Energy Food, Fotocredit: Brooke Lark auf Unsplash
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Wir essen oft nach Bedürfnis, nicht immer nach Bedarf – wie Nahrung zur optimalen Energiequelle werden kann

Essen ist vieles: Nahrungsaufnahme, Genuss, aber auch Energiespender! Nicht immer gelingt uns das optimal, manchmal tanken wir einfach nach, anstatt vollzutanken. Heute habe ich ein paar Tipps gesammelt, wie wertvolle Inhaltsstoffe gut verwertet werden können und wie du herausfindest, was dir wirklich gut tut.

Essen und Trinken als Energiespender

Wie jedes Lebewesen (und auch jede Mechanik) brauchen wir Menschen Energie um zu leben. Damit wärmen wir unseren Körper, halten lebenserhaltende Funktionen aufrecht und können uns bewegen. Ein gut funktionierender Stoffwechsel ist dabei essentiell und dabei muss die Nahrung auf den Körper abgestimmt sein. So wie für jedes Auto der richtige Treibstoff getankt werden muss, beziehungsweise zu jeder Hardware die Software passen muss. 

Für jeden ist dabei etwas anderes optimal: für manche Stoffwechsel kann Rohkost ein Segen sein, für einen anderen ist sie schwer verdaulich und trotz ausreichender Vitamin- und Mineralstoffzufuhr nur wenig hilfreich. Auch äußere Reize nehmen Einfluss auf das Verdauungssystem. So werden Stress, Krankheiten oder auch der Alltag erst einmal „verdaut“ und brauchen Energie.

Welches Essen tut mir wirklich gut

Vitalisierende Mahlzeiten beinhalten eine optimale Lebensmittelauswahl für den jeweiligen Stoffwechsel, eine den Lebensumständen angepasste Zubereitungsform (Kleinkind, Sportler, Senioren…) und die aufmerksame Nahrungsaufnahme (ohne Ablenkungen wie Fernsehen, Zeitung oä.). Dann kann die Verdauung optimal ablaufen und es stellt sich ein positives Körpergefühl ein. Ebenso macht sich eine der momentanen Situation unangepasste Mahlzeit schnell bemerkbar: neben eventuell ungenügend zur Verfügung stehender Nähr- und Mineralstoffe, Vitamine und Spurenelemente wirken sich auch hastiges Essen, unzureichend Gekautes oder zu viel Gegessenes schnell auf den Körper aus. Anzeichen dafür hast du sicher schon oft wahrgenommen: es drückt im Magen, die Konzentration lässt nach und man fühlt sich schlapp und müde.

Es lohnt sich also sich ab und zu zu fragen:

Wie fühlt sich Nahrung nach dem Essen an? Woran erkenne ich, ob ich nur auftanke oder volltanke? Welche Komponenten können die Verdauung ungünstig beeinflussen und die Energieaufnahme beeinträchtigen? 

Das Ernährungsprotokoll

Ein hilfreiches Instrument herauszufinden, was einem wirklich gut tut, ist ein einfaches Ernährungsprotokoll. Das genaue Protokollieren unterstützt die differenzierte Wahrnehmung der Wirkung der konsumierten Lebensmittel. 

Ein solches Protokoll sollte folgendes erfassen:

  • die Lebensmittelaufnahme in Portionsgrößen
    (1 Portion Fleisch, Fisch, Wurst, Brot, Gemüse etc. entspricht etwa der Größe eines Handtellers, 1 Portion Getränk entsprich ca. 200ml) und
  • die Körperresonanzen nach der Mahlzeit
    (Wohlbefinden, Vitalität, Konzentrationssteigerung bzw. -abfall, Blähungen, Müdigkeit etc.)

Je genauer dieses Protokoll geführt wird, desto mehr Rückschlüsse lassen sich über die Verträglichkeit der Lebensmittel in den unterschiedlichen Kombinationen treffen. Weitere hilfreiche Ergänzungen für das Protokoll wären die Tageszeit, „wie“ gegessen wurde (schnell, nebenher, genießend….), wo gegessen wurde und welche Situation voraus ging (Hunger, Langeweile, Ärger…)

Idealerweise sollte so ein Protokoll mindestens über 3 Tage geführt werden, besser wäre eine Woche.

 Wie fülle ich meine Energiespeicher?

Üblicherweise betrachten wir vor allem die bekannten Nähr- und Vitalstoffe wie Kohlenhydrate, Fette, Eiweiße, Vitamine, Mineral- und Spurenelemente bei der Energiezufuhr. Die Sichtweise der TCM und auch andere Ernährungstherapien (zum Beispiel nach Hildegard von Bingen) zeigen uns alternative Wege. Dabei wird auch die Zubereitungsform (roh, gedünstet, gekocht…) betrachtet und die Zusammenstellung und Wirkungsweise der Lebensmittel nach Temperaturverhalten (kalt, kühl, neutral…), Geschmacksrichtung (sauer, bitter…) und Wirkung (stärkend, beruhigend…).

