37 Kleidungsstücke, unzählige Outfits.

Wie man auch mit wenig Kleidungsstücken immer wieder anders aussieht. Dieser Herausforderung begegnet die Capsule Wardrobe. Es geht dabei darum, mit einem Minimum an Kleidungsstücken ein Maximum an unterschiedlichen Outfits zu kreieren, also seinen Kleiderschrank zu optimieren. Vor allem im Zusammenhang mit Minimalismus und Reduzieren auf das Wesentliche macht es sehr viel Sinn, die einzelnen Teile gut aufeinander abzustimmen und somit mehr Möglichkeiten zu schaffen.

Als ich das erste mal über den Begriff der Capsule Wardrobe gestolpert bin, war ich sofort sehr begeistert von der Idee. Erst etwas später habe ich realisiert, dass ich in diese Richtung auch selbst schon längere Zeit unterwegs war, ohne es unter diesem Begriff zu kennen.

Ich war auf die Idee der reduzierten ideal kombinierbaren und multifunktional verwendbaren Kleidung durch meine Reisen und oft wechselnden Schlafplätze gekommen. Hauptaspekt dabei war in erster Linie, dass ich nicht für nur drei Tage einen riesigen Koffer herumschleppen wollte, nur damit ich nicht jeden Tag gleich aussehe.

Das Konzept der Capsule Wardrobe kann hier dabei helfen, den Übergang zu einem reduzierten Kleiderschrank zu unterstützen und zu begleiten. Kurz zusammengefasst geht es darum, in etwa 37 Kleidungsstücke (inklusive Schuhe) für jede Saison zu wählen, die die Basis für alle Outfits darstellen. Jede und jeder kann jedoch frei wählen, wie eng oder weit gefasst sie/er diese Idee interpretiert. Stark geprägt wurde dieser Ansatz jedoch von Caroline von un-fancy.com.

Kleidungsstücke zu lieben erzeugt Wohlbefinden - Photocredit: pixabay.com/StockSnap
Kleidungsstücke zu lieben erzeugt Wohlbefinden – Photocredit: pixabay.com/StockSnap

Gründe für die Capsule

Neben dem Grund, ein minimalistisches Leben zu führen, oder mit leichtem Gepäck zu reisen, ist ein weiterer Grund für viele – inklusive mir -, in der Früh nicht lange darüber nachdenken zu wollen, was man anziehen soll, bzw. was wie gut zusammenpasst und ob man das so anziehen kann.

Mein Ziel – und da bin ich leider noch nicht ganz – ist es, nur noch Kleidungsstücke zu haben, die farblich und vom Stil zusammenpassen. Das bedeutet nicht, dass ich keine Unterscheidungen zwischen formell und leger mache – das wird immer zu einem gewissen Grad notwendig sein. Es bedeutet aber, dass wenn ich mal nicht nachdenken und mir keine Zeit für mein Outfit nehmen möchte, dass ich aufgrund der Kleidungsstücke die ich zur Verfügung habe, gar nicht erst vollkommen falsch liegen kann.

Tipps und Tricks

Bei so einer Umstellung auf wenige ausgewählte Kleidungsstücke findet natürlich jeder und jede ihre eigenen kleinen Hilfen und Tricks, wie man noch besser optimieren, oder sich die Umstellung erleichtern kann.

Nachhelfen mit Accessoires

Mit unterschiedlichen Gürteln, Ketten, etc. kann man die Wirkung eines Outfits noch zusätzlich verändern. Sie zählen für viele nicht zu den abgezählten 37 Dingen. Aber auch hier kann es Sinn machen, sich bewusst damit auseinander zu setzen, welche und wie viele Stücke man tatsächlich behalten und verwenden möchte.

Vieles günstig ausprobieren

Um herauszufinden, welche Kleidungsstücke gut passen und kombinierbar sind, ist es hilfreich, sich zunächst bei Kleidertauschparties oder in Second Hand Läden umzuschauen und vieles auszuprobieren. Wenn man mit der Zeit ein besseres Gefühl dafür bekommen hat, welche Teile gut zusammenpassen, kann man die bestehenden schrittweise auch durch hochwertige neue Stücke ersetzen.

Wandelbare Kleidungsstücke

mehrere Tragevarianten eines Kleidungsstücks - Photocredit: pixabay.com/3179289
mehrere Tragevarianten eines Kleidungsstücks – Photocredit: pixabay.com/3179289

Besonders genial sind auch wandelbare Kleidungsstücke. Das sind Kreationen, die nicht nur in einer sondern in unterschiedlichen Formen tragbar sind. Einige nachhaltige Mode-Labels wie Lasalina oder Kollateralschaden setzen hier auf 2in1 oder 4in1 Kleidungsstücke, die zum Beispiel als Sweater oder Kleid in zwei unterschiedlichen Farben (wendbar) getragen werden können. Es gibt aber auch diverse Tipps und Anleitungen im Internet, wie unter Anderem größere Tücher in unterschiedlichster Form getragen werden können, oder auch mehrschichtige Röcke, die zu Kleidern umwandelbar sind.

Fazit

Es ist eine große Herausforderung, sich tatsächlich eine Capsule Wardrobe zu erschaffen. Man muss sich sehr viel Zeit nehmen und ehrlich fragen, was einem in welcher Form und Kombination gefällt und steht und passt. Es bedeutet, sich von wahrscheinlich so einigen Kleidungsstücken zu trennen, bei denen man sich eingestehen muss, dass sie ohnehin nicht ideal sind, weil sie eigentlich zu nichts dazu passen, nicht stehen, oder ähnliches.

Aber aus meiner Sicht macht es auf jeden Fall Sinn, sich mit dem Thema auseinander zu setzen, um endlich mal richtig im Kleiderschrank aufzuräumen. Am Schluss ist nicht wichtig, ob du 33 Kleidungsstücke, 55 oder 99 hast. Es geht darum zu lernen, wie man eine bewusstere Entscheidung darüber treffen kann, ob ein Kleidungsstück wirklich notwendig und sinnvoll ist, und zu einem selbst auch passt. Durch eine bewusstere Entscheidung können Fehlkäufe reduziert werden, und somit auch der oft sehr verschwenderischen und wenig nachhaltigen Modeindustrie Einhalt geboten werden.

 

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Bildquellen

Beitragsbild: pexels.com / Lum3n.com
Frau in Pullover: pixabay.com / StockSnap
Zwei Tragevarianten: pixabay.com / 3179289

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