Mit dem richtigen Wellengang kann jetzt auch kommerziell für den praktischen Gebrauch Strom erzeugt werden! Was bisher schon in unzähligen Prototypen experimentell im Einsatz war, hält Einzug in private Haushalte.…

Mit dem richtigen Wellengang kann jetzt auch kommerziell für den praktischen Gebrauch Strom erzeugt werden! Was bisher schon in unzähligen Prototypen experimentell im Einsatz war, hält Einzug in private Haushalte.

Der unlängst an der nordspanischen Küste bei Mutriku in Betrieb genommene Erstversuch in Sachen kommerzieller Wellenkraft zeigt es vor: 250 Haushalte werden durch das weltweit erste für die tatsächliche Nutzung im Alltag vorgesehene Wellenkraftwerk mit Strom versorgt! Wird diese Form der erneuerbaren Energie auch in Zukunft und womöglich auch noch sehr viel größere Wellen schlagen?

Eine Naturgewalt als Stromerzeuger

Das Prinzip des Wellenkraftwerks ist einfach zu erklären: Die Wellen dringen unter der Wasseroberfläche in eine Kammer des Kraftwerksgebäudes ein und erzeugen einen Luftzug, der die Turbinen antreibt. So entsteht Strom; im Falle des Kraftwerkes bei Mutriku sind das 300 kW. Bei den 16 Turbinen handelt es sich um Wellsturbinen, die sich unabhängig davon, ob die Wellen in die Kammer ein- oder austreten, immer in die gleiche Richtung weiterdrehen.
Bisher war man zögerlich mit dem Einsatz der Wellenkraft für den Strombedarf „echter“ Nutzer. Der Erstversuch an Nordspaniens Küste entscheidet daher mit, wie es mit der noch immer neuen Technologie weitergeht.

Wellenkraft als Universal-Lösung?

Nicht überall, wo Wellen sind, kann deren Kraft genutzt werden: Besonders die Atlantikküsten Norwegens, Schottlands, Portugals und auch Spaniens eignen sich jedoch besonders gut für die Erzeugung von Strom aus der Wellenkraft.

Allerdings sind die Investitionen, die für die Errichtung einer solchen Anlage nötig sind, erheblich: Der spanische Energiekonzern und Bauherr des weltweit ersten kommerziellen Wellenkraftwerkes, EVE (Ente Vasco de la Energia), erklärt, dass die Gesamtkosten des Projektes bei 6,7 Millionen Euro liegen.

In der Wissenschaft gehen die Meinungen über zukünftige Entwicklungen in der Wellenkraft auseinander: Zum einen heißt es, dass rein theoretisch ein Drittel des Strombedarfs der Weltbevölkerung mithilfe der Weltmeere gedeckt werden könnte. Andererseits gibt es skeptische Stimmen, die zuerst konkrete Beweise für den Erfolg der Wellenkraft fordern. Unabhängig von der akademischen Debatte gibt es aber bereits weitere Pläne für ähnliche Projekte, zum Beispiel in Schottland, wo auch gleich in größeren Dimensionen gedacht wird als in Spanien: Die Leistung des dort geplanten Wellenkraftwerks soll mit vier Megawatt gleich mehr als das Dreizehnfache betragen.

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