In den USA kann das Angebot an erneuerbare Energie die Nachfrage nicht befriedigen. In China ist die Nachfrage unbekannt, aber es wird gebaut, was das Zeug hält. Über zwei Länder, wo vor allem Unternehmen den Energiesektor bespielen.

Eine deutliche Mehrheit der US-Amerikaner wünscht sich erneuerbare Energien. Im Rahmen einer landesweiten Studie unter Hausbesitzern gaben 88 Prozent der Befragten an, dass erneuerbare Energien wichtig für die Zukunft des Landes sind. Neben der Deutlichkeit des Ergebnis überrascht der Konsens über die Parteigrenzen hinweg. In einem Land, das seit einigen Jahren bei jeder wichtigen politischen Frage in zwei Lager gespalten ist, unterstützen 87 Prozent der Republikaner und 93 Prozent der Demokraten erneuerbare Energien. 62 Prozent der Befragen sind interessiert, Solarenergie selbst zu beziehen.

Der Zuspruch in den USA wäre also vorhanden, es mangelt aber an Solarenergie. Schließlich kommen auf rund 75 Millionen selbst genutzte Wohnhäuser weniger als 500.000 Photovoltaikanlagen. Damit die Menschen mehr grüne Energie beziehen können, müssen die Stromnetze umweltfreundlicher gemacht werden. Der Ausbau erneuerbarer Energien wird in den USA vor allem von Unternehmen getragen, und nicht von privaten Photovoltaikanlagen. So hat Google bislang mehr als 915 Millionen US-Dollar in Erneuerbare Energien investiert. 168 Millionen davon flossen ins das Solarprojekt Ivanpah, mit einer Nennleistung von 392 Megawatt, das Stand Anfang 2014 weltgrößte Sonnenwärmekraftwerk.

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Schneller geht es in China zur Sache. Zwar werden in der Volksrepublik die meisten Atomkraftwerke gebaut und auch die fossile Stromerzeugung ausgeweitet, aber auch der Ausbau erneuerbarer Energien ist so massiv wie sonst nirgendwo. Der Nuklearunfall in Fukushima wurde zum Turbo für Wind- und Solarenergie. 2012 war in China das Jahr der Windenergie, erstmals wurde mehr Strom durch Wind als in Kohlekaftwerken erzeugt. 2013 erstrahlte die Solarenergie als in China Photovoltaikanlagen mit einer gemeinsamen Leistung von zwölf Gigawatt gebaut wurden. So viel Solarkapazität wurde zuvor in keinem anderen Land binnen eines Jahres geschaffen.

Und Europa? Die im Jänner von der EU-Kommission präsentierten Klimaziele sehen einen Ausbau erneuerbarer Energieträger auf 27 Prozent vor. Oberösterreichs Energie- und
Umweltlandesrat Rudi Anschober bezeichnet das als „Schneckentempo. Die neue Leitlinie hat eine Verschlechterung der Möglichkeiten zur Förderung erneuerbarer Ökostromproduktion und eine Verbesserung der Fördermöglichkeiten für fossile Energieinfrastruktur sowie zur Folge, befürchtet Bundesminister Rupprechter.

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