Wer die Wahl hat, hat die Qual... © Rosel Eckstein / pixelio.de
Wer die Wahl hat, hat die Qual... © Rosel Eckstein / pixelio.de
In den USA werden Fertignahrung, Limonaden und Co. immer unbeliebter.

“The outlook for the center of the store is so Glut that industry Insiders have begann to refer to that space as the morgue.”, schreiben Hans Taparia und Pamela Koch in der New York Times. Der Geschäftskern jedes Supermarktes ist seit Jahrzehnten nicht mehr die Gemüseabteilung: es sind die Fertig- und Halbfertigprodukte schön geschlichtet in den Regalreihen und die Frühstückscerealien, die Tiefkühlabteilung: all das, woran die Big Food-Konzerne wie Nestlé und Masterfoods den größten Anteil haben.

Die Zahlen sind eindrucksvoll: Der Limonadenkonsum ist um 25% zurückgegangen seit 1998 und wurde hauptsächlich mit Wasser ersetzt. Warum wohl hat Coca Cola 2003 in Österreich Römerquelle übernommen? Der Genuss von Orangensaft wurde um 45% reduziert im gleichen Zeitraum, obwohl der Saft noch vor kurzem als essentiell für jedes gesunde Frühstück angesehen wurde. Der Verkauf von Müsli und Co., oft stark zuckerhaltige Produkte, hat seit 2000 um 25% abgenommen. Gefrorene Fertiggerichte haben 2013 um 12% weniger umgesetzt als 2007. Selbst McDonald’s muss Verkaufsrückgänge hinnehmen, und konnte erst letztes Jahr in den USA seinen Umsatz stabilisieren.

Was hat sich verändert? KonsumentInnen kochen wieder selbst und beschäftigen sich mit dem, was sie zu sich nehmen. Sie verbringen viel mehr Zeit in den Frischwaren-Abteilungen und nicht länger in den endlosen Gängen amerikanischer Supermärkte. Und wenn, lesen sie Zutatenlisten. Damit sinkt der Kontakt mit den Angeboten der Großkonzerne.

Das geht soweit, dass die Amerikaner zum ersten Mal seit Jahrzehnten als Nation ihre Kalorienaufnahme gesenkt haben: dieser Wandel trifft auf nahezu alle demographischen Gruppen zu und zeigt Auswirkungen auf das verbreitete extreme Übergewicht: die übergewichtigen Bevölkerungsteile für Erwachsene und Schulkinder sind in den letzten Jahren nicht länger gestiegen, für Kleinkinder sogar um 43% gesunken bei den Zwei- bis Fünfjährigen.

Die Frage ist, ob sich die Konzerne auf die neue Situation einstellen können: ihr bisheriger Erfolg war die Bereitstellung von Bequemlichkeit in der Küche. Dieser Trend ist jetzt abgefahren: Ungesund ist nicht mehr in Mode.

Foto: Wer die Wahl hat, hat die Qual… © Rosel Eckstein  / pixelio.de

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