Ein gutes Beispiel dafür, dass Ideen zur Nutzung der Ozeane zur Energiegewinnung oft länger bzw. mehrere Anläufe brauchen, ist die Gewinnung von Strom aus Meereswärme. Das Grundkonzept dafür ist nämlich…

Ein gutes Beispiel dafür, dass Ideen zur Nutzung der Ozeane zur Energiegewinnung oft länger bzw. mehrere Anläufe brauchen, ist die Gewinnung von Strom aus Meereswärme. Das Grundkonzept dafür ist nämlich schon vor über hundert Jahren, im Jahr 1881, vom Französischen Physiker Jacques Arsene d’Arsonval formuliert worden. 1930 setzte dann einer seiner Schüler, Georges Claude, das Prinzip auf Kuba um. 500 Kilowatt Leistung sollte der Prototyp, der auf Grund technischer Probleme nicht lange lief, leisten. Real waren es aber nur 22 Kilowatt.

Wie funktioniert ein Meereswärmekraftwerk? Die Ozeane wirken wie große Sonnenkollektoren die Wärme speichern. Wie die Temperaturkarte zeigt, können vor allem in Äquatornähe Temperaturunterschiede von über 20 Grad zwischen der Wasseroberfläche und 1000m Tiefe herrschen.

Ein geschlossenes OTEC Kraftwerk verwendet die Energie des warmen Wassers um über einen Wärmetauscher Ammoniak oder Freon zu verdampfen. Der Dampf treibt eine Turbine an, an die ein Generator gekoppelt ist, der den elektrischen Strom erzeugt. Das kalte Tiefenwasser, das aus 1000m und mehr hochgepumpt wird, kühlt in einem zweiten Wärmetauscher den Dampf wieder ab und die Flüssigkeit wird in den ersten Wärmetauscher zurückgeführt.

Der Wirkungsgrad dieser Systeme liegt bei nur drei Prozent, steht jedoch kontinuierlich 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche, 365 Tage im Jahr zur Verfügung. Ganz im Unterschied zu Sonnen-, Wind- oder Wellenkraftwerken die von veränderlichen Faktoren abhängig sind.

Hawaii hat sich zu einem OTEC Zentrum entwickelt. Einerseits weil die Inselgruppe zu über 90% von Ölimporten abhängig ist, andererseits weil die natürlichen Gegebenheiten hervorragend sind. Die Temperaturunterschiede sind ideal und die Kraftwerke können an Land errichtet werden, da die steil abfallenden Küsten das Hochpumpen des kalten Wassers erleichtern. Das Errichten einer stabilen Leitung gehört zu den teuersten Baukomponenten eines Wärmekraftwerks. Ein 100 MW-Kraftwerk benötigt ca. 200 Kubikmeter kaltes Wasser pro Sekunde.

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