Neue Analysetechnik unterscheidet zwischen Bio-Tomate und konventioneller. Die Nachfrage nach Bio-Produkten boomt. Von 2002 bis 2011 hat sie sich weltweit verdreifacht. Und wie so oft in einem neuen Kosmos lukrativer…

Neue Analysetechnik unterscheidet zwischen Bio-Tomate und konventioneller.

Die Nachfrage nach Bio-Produkten boomt. Von 2002 bis 2011 hat sie sich weltweit verdreifacht. Und wie so oft in einem neuen Kosmos lukrativer Möglichkeiten bleibt auch die „dunkle Seite der Macht“ nicht lange untätig. Erst vor kurzem wurde eine kriminelle Vereinigung aus Italien aufgedeckt, die von 2007 bis 2014 konventionelle Lebensmittel aus Osteuropa als Bio-Produkte deklariert in mehrere europäische Länder weiter verkaufte (700.000 Tonnen im Wert von 220 Millionen Euro).

Bisherige Analyseverfahren nicht eindeutig

Der Bedarf an schärferen Kontrollen ist gegeben, doch anscheinend ist es nicht in allen Fällen ganz so einfach, Öko-Produkte von konventionellen zu unterscheiden. Angeblich sind in zwei Dritteln der konventionellen Ware schädliche Agrarchemikalien eben so wenig nachweisbar wie in der Bio-Ware. (2)

Auch einer Meldung der Universität Würzburg zufolge ließe sich die Erzeugungsart durch Laboranalysen bislang nur unzureichend klären. Eine Methode sei es z. B., verschiedene Stickstoff-Isotope im Gemüse zu untersuchen. Doch da manche Düngungsverfahren im Ökolandbau angewandt werden, die sich in der Stickstoff-Analyse nicht eindeutig von konventionellen Düngemitteln unterschieden, bringe auch diese Methode keine eindeutige Zuordnung.

Der Fingerabdruck der Bio-Tomate

Nun haben Wissenschaftler der Universität Würzburg an einer vielversprechenden Methode gefeilt. Man nahm Proben von ökologischen und konventionellen Tomaten, pürierte und zentrifugierte fleißig und erstellte mittels der sogenannten Magnetresonanz-Spektroskopie (NMR) verschiedene Spektren der Inhaltsstoffen, den Fingerabdruck der Tomaten sozusagen. Und siehe da, es zeigten sich eindeutige Unterschiede zwischen ökologischen und konventionellen Produkten.

Bisher wurden zwei Tomatensorten untersucht. Man möchte nun noch mehr Sorten analysieren, denn es kristallisiert sich jetzt schon heraus, dass sortenspezifische Unterschiede zu berücksichtigen sein werden. So gilt es auch noch zu klären, ob sich die Methode auf andere Gemüse- und Obstsorten übertragen lässt. Die bisherigen Ergebnisse lassen Verbraucher hoffen und Bio-Betrüger zittern.

 

Quellen:

(1) http://www.presse.uni-wuerzburg.de/pressemitteilungen/single/artikel/bio-betrue/

(2) http://www.zeit.de/2014/22/biolebensmittel-faelschung-betrug

(3) http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/lebensmittelskandal-wie-der-bio-pfusch-funktioniert-a-802245.html

Bild: © Martina Liel

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*