Das neue Headquarter von Brompton wird von einem öffentlichen Fahrradweg umrundet, kommt ohne Parkplätze aus und verbindet Natur mit Manufaktur. Fotocredit: © Hollaway Studios
Das neue Headquarter von Brompton wird von einem öffentlichen Fahrradweg umrundet, kommt ohne Parkplätze aus und verbindet Natur mit Manufaktur. Fotocredit: © Hollaway Studios
Der größte Fahrradhersteller Großbritanniens Brompton, dessen Namen du vermutlich aufgrund der bekannten Falträder schon einmal gehört hast, lässt jetzt ein Headquarter bauen, auf dessen Gelände Natur und Technik verschmelzen.

Mit einer Jahresproduktion von rund 45.000 Rädern im Jahr 2018 ist das Unternehmen Brompton der größte Fahrradhersteller Großbritanniens. Bekannt ist der 1980 gegründete Hersteller vor allem für seine kompakten sowie robusten Falträder mit einem dreistufigen Klappvorgang, die in einer Manufaktur gebaut werden. Künftig will Brompton in Sachen Jahresproduktion aber noch deutlich einen drauf legen. Bald will man nämlich 200.000 Fahrräder jährlich herstellen. Und zwar im neuen Headquarter in der Stadt Ashford im Südosten Englands. Der neue globale Hauptsitz des Unternehmens soll bis 2027 fertig gestellt sein und wartet mit einigen futuristisch wirkenden Baustrategien auf. Der Bau des Bromton-Zentrums ist zur Gänze auf Nachhaltigkeit ausgerichtet. Entstehen wird es in einem 100 Hektar großen, bisher ungenutzten Feuchtgebiet, das zum Teil in ein öffentliches Naturschutzgebiet und zum Teil in einen öffentlichen Fahrradweg umgewidmet wird. Die Grundfläche des Gebäudes und damit den Eingriff in das umliegende Feuchtgebiet hat man auf ein Minimum reduziert, indem Veranstaltungsräume oder die Kantine auf dem Dach geplant wurden. 

Brompton gewährt Einblicke in Natur und Herstellungsprozess

Entworfen wurde das neue HQ vom Architekturbüro Hollaway Studio, das sich zum Ziel gesetzt hat, die Vergangenheit mit der Gegenwart sowie der Zukunft verschmelzen zu lassen und die Menschen mit all ihren Emotionen in den Mittelpunkt stellen möchte. Das neue Brompton HQ wird nach den Plänen der Architektinnen und Architekten gänzlich ohne Parkplätze auskommen und dafür von einem öffentlich zugänglichen Radweg umrundet werden. Der sich um das Gebäude schlängelnde Radweg ermöglicht Besucherinnen und Besuchern, sowohl die natürliche Schönheit des Naturgebietes zu genießen als auch Einblicke in den Fabriksprozess entlang der Strecke zu erhalten. Die Fahrt endet dann auf dem Dach, auf dem sich ein Brompton-Museum, Erholungsbereiche und eine gemeinsame Kantine für Angestellte und Besuchende befindet. Die CO2-neutrale Anlage wird übrigens mit Erdwärme beheizt werden und sowohl Wind- als auch Solarenergie unmittelbar am Gelände nutzen, um den Energiebedarf des neuen Standorts zu decken. 

Brompton möchte Leben auf Menschen statt auf Autos ausrichten

„Unser Ziel war es, der Frage nachzugehen: Wie sieht die Fabrik der Zukunft aus? Die Herausforderung bei der Gestaltung der neuen Brompton-Fabrik bestand darin, sowohl das Konzept einer Fabrik zu überdenken als auch eine symbiotische Beziehung zwischen Industrie und Natur zu schaffen“, sagt dazu Guy Hollaway von Hollaway Studio. Angesichts des Klimawandels in Verbindung mit der schlechten psychischen und körperlichen Gesundheit in unseren Städten würde man sich anpassen müssen, meint dazu auch der Geschäftsführer von Brompton, Will Butler-Adams: „Nach der Pandemie hat sich weltweit die Erkenntnis durchgesetzt, dass wir die Art und Weise, wie wir in unseren Städten leben, ändern und sie auf die Menschen ausrichten müssen, nicht auf das Auto.“

Quelle: hollawaystudio.co.uk / Fotocredit: © Hollaway Studios


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