Kann ein Einkaufszentrum vom Konsumtempel zum Energieeffizienz-Vorzeigeprojekt umgewandelt werden?

Shoppingcenter sind ein Symbol unserer Zeit und ein Symbol des Konsumismus, alles was wir brauchen, oder glauben zu brauchen, ist in ihnen verfügbar. Auf riesigen Flächen können wir zu jeder Tageszeit, zu jeder Jahreszeit unter denselben Temperatur- und Lichtbedingungen unser Bedürfnis nach Verbrauchsgütern befriedigen. Das bedeutet natürlich auch, dass Einkaufszentren einen hohen Energieverbrauch und CO2-Ausstoß haben. Ein interdisziplinäres EU-Projekt sieht sich seit einiger Zeit an, wie man diese Konsumtempel zukünftig zu energieeffizienten Vorbildprojekten umwandeln kann.

Das Forschungsprojekt CommONEnergy sucht und testet Lösungsansätze, um Shoppingmalls energieeffizienter zu machen. Ein wichtiger Ansatzpunkt des Projektes ist, dass man beim Sanieren nicht auf einzelne voneinander unabhängige Maßnahmen setzt, sondern auf systematische, bereichsübergreifende Renovierungen und Revitalisierung. Drei Referenzprojekte wurden bereits durchgeführt, dafür wurde je ein Einkaufszentrum in Italien, Spanien und Norwegen renoviert und mit energieeffizienten Technologien ausgestattet. So wurden zum Beispiel Lichtkonzepte implementiert, bei denen Tageslicht effektiv genutzt wird und so der Energiebedarf für künstliche Beleuchtung drastisch reduziert werden kann. Genauso wird bei der Belüftung der Gebäude auf natürliche Belüftung in Form von sensorgesteuerten Lüftungsschächten, Fenstern oder Dachluken gesetzt.

Die drei Referenzprojekte wurden gewählt, da sie viele der typischen Eigenschaften und gängigen Technologien abdecken und an ihnen deshalb neue Herangehensweisen und Methoden getestet werden konnten, die sich auch auf viele andere europäische Shoppingcenter umlegen lassen. Weitere acht Gebäude wurden ausgewählt, um zu analysieren worin die Energieineffizienz des durchschnittlichen Einkaufszentrums gründet. Auf Basis der so gewonnenen Daten und Einsichten will das CommONEnergy Projekt weitere systematische Lösungen entwickeln und virtuell testen.

Eines dieser acht Gebäude, die analysiert werden, ist das Donauzentrum in Wien. Dieser 133.000 Quadratmeter große Konsumtempel wurde seit der Eröffnung 1975 mehrmals erweitert und renoviert. Heute verfügt das Donauzentrum über eine Solarthermieanlage und eine Wärmerückgewinnungsanlage, um den Bedarf an Fernwärme zu verringern. Eine Photovoltaikanlage produziert rund fünf Prozent des jährlichen Energiebedarfs des Unterhaltungs- und Gastronomiebereiches. 


Mehr zu Architektur

Wir berichten über architektonische Fortschritte, unterschiedliche Baumaterialien und Entwicklungen in Richtung umweltfreundlicher Bauweisen. Mit folgenden Links gelangst du der Reihe nach zu mehr Artikel in diesem Themenbereich für Einsteiger bis zu Profis.

Bild: Pexels

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*