrem mobil. Dafür haben sie weniger Komfort etwa beim Heizen. - Fotocredit: unsplash.com/Clay Banks
Immer mehr Menschen sehen ihren Van als ihr Zuhause an, und sind damit extrem mobil. Dafür haben sie weniger Komfort etwa beim Heizen. – Fotocredit: unsplash.com/Clay Banks

Mobile Tiny Houses

Wirklich mobile kleine Häuser, die man ohne viel Aufwand zu jedem Zeitpunkt umstellen kann, sind vor allem konventionelle Wohnwagen, aber auch Teardrop Anhänger, Campingbusse oder Vans.

Autos in denen Menschen leben sind zwar mobil, aber zähle ich nicht mehr als Häuser, da sie kein sinnvolles Raumkonzept ermöglichen. Man kann keine Küche, Badezimmer oder ähnliches sinnvoll einrichten, die zumindest für ein paar Tage vollständig autark nutzbar sind.

Je mobiler also das Haus, umso kleiner wird es und umso eingeschränkter ist man, was die Materialien, den Platz und die Vorschriften wie etwa die Straßenzulassung angeht.

Auch konventionelle Wohnwägen sind eine Form von Tiny House. - Fotocredit: unsplash.com/Blake Wisz
Auch konventionelle Wohnwägen sind eine Form von Tiny House. – Fotocredit: unsplash.com/Blake Wisz

Die Entscheidung

Die Frage des Grades an Mobilität ist eine Fließende. Oft liegt es auch nicht nur daran, wie wir das Haus wirklich nutzen wollen, sondern auch, welche Bauvorschriften eingehalten oder beachtet werden müssen. Oder auch, wie wir uns fühlen. Ein transportablen Gebäude kann uns das Gefühl von Flexibilität geben, ohne dass wir jemals davon Gebrauch machen müssen. Ein stationärer, stabileres hingegen kann das ein stärkeres Gefühl von Sicherheit vermitteln.

Fazit

Die Entscheidung, ob wir nun ein mobileren oder doch recht stationäres Tiny House wählen hängt also vom finanziellen und rechtlichen Rahmen genauso ab, wie von den Bedürfnissen, dem Lebensstil und den Ansprüchen und Werten rund um das Baumaterial.

Weiterführende Quellen

Autark oder abhängig im Tiny House?
Tiny House Gemeinschaften in Österreich
Leben in Gemeinschaft oder im Tiny House?
Ein Büro-Container als Tiny House