Die Verknappung des Erdöls und die Verstärkung des Treibhauseffekts setzen uns Grenzen. Dass wir Alternativen zu den fossilen Energieträgern benötigen, ist im Grundsatz unumstritten. Ob Biokraftstoffe zukunftsträchtige Alternativen oder klimapolitischer…

Die Verknappung des Erdöls und die Verstärkung des Treibhauseffekts setzen uns Grenzen. Dass wir Alternativen zu den fossilen Energieträgern benötigen, ist im Grundsatz unumstritten. Ob Biokraftstoffe zukunftsträchtige Alternativen oder klimapolitischer Unfug sind, ist hingegen offen.

Biokraftstoffe werden aus Biomasse hergestellt. Als Ausgangsstoffe werden nachwachsende Rohstoffe verwendet, vor allem Getreide, Zuckerrüben und Holz. Biokraftstoffe können die fossilen Kraftstoffe ersetzen und werden entweder in Reinform oder als Beimischungen zu fossilen Kraftstoffen verwendet.

Unterschieden wird zwischen Biokraftstoffen erster, zweiter und dritter Generation. Für die Erzeugung von Kraftstoffen der ersten Generation kann nur ein kleiner Teil der Pflanze genutzt werden. Bei Kraftstoffen der zweiten Generation wird fast die vollständige Pflanze verwendet. Bei sogenannten „Algenkraftstoff“ wird auch von Kraftstoff der dritten Generation gesprochen, da Algen eine deutlich höhere Biomasse-Produktivität pro Fläche aufweisen als andere Pflanzen.

Kraftstoffe der zweiten und dritten Generation erfordern einen meist deutlich höheren technischen und finanziellen Aufwand und können daher bisher, außer Biomethan, noch nicht wirtschaftlich erzeugt werden. Für eine einzige Tankfüllung von 100 Litern Biotreibstoff wird laut der UNO etwa die Getreidemenge gebraucht, die einen Menschen ein Jahr lang ernähren könnte.

Problematisch bei der steigenden Produktion von Biokraftstoffen sind zudem die weltweit steigenden Nahrungsmittelpreise. Leidtragende sind vor allem die Armen in den so genannten Entwicklungsländern, die sich oft kaum noch die wichtigsten Grundnahrungsmittel leisten können. Auch ökologisch wird der Einsatz von Biokraftstoffen zunehmend kritisch bewertet. Brandrodungen zugunsten neuer Ölpalmen- oder Sojaplantagen verursachen heute schon einige hundert Mal so viel Kohlendioxid, wie der später daraus gewonnene Biosprit einsparen hilft.

Eine Alternative könnte die direkte Umwandlung von CO2 in den Kraftstoff unserer Wahl sein. Die Firma Joule Biotechnologies hat die Gene verschiedener Mikroorganismen so verändert, dass sie zu einer Art photosynthetischem Reaktor werden. Indem sie die Energie für ihren Stoffwechsel aus dem Sonnenlicht beziehen, verwandeln sie das Treibhausgas CO2 in Ethanol oder Diesel.

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