Skifahrer und Snowboarder gelten als die natürlichen Feinde von Wald und Flur. Aber auch „sanfter“ Wintertourismus ist möglich. Und er wird im ganzen Alpenraum als Trend beworben.

Wintersport und die Umwelt – das scheint nicht zusammenzupassen. Breite Schneisen im Waldgebiet, Netze von Lifttrassen, die die Berge überziehen, Lawinen- und Murengefahr, verringerte Fruchtbarkeit des Bodens. Dazu kommen Skifahrer und Snowboarder, die abseits der markierten Pisten Jungbäume umfahren und Mengen von Müll im Schnee hinterlassen. Die Nächtigungen im Wintertourismus sind kontinuierlich im Steigen begriffen (auch wenn nicht alle im Zusammenhang mit Wintersport stehen) Das spült zwar winters Geld in die Kassen, im Sommer aber zahlt die Gemeinde den Preis.

Alternativen

Es geht auch anders. So manche Gemeinde versucht den Schritt zum Wintertourismus mit wachsamem Blick auf die Natur. Ein Beispiel ist der Kärntner Ort Mallnitz, wo das Schutzgebiet „Hohe Tauern“ Eingriffe in die Natur verbietet. Neben Skifahren auf 100 Pistenkilometern heißt es Schneeschuhwandern, Langlauf und Tourengehen – geführt von ausgebildeten Rangern, die Touristen die Geheimnisse der Bergwelt näher bringen. Mallnitz sieht sich als „Zentrum des autofreien Wanderns“ im Sommer – ein Gratis-Bahnhofsshuttle und ein Bahnticketservice der lokalen Urlaubsinformation machen es möglich.

Aber: Skifahren!

28 Gemeinden in sechs Ländern zwischen Slowenien und Frankreich werben unter dem gemeinsamen Titel „Perlen der Alpen“ mit einem sanften Wintertourismus-Angebot. Auch andere Orte setzen auf den ökologischen Zugang. Im wahrsten Sinne des Wortes. So gibt es im Isartal eine komfortable Bahnanbindung, sodass die Zufahrt mit dem Auto unnötig wird. Damit ist schon sehr viel gewonnen. Teilweise bis zu 90% der Energiebilanz eines einzelnen Skiurlaubers entfallen nämlich auf die Fahrt zum Skiort und wieder zurück. Auch an Ort und Stelle bemühen sich die „Naturgastgeber“ im Isartal um eine positive Energiebilanz – die Hotels werden größtenteils ökologisch geführt.

Etikettenschwindel

Anbieter gibt es viele – Vorsicht ist immer geboten. Einige Veranstalter schmücken sich gern mit dem Wort Bio- und Umwelt-, ohne sich dann tatsächlich um Nachhaltigkeit zu bemühen.
Eine verpasste Chance, denn das Interesse der Touristen an einem ehrlichen, rücksichtsvollen Umgang mit der Natur ist gewachsen und wächst weiter, und Whitewashing ist spürbar.

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