Werk sollte 60.000 Akkus herstellen. Bis heute hat noch kein fertiges Produkt die Fabrik verlassen.

Es war als Aushängeschild der US-Elektromobilindustrie geplant: Spätestens Ende 2013 sollte das Werk von LG Chem in Michigan 60.000 Akkus für Elektro- und Hybridfahrzeuge herstellen. Trotz enorm hoher staatlicher Zuschüsse konnte bis heute noch kein einziger Akku aus dem Werk verkauft werden.

Im Herbst 2012 hat sich das südkoreanische Unternehmen LG Chem für die Akku-Fabrik in Holland, US-Bundesstaat Michigan, insgesamt 151 Millionen US-Dollar aus dem Konjunkturprogramm gesichert. Als einer der Hauptkunden stand Chevrolet mit dem Hybridmodell Volt bereit, 440 Arbeitsstellen sollten mit der Fabrik erzeugt werden.

Freizeit statt Arbeit

Bis heute hat noch kein fertiges Produkt die Fabrik verlassen. Zwei von fünf Produktionsschienen wurden nicht fertiggestellt, nicht einmal die Hälfte der vereinbarten Arbeitsstellen wurde geschaffen. Und jene, die in der Fabrik arbeiten sollten produzieren keine Akkus, sondern haben die vergangenen Wochen und Monaten mit Spielen oder Filmen im Werk oder als Freiwillige bei Hilfsorganisationen verbracht. Das US-Energieministeriums geht davon aus, dass mehr als 800.000 US-Dollar an öffentlichen Mitteln für jene Nicht-Arbeit aufgewendet wurden.

Kein Markt für Hybridautos?

Nachdem sich die US-Regierung und LG Chem die Arbeitskosten teilen, hat das südkoreanische Unternehmen die US-Regierung bereits entschädigt. LG Chem argumentiert aber, dass es keine andere Lösung gäbe. Die Nachfrage nach dem Chevy Volt sei zu gering und die Produktionslinien seien deshalb nicht fertiggestellt. In der Hoffnung, dass die Produktion bald aufgenommen werde, bezahlte man das Personal weiter. Regierung und LG Chem haben anscheinend den Markt falsch eingeschätzt.

Geringe Nachfrage

Die Nachfrage nach Hybridfahrzeugen wie dem Volt ist nicht in dem Maß gestiegen, wie die beiden Partner erwartet hatten, denn die Käufer zeigen sich abwartend. General Motors Plan war ein weltweiter Absatz von 60.000 Volts im Jahr 2012. Gemeinsam mit dem europäischen Schwestermodell Ampera konnten im vergangenen Jahr lediglich rund 30.000 des Hybridmodells verkauft werden. Die Akkus für diese Autos stammten allesamt aus anderen Fabriken.

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