 Auch die Regionalität und Saisonalität spielen aus dem energetischen Blickwinkel einer große Rolle. Wurzel- und Kohlgemüse, welches im Winter auch in unseren Breiten Saison hat, hat einen deutlich geringeren Wasseranteil als Sommergemüse. Es wirkt dadurch in der kalten Jahreszeit wärmend und aufbauend. Sommergemüse wie Gurke, Paradeiser oder Zucchini hat einen hohen Wasseranteil und dient bei großer Hitze der Abkühlung.
 
Viele Sprichwörter spiegeln ebenfalls die Zusammenhänge zwischen Nahrungsaufnahme und unserer Leistungsfähigkeit bzw. unserem Lebensgefühl wider: Etwas liegt wie ein Stein im Magen. Liebe geht durch den Magen. uvm.
 
Energy Food, Fotocredit: Khamkhor auf Unsplash
Energy Food, Fotocredit: Khamkhor auf Unsplash

Energienahrung

Sämtliche Nahrung, die den Organismus gewinnbringend unterstützt und den Stoffwechsel harmonisiert, kann man als Energienahrung bezeichnen. Mit dieser Nahrung fühlen wir uns kraftvoll und leistungsfähig. Das beste Beispiel hierfür ist eigentlich die Nudelmahlzeit vor dem Sport: die stärkehaltigen Kohlenhydrate, wie sie auch in Reis, Kartoffeln oder Brot enthalten sind, füllen die Glykogenspeicher optimal auf, die Muskulatur kann mit Energie versorgt werden. Würde man eine fett- und eiweißreiche Mahlzeit verzehren, können aufgrund der langen Verdauungszeit (ca. 4 Stunden) die zur Energieversorgung relevanten Glykogenspeicher nicht optimal gefüllt werden. 
 

Die Verdauungstätigkeit von Leber und Galle wird durch Bitterstoffe angeregt und unterstützt. Diese finden sich speziell in Salaten wie Endiviensalat, Rucola, Radiccio, aber auch Grapefruit, Basilikum, Thymian, Rotwein oder Campari. Magen und Milz werden vor allem durch warme Zubereitungsformen, Hülsenfrüchte, Getreide, Gemüse sowie durch das Meiden von sehr kalten und von zu viel süßen Speisen unterstützt. Auch das geschickte Kombinieren von Milchprodukten und Milch mit wärmenden Gewürzen (Zimt, Kardamom, Nelken …) und Honig kommt diesen Organen zugute. 

Energetisch gesehen beherbergt die Niere das Leben. „Es geht an die Substanz“ oder „Es geht an die Nieren“ drücken das sehr deutlich aus. Fühlt man sich sehr ausgelaugt, kann man sehr gut unterstützend mit jeder Art von Suppe oder Eintopf die Energie langsam wieder aufbauen.

Wer braucht Energienahrung?

Grundsätzlich tut es natürlich jedem gut, sich damit zu beschäftigen, welche Nahrung dem eigenen Körper gut tut.  Trotzdem gibt es einige Gruppen, die von Energienahrung noch mehr profitieren können. Speziell Berufsbilder mit hohem körperlichen Einsatz und Sportler benötigen neben einer hohen Kohlenhydratzufuhr auch einen hohen Anteil an Eiweißen und bestimmte Arten von Fetten. Auch die Verdauungszeit spielt bei körperlicher Belastung immer eine große Rolle.

Für Menschen mit Tendenzen zu psychischer Überlastung empfehlen sich warme und leichte Speisen, deren Verdauung wenig Kraft erfordert. Hier kommen wieder Suppen und Eintöpfe zum Einsatz, deren hohes Flüssigkeitsvolumen intensiv nährend wirken.

Fazit

Unser Körper priorisiert intuitiv die lebenserhaltenden Funktionen, während der Kopf die momentane Befindlichkeit widerspiegelt. Deshalb handeln wir oft nach Bedürfnis, nicht immer nach Bedarf. Nicht immer sind alle äußeren Einflüsse auf unser Wohlbefinden bewusst steuerbar. Die Nahrungsaufnahme ist einer davon. Jeder steuert die Energieaufnahme bewußt und in Eigenverantwortung für sich selbst. Durch sorgsame Auswahl der Lebensmittel und wertschätzende Zubereitung zu genussvollen Mahlzeiten gewinnen wir unsere Lebensenergie!

 
 

Quellen:
Naturheil Magazin, Gabi Ganser: „Energienahrung: Volltanken statt Nachtanken bitte
Gesundheit.gv.at: „Bewegung und Energiestoffwechsel

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