Nachhaltigkeitschallenge
Nachhaltigkeitschallenge
In sieben Tagen zu einem nachhaltigeren Leben – mit dieser Nachhaltigkeitschallenge setzt ihr die ersten Schritte! Einfach und unkompliziert!

Ich komme aus dem Sportbereich und biete ein Programm an, in dem die Teilnehmerinnern durch tägliche kleine Schritte langfristig gesündere Gewohnheiten entwickeln. Das geht wirklich nach und nach und fast unbemerkt, nachdem man zwar laufend etwas ändert, aber eben nur Kleinigkeiten. Dieses Konzept könnt ihr auch auf andere Bereiche des Lebens anwenden, zum Beispiel ein nachhaltigeres Leben. Ich habe mir ein paar kleine Schritte überlegt, wie ihr in sieben Tagen den Grundstein für ein nachhaltigeres Leben setzen könnt und mir eine kleine Nachhaltigkeitschallenge für euch ausgedacht!

Allgemeine Regeln für diese Nachhaltigkeitschallenge

Regeln ist vielleicht das falsche Wort, denn es gibt im Grunde keine Regeln. Diese Challenge soll euch dabei helfen, eure grünen Vorsätze endlich in die Tat umzusetzen! Seht sie am besten als Guideline und passt sie an euren Alltag und eure Bedürfnisse an. 

Die 7 Tage im Detail

Sieben Tage, sieben Kleinigkeiten, die du im Alltag verändern kannst um ein bewußteres und nachhaltigeres Leben zu führen. Ich habe den Tagen der Nachhaltigkeitschallenge verschiedene Themen zugeordnet und hier passende Ideen gesammelt. 

Tag 1 – Müll

Eine halbe Tonne Hausmüll produzieren wir Europäer jedes Jahr durchschnittlich pro Kopf. Das ist erschreckend viel und für die Umwelt natürlich mehr als schlecht. Doch wie können wir diese Zahl reduzieren? Hier ein paar Ideen für Tag 1:

  • Keine Reklame – klebt auf eurem Postkasten schon so ein Sticker? Damit könnt ihr viel Müll vermeiden und über Angebote informiert ihr euch in Zukunft ganz einfach online. (Ich gebe zu, ich blättere auch gerne in Katalogen – aber wenn ich dann die Müllberge sehe finde ich das „blättern“ am Bildschirm auch in Ordnung.)
  • Akkus nutzen – Batterien sind beim Thema Müll ein besonders schwieriger Fall und so haben wir uns vor langer Zeit dazu entschieden, fast nur noch aufladbare Akkus zu verwenden. Diese können sehr sehr lange verwendet werden und Batteriemüll so stark reduzieren.
  • Müll wiederverwenden – viel vermeintlichen Müll verwende ich für etwas anderes und gebe ihm so ein zweites Leben. Klar, irgendwann landet er dann doch wieder auf dem Müllberg, aber zumindestens hat er auf seinem Weg dorthin mehrere Leben gehabt. Ein Beispiel sind leere Getränkekartons, aus denen Blumentöpfe, Vogelhäuser etc. werden können – die besten Ideen findet ihr hier
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Nachhaltigkeitschallenge, Photo von DESIGNECOLOGIST auf Unsplash

Tag 2 – Einkauf

Nachdem es gestern darum ging den Haushaltsmüll zu reduzieren, setzen wir heute noch einen Schritt weiter vorne an, nämlich beim Einkauf. Denn bereits da könnt ihr auf den Müll achten und entsprechend müllsparend einkaufen. Aber ich greife vor, hier die heutigen Tipps:

  • Tasche mitnehmen – dieser Tipp ist zwar schon alt, aber immer noch gut. Mittlerweile gibt es kostenlose Plastiksackerl ohnehin nicht mehr, aber auch von Papiertüten und Mehrwegtaschen kann man irgendwann zu viel haben (die dann in weiterer Folge wohl am Müll landen). Daher: hab immer eine Tasche mit. Ich habe beispielsweise in meinem Rucksack ein ganz klein zusammenhaltbares Täschchen, das ich dann oft heraus zaubere, wenn ich spontan etwas gekauft habe.
  • Weniger kaufen – wenn ihr weniger Dinge habt wurden für diese wenigen Dinge weniger Ressourcen in der Herstellung verbraucht und ihr werft am Ende weniger weg. Das gilt nicht nur für Lebensmittel, sondern für alles im Haushalt. Daher überlegt vor jedem Kauf: brauche ich das wirklich? 
  • Unverpackt kaufen – Verpackungsmüll ist der größte Brocken auf den Müllbergen, daher gibt es auch immer mehr Möglichkeiten Dinge unverpackt zu kaufen. Nicht nur Lebensmittel, sondern auch Putzmittel und Kosmetika. Informiert euch doch heute, wo es in eurer Nähe diese Möglichkeit gibt und probiert es in der nächsten Woche einmal aus.
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Nachhaltigkeitschallenge, Photo von freestocks auf Unsplash

Tag 3 – Lebensmittel

Wenn wir uns bewußt mit unserem Leben auseinander setzen wollen spielt die Art, wie wir uns ernähren, eine große Rolle. Mit diesem Thema haben also auch die Ideen für den heutigen Tag zu tun:

