Ende 2009 eröffnete Prinzessin Mette-Marit in Norwegen eine revolutionäre Neuentwicklung: das erste Osmosekraftwerk der Welt. Einen Prototyp mit großem Potential. Ein Osmosekraftwerk – oder auch „Salzgradientenkraftwerk“ – erzeugt Strom, indem…

Ende 2009 eröffnete Prinzessin Mette-Marit in Norwegen eine revolutionäre Neuentwicklung: das erste Osmosekraftwerk der Welt. Einen Prototyp mit großem Potential.

Ein Osmosekraftwerk – oder auch „Salzgradientenkraftwerk“ – erzeugt Strom, indem es den Unterschied des Salzgehaltes zwischen Meer- und Süßwasser nutzt. Die Energie wird über das ursprünglich aus der Biologie bekannte Osmose-Prinzip gewonnen. Zwei Salzlösungen, die unterschiedlich konzentriert sind, werden durch eine wasserdurchlässige Membran verbunden. Das Wasser kann durch die Barriere dringen, im Wasser enthaltenes Salz jedoch nicht. Tritt nun das Wasser von der geringeren in die stärker konzentrierte Lösung über, findet ein Konzentrationsausgleich statt. Auf einer der beiden Seiten baut sich nun ein Druck auf, der eine Turbine antreibt. Diese Turbine erzeugt, fast wie in einem normalen Wasserkraftwerk, den Strom.

In den 70er Jahren, als die Energiegewinnung durch Osmosekraftwerke auf dem Papier entworfen wurde, war das grösste Problem, dass es noch keine geeigneten Membranen für dieses Verfahren gab, doch seit den 90ern ist dieses Problem gelöst.

Norwegen als Vorreiter

Norwegen hat in Tofte am Oslofjord den ersten Prototyp in Betrieb genommen. Das Versuchskraftwerk ist klein und nur auf eine Leistung von 4.000 Watt ausgelegt – bisher also eher eine technische Spielerei. Der staatliche Energiekonzern Statkraft möchte jedoch bis 2015 eine kommerzielle Nutzung von Osmosekraftwerken erreichen und mit dem ersten großen Osmosekraftwerk 10.000 Haushalte mit Energie versorgen.

„Osmotisch erzeugter Strom ist eine saubere, erneuerbare Energie mit einem globalen Potenzial von 1.600 bis 1.700 Terawattstunden. Das ist etwa so viel Strom wie China im Jahr 2002 benötigte“, verlautbarte Statkraft. Dank der Kraft der Osmose kann „Energie nicht gegen die Natur, sondern mit der Natur“ erzeugt werden.

Vorteile und Nachteile

Der Nachteil am Bau von Osmosekraftwerken ist, dass sie sehr schwierig umzusetzen sind. Vor allem die Herstellung einer geeigneten Membran verlangt ausgereifte Technik, vor allem bei einer Herstellung in großem Maßstab. Die zweite Herausforderung: Osmosekraftwerke brauchen zwei verschiedene Wasserreservoirs in ihrer Umgebung – eines mit hohem Salzgehalt und eines mit niedrigem. Mit anderen Worten: Nur in hoch entwickelten Küstenstaaten mit viel Wasservorkommen sind Osmosekraftwerke eine echte Option.

Der Vorteil: an Standorten, an denen besonders günstige Voraussetzungen herrschen, bringen Osmosekraftwerke auch enorme Leistung. Theoretisches Gedankenspiel: Ein Osmosekraftwerk, das die gesamte Wassermenge der Elbemündung nutzen könnte, würde 1.400 Megawatt Strom erzeugen und hätte damit denselben Wirkungsgrad wie ein modernes Kernkraftwerk – ohne die Risiken.

Das wird in der Praxis nicht machbar sein, aus Rücksicht auf die Schifffahrt und das Ökosystem Fluss. Doch das Mittelmeer oder das Tote Meer weisen einen höheren Salzgehalt auf und sind noch besser geeignet, um Osmosekraftwerke mit hohem Energieoutput zu betreiben.

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1 Kommentar

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