Das Lebensministerium denkt über eine von Umweltschützern begrüßte Steuer auf Einweggetränkeflaschen nach. Die Wirtschaft freilich stellt deren Vorteile für die Umwelt in Frage und bezeichnet sie als reine Geldbeschaffungsaktion.

Die Wirtschaftskammer begründet ihre postitive Einstellung den PET-Einweg-Flaschen gegenüber mit den Ergebnissen einer Studie des renommierten deutschen IFEU Instituts „Öko-Bilanz von Getränkeverpackungen in Österreich, Sachstand 2010“.

Vergleich zwischen Einweg- und Mehrwegflaschen

Untersucht wurden die Gebinde (1,5l und 2l Einweg-PET, 1l Mehrweg Glas und 1,5l Mehrweg-PET) für die Getränkearten Mineralwasser und Limonaden.

Der ökobilanzielle Vergleich zwischen den PET Einwegflaschen und den Glas Mehrwegflaschen zeigt laut dieser Studie keinen Vor- oder Nachteil der PET Einwegflaschen gegenüber den Glas Mehrwegflaschen.

Wesentlich für das Ergebnis ist das hohe Recyclingniveau (82%) der Kunststoffflaschen in Österreich. Positiv für die Glas Mehrwegflasche wirkt sich der niedrige Ressourcenverbrauch aus. Als nachteilig für die Ökobilanz von Glas Mehrwegflaschen wird vor allem die Distribution und die erforderliche Reinigung der Flaschen und Kisten genannt.

Umweltschutzorganisationen kritisieren Studie

Die Studie wurde von Altstoff Recycling Austria (ARA), dem Umweltministerium und dem Fachverband der Nahrungs- und Genussmittelindustrie in Auftrag gegeben wurde und soll einen Vergleich zwischen Ein- und Mehrwegverpackungen darstellen.

Greenpeace jedoch bemängelt sowohl Umfang als auch die gewählten Parameter. Weder wurden alle Getränkearten, noch alle gängigen Verpackungsarten berücksichtigt. Auch wurde nicht auf verschiedene möglichen Vertriebs- und Transportüberlegungen eingegangen oder ein seriöser abfallwirtschaftlicher Vergleich angestellt.

Ebenso kritisch steht das Österreichische Ökologie Institut der Studie gegenüber und gibt an, dass die Ergebnisse nur für die angegebenen Getränkearten, Verpackungsmaterialien und Verpackungsgrößen gelten und nicht ohne weiteres für den allgemeinen Vergleich Einweg/Mehrweg herangezogen werden dürfen.

Nicht anders denkt darüber die Umweltberatung, die ihre Argumente in einem eigenen Artikel vorbrachte.

Wer zahlt, schafft an!

Die Studie wurde von der Getränkeindustrie bezahlt und bestätigt deren politische Positionen. Das kennt man schon von vielen anderen Studien. (Fast) alles kann so gedreht und dargestellt werden, dass das gewünschte Ergebnis herauskommt.

Dass dadurch oft nur eine sehr einseitige Sicht der Dinge an die Öffentlichkeit dringt ist schade aber Tatsache. Gewinner ist hier fast immer der, der die finanzkräftigere und somit stärkere Lobby hinter sich hat.

Nehmen wir nicht alles gleich für bare Münze und schenken wir nicht jeder Studie sofort Glauben! Bleiben wir kritisch und bilden wir uns selbst ein Urteil!

Bildrechte: Plastikflasche © Barbara Thomas, pixelio.de – Glasflaschen © BirgitH, pixelio.de

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