  • Findet einen Saisonkalender und speichert ihn ab (oder druckt ihn aus – beziehungsweise gibt es auch sehr schöne als Plakat zu kaufen, die ihr in der Küche aufhängen könnt). Achtet ihr beim Einkauf auf regionales, saisonales Obst und Gemüse, helft ihr unnötige Transportwege zu vermeiden und tut so der Umwelt Gutes.
  • Seht euch doch einmal die App „TooGoodToGo“ an. Dort kann man mittels Standortsuche nachschauen, welche Restaurants, Cafés oder Geschäfte Essen übrig haben, welches sie zu einem stark vergünstigten Preis abgeben. So rettet ihr Lebensmittel vor dem Müll und spart noch dazu Geld!
  • Plant eure Mahlzeiten für die kommenden Tage. Dadurch könnt ihr besser einschätzen, was ihr einkaufen müsst und es werden weniger Lebensmittel weggeworfen. (Zusätzlich spart es Zeit und Stress, da ihr nicht täglich neu überlegen müsst, was ihr kochen werdet.) Mehr dazu habe ich hier schon einmal geschrieben.

Tag 4 – Kosmetika

Mikroplastik überall und schädliche Kosmetika… in diesem Bereich nachhaltiger zu leben ist ganz einfach! Hier meine Tipps:

  • Qualität vor Quantität: mistet doch einmal euer Bad aus. Erfahrungsgemäß sammeln sich viele Produkte an, die man gar nicht mehr braucht. Verschenkt diese und kauft in Zukunft lieber Qualität vor Quantität.
  • DIY im Bad – Deo, Zahnpasta oder Peeling, viele Kosmetika kann man ohne viel Aufwand einfach selber machen. Das kostet nicht viel, geht schnell, man weiß genau, was drin ist und es ist noch dazu viel nachhaltiger.  Ein einfaches Rezept für ein selbstgemachtes Deo gibt es beispielsweise hier
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Nachhaltigkeitschallenge, Photo von Photoholgic auf Unsplash

Tag 5 – Grüner Putzen

Auch beim Putzen ist es gar nicht so schwer, ein bisschen nachhaltiger sauber zu machen.

  • Weniger ist mehr – auch hier gilt: meist reichen einige wenige Putzmittel, um das ganze Haus zu säubern. Weniger Produkte bedeutet weniger Verpackung und weniger Ressourcen bei der Herstellung.
  • DIY Putzmittel – auch Putzmittel könnt ihr ganz einfach selber herstellen. Hier gibt es zum Beispiel ein einfaches Rezept für einen tollen Allzweckreiniger.
  • Nachfüllen – wollt ihr nichts selber mischen gibt es mittlerweile auch viele andere Möglichkeiten grüner zu putzen. Viele Geschäfte bieten nachfüllbare Putzmittel an, eine tolle Alternative!

Tag 6 – Ernährungsgewohnheiten

Nicht nur wie ihr einkauft sondern auch was hat großen Einfluss darauf, wie nachhaltig euer Lebensstil ist. Es geht bei der Ernährung gar nicht darum, dass alle Menschen zu Veganern werden sollen, sondern, dass der Konsum von Fleisch bewußt geschieht. Lieber weniger Fleisch- und Milchprodukte, dafür aber von hoher Qualität und mit Genuss.

  • Vegan für einen Tag – Probiert doch heute einfach einmal aus, wie es ist tierische Produkte komplett weg zu lassen. Das ist leichter als ihr denkt und lässt uns über unseren Tellerrand hinaus schauen. Der Körper profitiert davon, wenn wir Neues ausprobieren. (Und wenn es euch gefällt, wie wäre es so einen Tag jede Woche einzulegen? Das sind dann 52 vegane Tage im Jahr und spart der Umwelt viele tierische Produkte)
  • Trinkflasche – Habt ihr eine Wasserflasche, die ihr unterwegs mitnehmt und immer wieder auffüllt? Wenn nicht dann besorgt euch doch heute eine. Es gibt schon so viele wirklich schöne nachhaltige Modelle. Habt ihr diese Flasche dann immer mit, seid ihr nicht verleitet abgefüllte Getränke in Plastikflaschen zu kaufen.
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Nachhaltigkeitschallenge, Photo von Juno Jo auf Unsplash

Tag 7 – Umdenken

Heute sind wir schon am Ende der Challenge angelangt. Am heutigen siebten Tag geht es nun darum zu reflektieren, wie es euch ergangen ist und zu planen, wie es nun weitergehen soll.

  • Reflektieren – Lasst heute die vergangenen Tage Revue passieren. Wie ist es euch mit den Aufgaben der Challenge ergangen? Wo fiel es euch leicht und in welchem Lebensbereich so gar nicht?
  • Brainstorming – Nehmt euch heute die Zeit und überlegt euch, was ihr vielleicht weiter machen wollt. Vielleicht auch gleich, was ihr noch nicht gemacht habt und in den nächsten Monaten noch ausprobieren oder ändern könnt.

Ich bin jedenfalls gespannt, wie es euch mit der Challenge geht und freue mich, wenn möglichst viele mitmachen. Denn auch Kleinigkeiten können viel bewirken, wenn sie von Vielen gemacht werden!