In der Schafflerhofstraße in Wien-Donaustadt befindet sich die größte Photovoltaikanlage des Landes mit einer Leistung von über 12 Gigawattstunden Sonnenstrom pro Jahr. Fotocredit: Wien Energie/Johannes Zinner
In der Schafflerhofstraße in Wien-Donaustadt befindet sich die größte Photovoltaikanlage des Landes mit einer Leistung von über 12 Gigawattstunden Sonnenstrom pro Jahr. Fotocredit: Wien Energie/Johannes Zinner
Sie steht in Wien-Donaustadt in der Schafflerhofstraße und sie hat Power: Wien Energie nahm die größte Solaranlage des Landes in Betrieb.

Zum Startschuss gab sich die März-Sonne leider etwas schüchtern und ließ der Anlage am Schafflerhof den Vortritt, die als Leuchtturmprojekt ein heller Stern in Sachen Klima- und Umweltschutz ist. Durch das Projekt werden jährlich 4.200 Tonnen CO2 gespart und gemeinsam mit dem Forst- und Landwirtschaftsbetrieb der Stadt Wien werden Flächen rund um die Solarpaneele landwirtschaftlich genutzt.

Nutzung von Freiflächenanlagen für den Klimaschutz

In der Vergangenheit wurde die 12,5 Hektar große Fläche als Schotterdeponie genutzt, heute befinden sich auf ihr 25.626 Solar-Module, die 4.900 Wiener Haushalte mit Solarstrom versorgen werden. Die 11,45 Megawatt-Anlage von Wien Energie erbringt eine Leistung von 12 Gigawattstunden pro Jahr. Das macht sie sechs Mal so groß, wie die bisher größte Photovoltaikanlage Wiens, die Wien Energie 2020 in Unterlaa eröffnete. 

Wien Energie Geschäftsführer Michael Strebl (3. von links) und Karl Gruber (2. von rechts) luden zur Inbetriebnahme der größten Photovoltaikanlage Österreichs. Fotocredit: Wien Energie/Johannes Zinner
Wien Energie Geschäftsführer Michael Strebl (3. von links) und Karl Gruber (2. von rechts) luden gemeinsam mit den Stadträten Jürgen Czernohorsky (2. von links) und Peter Hanke (3. von rechts) zur Inbetriebnahme der größten Photovoltaikanlage Österreichs. Fotocredit: Wien Energie/Johannes Zinner

„Mit Riesenschritten treiben wir den Klimaschutz in der Stadt voran und zeigen, dass auch Freiflächenanlagen optimal für Umwelt und Natur gestaltet werden können. Um die Klimaziele zu erreichen, müssen wir gemeinsam alle Möglichkeiten für den Ausbau von erneuerbarer Energie nutzen“, erklärt Michael Strebl, Geschäftsführer von Wien Energie. 

Die vertikalen Module sind Teil der Agrar-Photovoltaikanlage, wo auch Gemüse angebaut werden wird. Fotocredit: Energieleben Redaktion
Die vertikalen Module sind Teil der Agrar-Photovoltaikanlage, wo auch Gemüse angebaut werden wird. Fotocredit: Energieleben Redaktion

Natürliche Rasenmäääher

Demnächst wird das Gelände auch das Zuhause von einigen Schafen werden. In den Monaten von April bis Oktober werden sie sich als „natürliche Rasenmäher“ um die Weideflächen kümmern. Bei Schlechtwetter agieren die Module dann auch als Unterstände für die Tiere. 

Bald werden sich auf der Anlage 150 Schafe tummeln, die sich um das Gras um die Module kümmern werden. Fotocredit: Energieleben Redaktion
Bald werden sich auf der Anlage 150 Schafe tummeln, die sich um das Gras rund um die Module kümmern werden. Fotocredit: Energieleben Redaktion

Symbiose zwischen Photovoltaik und Agrarwirtschaft

Ein weiterer Abschnitt ist als Agrar-Photovoltaikanlage konzipiert: Um den Anbau von Gemüse zu ermöglichen, stehen 400 Module vertikal und sind bifazial. Das bedeutet, dass von ihnen auf beiden Seiten Strom produziert wird. Durch ihre vertikale Lage, können auf der Fläche zwischen den Modulen problemlos Traktoren hin- und herfahren. Die Fläche kann dadurch zu 60 Prozent effizienter genutzt werden. Um diese Art der Doppelnutzung noch genauer zu erforschen, kooperiert Wien Energie mit der Universität für Bodenkultur.

Innovative Lösungen für das Stromnetz

Aber wie schließt man so eine große Anlage an das Stromnetz einer Großstadt an? Es war Zeit für eine innovative Lösung, die dann auch meisterhaft umgesetzt wurde: Als Teil eines „Hybridkraftwerks“, hängt sie an derselben Stromleitung wie der Windpark Andlersdorf. Dadurch, dass es sehr selten zur gleichen Zeit Wind- und Sonnenspitzen gibt, können beide Anlagen kontinuierlich mit voller Leistung laufen, ohne dass es zu Überlastungen des Stromnetzes führen könnte. Doch falls dieser Fall eintreten sollte, ist man ebenfalls gerüstet: Ab den kommenden Sommermonaten fängt ein Puffer-Stromspeicher die Spitzen des Sonnenstroms ab und speist diese erst später ins Netz ein.

 

 

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