Fotocredit: Energieleben Redaktion
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Michael Elias und Patrick Enzinger sind Co-Founders des Startups „Smart Inspection“, das im Zuge der Innovations-Challenge von Wien Energie seinen Ursprung fand. Mit der Hilfe von Drohnen und künstlicher Intelligenz inspizieren sie Kraftwerke und machen für ihre Kunden automatisierte Reports.

Direkt am Donaukanal befindet sich der Standort des Startups Smart Inspection, genauer gesagt bei weXelerate, wo sich die besten und vielversprechendsten neuen Unternehmen des Landes entfalten können. Von unseren heutigen Profis haben wir Patrick Enzinger und Smart Inspection 2019 schon einmal in unserer Serie vorgestellt. In der Zwischenzeit hat sich eine Menge getan: Damals war Smart Inspection mit Michael Elias und Patrick Enzinger noch Teil von Wien Energie, jetzt stehen sie auf eigenen Beinen – aber lassen wir sie am besten gleich selbst zu Wort kommen: 

Was steckt hinter dem Namen „Smart Inspection“?

Patrick: Das ist eine lustige Geschichte. Damals haben wir begonnen mit „Smart Drone Inspection“. Unsere primären Dienstleistungen beschäftigen sich auch mit Drohnen, aber es gibt doch Anwendungsfälle, wo wir auf die Drohne verzichten – vom Boden aus Inspektionen mit diversen Gerätschaften durchführen. Aber eigentlich ist es mehr die Plattform im Hintergrund: Wir sind ja dazu da, um Berichte zu erstellen. Um den Anlagenbetreibern zu helfen, richtig zu wirtschaften und auch wirklich ein Ergebnis aufs Papier zu bringen.

Woher kam die Idee Drohnen mit künstlicher Intelligenz zu koppeln?

Michael: Die Idee war, Inspektionen effizienter, sicherer und kostengünstiger zu machen. Das macht gerade im Bereich der Photovoltaik-Inspektionen besonders Sinn. Die Ziele sind hier die erneuerbaren Energien auszubauen. Das heißt, in den nächsten Jahren werden viele hundert Megawatt an Photovoltaik-Leistung neu gebaut und installiert. Diese Module müssen natürlich auch inspiziert werden. Wir reden von Anlagen die 8, 10 Megawatt und größer sind. Das sind Tausende bis Zehntausende Module, die es zu begutachten gibt und wenn man sich das so vorstellt, dass Mitarbeiter durchgehen und jedes Modul einzeln begutachten müssen, dann dauert das relativ lange. Mit der Drohne macht es Sinn über die Anlage zu fliegen, einen Gesamteindruck zu gewinnen und das ganze dann automatisch mit einer künstlichen Intelligenz auswerten zu lassen. So bekommt man einen aktuellen Report, einen aktuellen Bericht zum Zustand der Anlage und kann ableiten, welche Module defekt sind, sowie welche Elemente getauscht oder repariert gehören.

Wie lange gibt es Smart Inspection schon und wo fand das Projekt seinen Ursprung?

Patrick: Die Geschichte von Smart Inspection nahm im Februar 2017 als Teil von Wien Energie in der Anker Brotfabrik seinen Ursprung. Wir haben damals gemeinsam bei der Innovations-Challenge mit Startups nach Dienstleistungen gesucht. Es war irrsinnig schön, weil die Mitarbeiter hier aktiv ihren Teil beitragen konnten und wir haben uns dazu vier Anwendungsfelder ausgesucht, die wir anschließend bei einem Pitch vor der Geschäftsführung präsentierten, um zu zeigen, dass unsere Vision nicht nur technisch Sinn macht, sondern auch wirtschaftliche Vorteile bringt.

Fotocredit: Energieleben Redaktion
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Wo kommen eure Drohnen zum Einsatz?

Michael: Unsere Drohnen finden Anwendung im Bereich der Fernwärmeinspektion. Wir inspizieren aus der Luft Fernwärmeleitungen: Die Wärmestrahlungt dringt im Prinzip durch den Boden durch und man kann erkennen, wo es Fehlstellen gibt. Darüber hinaus inspizieren wir auch Gebäude und Fassaden, wir nennen es „Asset Inspection“. Hier spart man an aufwendigen Gerüsten und Industriekletterern. Wir inspizieren auch Kamine, im Prinzip Schornsteine, und sind im Bereich Umweltmonitoring tätig. Wir arbeiten dort auch sehr viel mit Laser-Scanning und mit Vermessungsmethoden. Darüber hinaus auch mit Satellitendaten und mit Industrierobotern, um zum Beispiel Brücken im Inneren zu inspizieren.

