Fotocredit: WienerNetze
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Unter Thomas Schobers Aufsicht werden sämtliche Wiener Christkindlmärkte mit Strom versorgt. Im Interview erklärt er, was seinen Job schwierig macht und wie viel Strom nötig ist.

Thomas Schober ist, als Gruppenleiter bei Wiener Netzen, verantwortlich für die Zähler-Montage und für 125 Mitarbeiter. Unter seiner Aufsicht werden sämtliche Wiener Christkindlmärkte mit Strom versorgt. Im Interview erklärt er, was seinen Job schwierig macht und wie viel Strom die Christkindlmärkte benötigen.

Wie kommen die Christkindlmärkte in Wien zu Strom?

Das funktioniert beim großen Christkindlmarkt am Rathausplatz über temporäre Trafostationen. Bei den kleineren Märkten reichen die bestehenden Trafostationen oder Hausanschlüsse aus. Ansuchen können nur konzessionierte Elektriker über unsere Marktpartner-Plattform. Und sobald sie einen Vertrag mit einem Energieanbieter haben, bekommen Sie die Zulassung. Insgesamt gibt es in Wien 17 große Christkindlmärkte, dazu kommt eine Unmenge an einzelnen Standln, die wir nicht separat erfassen.

Wie sehen die Trafostationen aus?

Das sind riesige, vier mal vier Meter große, grüne Blechkästen, die nicht sonderlich schön anzusehen sind. Deshalb werden sie mit Holz verbaut und mit Plakaten beklebt. Wenn sie verbaut sind, kann man gar nicht erkennen, was sich dahinter verbirgt. Auch die Sicherheit ist für uns wichtig. Die Trafostationen sind mit Hochsicherheitsschlössern gesichert, sodass niemand reinkommen kann. Sämtliche Kabel sind unter der Erde verlegt.

Fotocredit: Pixabay/Julius-Silver
Fotocredit: Pixabay/Julius-Silver

Wie funktioniert das zum Beispiel beim Christkindlmarkt am Rathausplatz?

Dort werden zwei Trafostationen im Freien eingerichtet. Zwei weitere gibt es im Keller des Rathausgebäudes, wo wir rund 15 Messgeräte haben, die den Verbrauch zählen. Abgerechnet wird für den gesamten Markt auf eine Rechnung, wie viel jeder einzelne Stand verbraucht, können wir nicht messen. Die Trafostationen werden 14 Tage, bevor der Aufbau beginnt, hingebracht und eingerichtet – also ab dem 14. Oktober. Schließlich ist ja auch für die Aufbauarbeiten Strom nötig, fürs Bohren und Schrauben. Zugleich sind wir Ende März dann die letzten, die den Markt wieder verlassen. Auf den Christkindlmarkt, der am 24. Dezember endet, folgen ja der Silvesterpfad und der Große Eistraum. Dafür ist ein stressiger Umbau nötig, für den wir nur drei Tage Zeit haben. Diese Herausforderung muss ich mit meinen sechs Monteuren bewältigen.

Wo liegen die Herausforderungen?

Vom Energiebedarf macht es natürlich einen Unterschied, ob nur zwei Stände mit Strom versorgt werden müssen, oder 40. Für ein einzelnes Standl reicht ein Kabel, für die großen Märkte brauchen wir die Trafostationen. Allein am Christkindlmarkt am Rathausplatz gibt es einen zusätzlichen Energiebedarf von 2300 Kilowatt (kW). Eine Wohnung benötigt 18 kW. Das ist also so, als würde man plötzlich einen Wohnblock mit 128 Wohnungen dort hinstellen. Unsere Aufgabe ist es, sicherzustellen, dass dadurch nicht im Rathaus, im Burgtheater und im Café Landtmann die Lichter zu flackern anfangen.

Lichter, wohin das Auge sieht. Fotocredit: Energieleben Redaktion
Lichter, wohin das Auge sieht. Fotocredit: Energieleben Redaktion

Wie lässt sich das sicherstellen?

Die Planung fängt für ich bereits im Sommer an. Es gibt ein eigenes Team aus sechs MonteurenInnen, das nur für diesen Bereich zuständig sind. Natürlich hat das Team auch im Sommer genug zu tun. Dann kümmert es sich nämlich zum Beispiel um die Stromversorgung fürs Donauinselfest, für die Festwochen, für den Life-Ball, für die Fast-Food-Veranstaltungen und fürs Messequartier.

Quelle: Energieleben Redaktion

Foto: Wiener Netze


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