Aussortiert © Sylvester*1 / pixelio.de
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Plastiksackerl werden bei uns nicht als das größte Problem angesehen. Im globalen Maßstab stellt sich die Sache anders dar. Eine Infografik.

Das Problem

Pro Jahr werden 1 Billion Plastiksackerl produziert auf der Welt. Ein Sackerl braucht etwa 1000 Jahre, um vollständig zu verrotten. Da das nicht schneller geht, füllen sich die Müllhalden mit 3,5 Millionen Tonnen Sackerl pro Jahr zusätzlich.

Die Auswirkungen

Mehr als 100.000 Meerestiere verenden jedes Jahr auf Grund von Verschmutzungen durch Plastikteilchen im Wasser. 46.000 dieser Plastikteilchen sind in jeder Quadratmeile Meereswasser zu finden. 16,3 Mrd. Liter Öl (4,3 Mrd. Gallonen) werden zur Herstellung von Plastiksackerl jedes Jahr verbraucht.

Die Lösung

Eine besondere Steuer für Konsumenten, die Plastiksackerl verwenden möchten. Eine solche Maßnahme hat in Irland den Verbrauch von Plastiksackerl um 93,5% gesenkt. Leute ermutigen, ihre Sackerl wieder zu verwenden, anstatt sie sofort wegzuwerfen (oder sofort als Mistsackerl zu benutzen). Dies hätte einen dramatischen Einbruch in der Nachfrage nach neuen Sackerl zur Folge. Oder: eine Alternative zu Plastik wählen, wie Stoff oder Papiersackerl.

Der Nutzen (pro Tonne recyceltem Plastik)

Man spart etwa 2600 Liter Öl (685 Gallonen), 5.774 kWh Strom, 98 Millionen BTUs (British Thermal Units) an Energie, etwa 23 Kubikmeter (30 Cubic Yards) Platz in der Müllhalde, reduziert die Luftverschmutzung und hilft mit, Meerestiere zu retten.

How Convenience is Killing Our Plant – An infographic by the team at Arte Ideas

In Österreich

Das Thema Plastiksackerl ist kein neues. Wenn man Google anstrengt, erhält man im Moment über 51.000 Treffer zum Thema, die sich überwiegend mit dem Verbot der Sackerl beschäftigen. Global 2000 fasst die Situation zum Sackerl anschaulich zusammen.

Wien hat beim Plastik einen besonderen Ansatz: Es wird getrennt, aber nur Plastikflaschen. Sackerl landen im Restmüll und werden thermisch verwertet aka. verheizt. Die gesammelten Flaschen werden in der Kusso, der Kunststoffsortieranlage der MA 48, sortiert und dem Recycling zugeführt. Wie das Trennen geht, zeigt Robert Palfrader in einem Kurzvideo der ARA.

Die thermische Verwertung des restlichen Plastiks wird gerne als »grün« verkauft, ist es aber nicht: da die Masse der Sackerl hergestellt wird aus Plastik, das ausschließlich aus Rohöl produziert wird, ist der Unterschied zur direkten Verfeuerung von Öl nicht mehr als ein einziger Zwischenschritt, bei welchem zusätzliche problematische Chemikalien hinzugefügt werden.

Dass man Plastik auch anders, nämlich wirklich wiederverwerten kann, zeigt Mike Biddle in seinem Vortrag auf einer TED Konferenz aus dem Juli 2011.

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