Wie war der Übergang von Wien Energie zum eigenen Startup?

Patrick: Der Übergang war für uns irrsinnig spannend. Es war wieder ein neues Aufgabengebiet, mit dem wir uns beschäftigt haben: Aktiv ein neues Unternehmen zu gründen mit richtigen Visionen, mit Mitarbeiterstrukturen – losgelöst von Wien Energie. Aber der große Vorteil darin war, dass wir mit den Strukturen von Wien Energie und dem professionellen Projektmanagement, doch von anderen Startups abkapseln konnten, die oft sehr chaotisch sind und keinen richtigen Workflow haben. Das heißt, wir haben zwar unsere Visionen umsetzen können, aber haben doch diese wichtigen Strukturen für Kunden mitgebracht, sodass diese merken, dass bei uns auch ein System dahinter steht.

Was hat sich in eurem Alltag am meisten verändert?

Patrick: Wenn ich so darüber nachdenke, ist eigentlich das Verantwortungsbewusstsein das Thema, das sich am meisten geändert hat. Man muss sich vorstellen: Wir sind jetzt zuständig für ein Unternehmen, zuständig für die Strukturen, die Visionen und wenn man da nicht in die richtige Richtung lenkt, muss einem auch klar sein, dass man mit den Konsequenzen rechnen muss. Darüber hinaus ist es sehr schön, dass wir in der Zusammenarbeit mit Smartworks und Wien Energie ein Team geschaffen haben, mit dem man sehr schnell gute Entscheidungen treffen kann. So können wir sozusagen an der Fast-Lane vorbeiziehen.

Michael: Wir kommen ja ursprünglich von einem großen Konzern, der auch sehr viel Sicherheit geboten hat und wo wir sehr viel gelernt haben. Uns ist es darum gegangen schnell, flexibel und auch agil zu sein. Das kann man am besten mit einem großen Frachtschiff vergleichen – jetzt sind wir im Prinzip das Speedboot und versuchen so schnell und agil zu unserem Erfolg und unseren Zielen zu kommen.

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Bemerkt ihr ein steigendes Interesse an erneuerbaren Energien?

Michael: Auf jeden Fall merken wir den Trend zu mehr Nachhaltigkeit und dass der Umweltgedanke einfach immer mehr in den Vordergrund rückt. Ganz besonders sehen wir das bei den Photovoltaikanlagen. In der Stadt Wien wird sehr viel ausgebaut, zum Beispiel kommen auf die Dächer viele neue Photovoltaikanlagen, die es natürlich für uns zu inspizieren gibt. Aber auch im Rest von Österreich werden irrsinnig viele Windräder gebaut und es entstehen Windkraftwerke. Das ist natürlich ein gutes Thema, das wir gemeinsam als Smart Inspection unterstützen möchten.

Patrick: Ja, wir merken, dass das Interesse an erneuerbaren Energien immer weiter steigt – zum Glück durch die bei uns angefragten Inspektionen. Wir inspizieren Photovoltaikanlagen, Windkraftanlagen und haben auch schon Wasserkraftwerke inspiziert. Hier merkt man, dass nicht nur das Bauen und Errichten, sondern auch das Servicieren dieser erneuerbaren Anlagen immer mehr in den Fokus gerückt wird, um sie auch wirtschaftlich zu betreiben.

Worauf seid ihr bei eurer Arbeit besonders stolz?

Patrick: Was mich stolz macht, kann man sozusagen auf zwei Ebenen erklären: Zum einen ist es das steigende Interesse an unserer Technologie. Auch die Inspektionen, die wir durchführen – der Wunsch das ordentlich zu machen und auch die Anfragen, die wir bekommen. Zum anderen macht mich auch unser Team und unsere Zusammenarbeit irrsinnig stolz. Wir haben das sehr gut aufgebaut, wir haben eine Art Familie geschaffen, wo jeder seine Zuständigkeit hat. Gemeinsam ziehen wir an einem Strang und schaffen es, durch dick und dünn zu gehen.

Michael: Also ich bin besonders stolz darauf in einem jungen und innovativen Umfeld zu arbeiten und hier gemeinsam mit unseren Mitarbeitern einen Mehrwert für unsere Kundinnen und Kunden schaffen zu können. Gerade das zeichnet uns aus, dass wir so ein kleines Zahnrädchen im System sind. So versuchen wir hier die Nachhaltigkeit zu steigern und neue Technologien kostengünstig und wirtschaftlich darzustellen.

 

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