Autoverkehr in der Stadt: Es gibt zu viele Autos, und die stehen 23 Stunden pro Tag ungenutzt auf Parkplätzen. Einen Lösungsansatz haben wir kürzlich behandelt: Ridesharing. Ein zweiter ist CarSharing.…

Autoverkehr in der Stadt: Es gibt zu viele Autos, und die stehen 23 Stunden pro Tag ungenutzt auf Parkplätzen. Einen Lösungsansatz haben wir kürzlich behandelt: Ridesharing. Ein zweiter ist CarSharing. Die Hürden dahin werden jetzt abgebaut – durch einen neuen, privaten Anbieter.

Carsharing, was ist das?
Man bezahlt einen Mitgliedsbeitrag und erhält dadurch das Recht, eine bestimmte Fahrzeugflotte zu benutzen. Es gibt dafür feste Standorte und ein Reservierungssystem. Wer ein Fahrzeug ausleiht, muss es sauber und mit einer bestimmten Tankfüllung für den nächsten Nutzer hinterlassen. Die Nutzungszeit wird zusätzlich verrechnet. In Verbindung mit dem gut ausgebauten Wiener öffentlichen Verkehrsnetz ist Carsharing eine wirkliche Alternative.

„Carsharing bedeutet die organisierte, gemeinschaftliche Nutzung von Autos und führt zu weniger Autos in der Stadt. Aufgabe der Stadt ist es, die Rahmenbedingungen für private Anbieter zu schaffen“, sagt dazu Wiens Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou.

Hürde: Entfernung

Die größte Hürde beim Carsharing sind die Standorte. Wer in der Nähe eines Stellplatzes wohnt, für den ist das Angebot ein Segen. Er kann ohne große Schwierigkeiten auf ein eigenes Auto verzichten und hat trotzdem jederzeit einen fahrbaren Untersatz zur Verfügung, wenn er einen benötigt. Wer aber erst einen weiten Weg zurücklegen muss, um sein Leihauto in Empfang zu nehmen, für den lohnt sich der Aufwand weniger.

Hier setzt ein neues Angebot an, das nun nach Wien kommt. „car2go“ heißt der Anbieter, der 500 kleine Stadtautos der Marke smart in einem 80 Quadratkilometer großen Geschäftsgebiet einbringen möchte.

Die Nachteile:

  • Die 500 smarts sind reine Benziner, keine Hybrid- oder Elektrofahrzeuge
  • Der Smart ist klein, eignet sich also nicht für den Transport sperriger Lasten

Die Vorteile:

  • Das car2go-Konzept kommt ohne feste Standorte aus: Die Autos werden irgendwo abgestellt und können online auch spontan gesucht, gefunden und einfach genutzt werden. Auch die Rückgabe erfolgt an bleiebiger Stelle im Geschäftsgebiet
  • Es gibt für die Nutzungszeit einen Fahr- und einen Steh-Tarif für kurze Fahrtunterbrechungen. Das Auto schaltet automatisch zwischen diesen Tarifen um
  • Im Nutzungstarif sind die Parkgebühren bereits enthalten

Um die Autos zu öffnen, benötigt man eine Mitgliedskarte und einen PIN. Die erhält man nach einer Registrierung auf der Website des Unternehmens. Zunächst wird eine Anmeldegebühr von 9,90 Euro fällig, bei Gebrauch wird nicht wie bei anderen Anbietern üblich per Kilometer, sondern per Minute abgerechnet – 0,29 Euro bei der Fahrt, 0,09 Euro bei reservierten Stehzeiten.

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