In Roskilde in Dänemark – eine sonst nur für das Roskilde Musikfestival bekannte einstige Königsstadt – beeindruckt ein außergewöhnlich gestaltetes Fernwärme-Heizkraftwerk die Betrachter. Beim Thema Müllentsorgung denkt man nicht unbedingt…

In Roskilde in Dänemark – eine sonst nur für das Roskilde Musikfestival bekannte einstige Königsstadt – beeindruckt ein außergewöhnlich gestaltetes Fernwärme-Heizkraftwerk die Betrachter.

Beim Thema Müllentsorgung denkt man nicht unbedingt an schöne Dinge, schon gar nicht, wenn man eine Verbrennungsanlage sieht. Und nicht nur in Wien hat man sich daran gemacht, der Müllentsorgung ein sympathischeres Gesicht zu verleihen. Der dänische Energieversorger Kara/Noveren hat sich in Roskilde zum Ziel gemacht, das Image der Müllverbrennung zu ändern und organisierte deshalb im Jahr 2008 einen Architekturwettbewerb, dessen Ergebnis Müllverbrennung als architektonische Attraktion sein sollte.

Woher man das dänische Roskilde bisher kennt

Die Kleinstadt liegt zirka 30 Kilometer westlich von Kopenhagen und ist nicht nur wegen ihres jährlich dort stattfindenden Rockfestivals europaweit bekannt. Auch der stadteigene Dom ist vielen ein Begriff, er wurde im Jahr 1995 als erste gotische Backsteinkirche von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Wer den Wettbewerb gewann

Der Architekt Erick van Egeraat konnte sich mit einem zeichenhaften Entwurf gegen seine Mitbewerber durchsetzen. Sein Design für das Fernwärmewerk bezog sich besonders direkt auf die Kathedrale von Roskilde als bestehende Wahrzeichen und steht in einer Art „Dialog“ mit diesem die Stadt dominierenden Baudenkmal.

Das Design ist beeindruckend und auffällig

Das gesamte Kraftwerk ist von zwei Fassaden in abstrakter Kirchenform umgeben. Die äußere besteht aus perforiertem Aluminium und hat allein optische Funktion, die innere ist ebenso aus Aluminium, darin sind aber Belichtungs- und Belüftungsöffnungen eingeschnitten. Die komplette Fassade ist mit einer Hintergrundbeleuchtung ausgestattet, die einmal stündlich das gesamte Gebäude in eine Art „lodernde Flamme“ verwandelt. Ein kleiner Funke scheint zu entstehen, zu wachsen und schließlich über die gesamte Fassade hinaufzuflackern.

Nicht nur das Design, auch die Leistung zählt

Für den Bau wurde die modernste und effizienteste Technik verwendet. Im Werk sollen bis zu 350.000 Tonnen Abfall im Jahr verarbeitet und in Energie umgewandelt werden, welche jährlich ausreichend Elektrizität für rund 60.000 Haushalte bietet – und mittels Kraft-Wärme-Kopplung ähnlich dem System im Kraftwerk Simmering und dem “Wiener Modell” – auch Fernwärme für Haushalte in der näheren Umgebung.

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