Energiesparen in der Filmindustrie ist angesagter als manche vielleicht denken.

Die Filmindustrie und der Klimawandel? Was haben die den miteinander zu tun, lautet die naheliegende Frage. Nun, die durchschnittliche Produktion eines Hollywood-Blockbusters verbraucht 2.840 Tonnen CO2. Mit diesen Ressourcen könnte man sechsmal zum Mond und zurückfliegen. Die Filmindustrie hat zweifellos ein Nachhaltigkeitsproblem.

Angesichts der Fakten für ihren Beitrag zur Klimakrise gibt es erste Ansätze in der Film- und Fernsehindustrie um umweltfreundlicher zu werden. Bei der Sommerkonferenz der Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle gab es eine Reihe von Präsentationen von europäischen Filmagenturen und Fördereinrichtungen, Basisinitiativen, Plattformen und Produzenten zu dem Thema Nachhaltigkeit. Alle waren sich einig, dass es internationale Zusammenarbeit braucht, um das Problem effektiv anzugehen. Ein paar Maßnahmen und Tools wurden auch vorgestellt.

Mit Eureca wird ein Tool entwickelt, das nicht nur den Kohlenstoff-Fußabdruck, sondern auch den ökologischen Fußabdruck einer audiovisuellen Produktion messen soll. Bereits etabliert ist das Bewertungssystem von Green Film. Dabei handelt es sich um ein Bewertungssystem für nachhaltige Filmproduktion. Es konzentriert sich auf die wesentlichen Aspekte des Filmemachens, einschließlich Energieeinsparung, Verpflegung, Transport und Unterkunft, Kommunikation, Materialauswahl und Abfallmanagement. Für kleinere Produzenten bietet es eine unabhängige Verifizierung und ein Label, dass sie nachhaltiges Filmemachen praktizieren.

Österreichs Filmindustrie

Auch in Österreich ist man nicht untätig. In der Filmindustrie gibt es eine lange Produktionskette, die sich auf den CO2-Fußabdruck eines Films auswirken kann. Die Vermeidung unnötiger Transporte, eine effiziente Abfallwirtschaft und der sparsame Einsatz von Wertstoffen, z.B. für den Bühnenbau, können unter anderem entscheidend sein. Die Niederösterreichische Filmkommission hat mit Evergreen Prisma dementsprechend einen fundierten, filmspezifischen Online-Guide zu einer umfassenden, digitalen Plattform für nachhaltiges Filmemachen geschaffen.

Grünes Filmemachen ist aber nicht nur eine europäische Idee. Mehrere US-amerikanische Produzenten haben Nachhaltigkeit in ihren Filmen begrüßt. Große Studios führen nachhaltige Filmpraktiken in ihre Produktionen ein. Sony Pictures erreichte für „The Amazing Spider-Man 2“ eine Abfallumleitungsrate von 52 Prozent weg von Deponien. Es spendete fast 50 Tonnen Materialien (Holz, Stahl, Glas) für die Wiederverwendung bei zukünftigen Produktionen und fast 6.000 Mahlzeiten an Gemeinschaftsunterkünfte und erhielt sogar eine klimaneutrale Zertifizierung.


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