Die Tiefengeothermie Pilotanlage in Aspern hat bei den Fördertests deutlich bessere Werte erzielt als prognostiziert: heißeres Wasser, stabilere Durchflussmengen und eine höhere Leistung.

Die Tiefengeothermie Pilotanlage in der Seestadt Aspern hat einen wichtigen Meilenstein erreicht. Die Testphase ist abgeschlossen – mit Ergebnissen, die die bisherigen Prognosen klar übertreffen. Das geförderte Formationswasser aus rund 3.000 Metern Tiefe erreichte höhere Temperaturen als erwartet, und auch die Durchflussmenge fiel deutlich besser aus. Damit könnte die Anlage künftig bis zu 25.000 Wiener Haushalte klimaneutral mit Fernwärme versorgen. Rund 5.000 mehr als ursprünglich angenommen.

Wir haben schon mehrfach über den Projektfortschritt berichtet:

Höhere Temperatur, mehr Durchfluss, bessere Leistung

Die Erwartungen lagen bei rund 100 °C heißem Formationswasser. Während der Tests wurden jedoch 104 °C gemessen. Auch die Durchflussmenge übertraf die Prognosen. Statt der ursprünglich geplanten 20 MW thermischer Leistung könnte die Anlage künftig 25 MW erreichen. Das entspricht der Wärmeversorgung von rund 25.000 Haushalten ab 2028.

Für Wien bedeutet das einen wichtigen Schritt Richtung klimaneutrale Fernwärme und geringere Abhängigkeit von fossilen Importen.

Geschlossener Kreislauf erfolgreich getestet

Im Herbst 2025 wurden erstmals über 3.000 m³ Formationswasser an die Oberfläche gefördert. Beim anschließenden „Looptest“ wurde der geschlossene Kreislauf erprobt: Das Wasser gelangte über die Produktionsbohrung nach oben und wurde über Injektionsbohrungen wieder in die Gesteinsschicht – das Aderklaaer Konglomerat – zurückgeführt.

Der Test bestätigt:

  • stabile Förderbedingungen
  • ergiebiges Heißwasservorkommen
  • geeignete chemische Zusammensetzung für den späteren Anlagenbetrieb

Diese Daten sind entscheidend für die Planung der Obertage‑Anlage, in der die Wärme über Wärmetauscher ins Fernwärmenetz eingespeist wird.

Zeitplan: Bau ab 2027, Inbetriebnahme 2029

Die Tiefengeothermie Anlage in Aspern ist die erste ihrer Art in Wien. Die Bohrungen starteten Ende 2024, wurden im Juli 2025 abgeschlossen und seit Herbst 2025 getestet. Die nächsten Schritte:

  • Detailplanung und Ausschreibung der Obertage‑Anlage (2026/27)
  • Baubeginn ab Anfang 2027
  • Einbau der Komponenten nach Abschluss der Genehmigungen
  • Inbetriebnahme voraussichtlich Anfang 2029

Das Investitionsvolumen beträgt rund 90 Mio. Euro, gefördert durch Umweltförderung, Klima‑ und Energiefonds sowie die Europäische Investmentbank.

Ausblick: Bis zu sieben Tiefengeothermie Anlagen für Wien

Parallel zur Pilotanlage arbeiten OMV und Wien Energie im Joint Venture deeep bereits an Konzepten für weitere Standorte. Insgesamt könnten künftig bis zu sieben Tiefengeothermie Anlagen entstehen – mit einer Gesamtleistung von 200 MW. Damit ließe sich langfristig Wärme für rund 200.000 Haushalte klimaneutral bereitstellen.


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Bild: Wien Energie / Michael Horak