(c) Waste no Thyme
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Schnell mal nach Berlin, oder ein Kurztrip nach Amsterdam übers Wochenende?
Heutzutage ist es denkbar einfach online innerhalb von wenigen Minuten einen Flug zur gewünschten Destination zu buchen.

Es dauert keine 10 Minuten einen Flug zu buchen, viel kürzer als überhaupt zu entscheiden, wohin man will und welche Sehenswürdigkeiten man sich ansehen möchte.
Zum schnellen Flug wird gleich noch das passende Hotel im Package angeboten und alles für einen Spottpreis.

Doch welchen Preis bezahlt unser Klima dafür?

Nehmen wir an, ich entscheide mich zusammen mit meinem Mann nach Berlin zu reisen. Wir wollen gerne ein langes Wochenende dort verbringen. Die Anreise ist an einem Donnerstag, zurück wollen wir spätestens Montag Früh sein.

Der Direktflug mit der billig Airline kostet uns (hin und retour) 55 EUR pro Person und dauert in der Regel 1:20 Stunde (inkl. Check-In und Sicherheitskontrolle rechnen wir großzügig mit 3:30 Std.). Dabei verursachen wir einen CO2 Fußabdruck von 1.123 kg!

Der Zug bringt mich auf direktem Weg in knappen 8 Stunden nach Berlin. Zurück nehmen wir den Nachtzug, mit dem wir etwa 11 Stunden unterwegs sind und 1 Mal umsteigen müssen. Die Zugreise schlägt insgesamt für uns beide mit knappen 400 EUR zu Buche.
Unser CO2 Fußabdruck beläuft sich auf etwa 272kg.

Fotocredit: Pixabay/JESHOOTS-com

Auf den ersten Blick wird klar: grün zu reisen ist wesentlich teurer und dauert länger, als den schnellen Billigflug zu nehmen.

Warum nun die Bahn dem Flug vorziehen?

Der Ausstoss von CO2 und weiteren Abgasen, ist beim Fliegen in diesen Höhen besonders schädlich für unser Klima. Es ist nicht nur das CO2, auch weitere Substanzen wie Stickoxide, Aerosole und Wasserdampf, die bei der Verbrennung des Kerosins entstehen, strömen direkt in weiter Höhe in die Atmosphäre. Das wirkt sich unmittelbarer auf die Klimaerwärmung aus, als wenn die gleichen Schadstoffe am Boden freigesetzt werden würden.

Die Zugreise ist bedeutend klimaschonender und verschreibt sich eher dem Slow Living. Man bucht nicht mal schnell eine Reise, because we can. Es wird länger überlegt, geplant, sich achtsamer mit dem ganzen Thema auseinander gesetzt.
Dazu kommt, dass eine Zugreise wesentlich bequemer ist, als die in einem Flugzeug. Man muss keine Sicherheitsvorschriften für das Handgepäck beachten, kann mitnehmen, was man möchte und hat die beste Gelegenheit, in der Zeit der Zugreise, sich zu entspannen, ein gutes Buch zu lesen oder im Nachtzug einfach bis zur Ankunft zu schlafen.

Des Weiteren kommst du mit dem Zug am Bahnhof mitten in der jeweiligen Stadt an; im Gegensatz dazu liegen die Flughäfen der meisten Destinationen weit außerhalb des Stadtzentrums und du musst hier weiter Zeit und Verkehrsmittel einplanen.

Fotocredit: Pixabay/Free-Photos

In die Ferne schweifen

Was immer ein Kriterium bei der Wahl des Reiseverkehrsmittel sein sollte, ist die Entfernung. Die Distanz zwischen deinem Wohnort und der Zieldestination sollte in einem sinnvollen Verhältnis zu Reise- und Aufenthaltsdauer stehen. Es macht vermutlich wenig Sinn für eine Nacht 14 Stunden mit dem Zug zu fahren; genauso wenig wie 18 Stunden mit dem Flugzeug unterwegs zu sein, für einen Aufenthalt von 3 Tagen.

Wenn man sich auf Fernreisen begibt und die Möglichkeit dazu hat, sollte man das wirklich für einen längeren Zeitraum tun und die Zeit vor Ort sinnvoll nutzen. Je weiter die Entfernung zum Ziel, desto länger solltest du für die gesamte Reise einplanen. Innerhalb Europas würde ich beispielsweise nur noch mit dem Zug reisen.

Wer clever plant, kann auch hier mit kürzeren Aufenthalten Einiges rausholen. Solltest du – aus welchen Gründen auch immer – nicht darum herum kommen zu fliegen, gibt es zumindest die Möglichkeit deinen Flug zu kompensieren. Es gibt unterschiedliche Anbieter, die es dir möglich machen deine CO2 Emission zu berechnen und dafür einen Betrag an unterschiedliche Klimaschutzprojekte zu spenden.

Rückgängig machen kannst du deinen CO2 Ausstoss dadurch jedoch nicht, das muss dir immer bewusst sein. Um den Klimawandel zu stoppen, sollten pro Person maximal 2 Tonnen CO2 im Jahr verursacht werden – generell, nicht nur durch Flugreisen. Derzeit liegt der europäische Durchschnitt bei 9,1 Tonnen. Wie es mit deinem CO2 Fußabdruck aussieht, kannst du mit dem CO2-Rechner herausfinden und auch sehen, wo du noch nachhaltiger werden könntest.

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