Bei der Wahl eines neuen Herdes gibt es mehrere Möglichkeiten und damit viel zu beachten!

Vor einer Weile wurde unser Herd kaputt. Zuerst nur ein bisschen (er ging einfach aus oder ließ sich nicht mehr abdrehen, wir mussten die Sicherung abdrehen), dann so richtig. Im Grunde kommen wir auch gut ohne ihn über die Runden, wir haben ja noch das Backrohr, den Plattengrill und ein Waffeleisen. Aber getauscht haben wir das alte Ceranfeld dann trotzdem, irgendwann wollten wir wieder richtig kochen können. Vor dem Kauf haben wir uns lange informiert, ob ein Induktionsfeld oder wieder ein Ceranfeld besser wären – aus energietechnischer Sicht vor allem. Vielleicht kommt ihr ja einmal in eine ähnliche Situation, daher habe ich die wichtigsten Infos hier für euch zusammen gefasst:

Gas, Ceran oder Induktion – die vielen Möglichkeiten zu kochen

In meiner ersten Wohnung hatte ich einen Gasherd, ganz früher war das die einzige Art zu kochen. Heutzutage kann man zwischen drei Arten wählen, nämlich Gas, Ceran oder Induktion, wobei ein Gasherd eher zur Seltenheit geworden ist. Doch was ist eigentlich der genaue Unterschied?

Fotocredit: Luis Felipe Lins auf Unsplash

Kochen mit Gas

Früher gab es in jeder Küche einen Gasanschluss, an welchen ein Gasherd angeschlossen werden konnte. Heutzutage ist das nicht mehr üblich, kann aber beim Hausbau mit berücksichtigt werden. Das Grundprinzip eines Gasherdes ist ist, dass eine offene Flamme als Hitzequelle benutzt wird, die durch das Verbrennen von Gas entsteht. Das Gas, welches der Herd benötigt, kommt aus der angesprochenen Gasleitung (oder in seltenen Fällen auch aus einer selbstgekauften Gasflasche). Liegt Gas am Herd an, wird zum Kochen das Gasventil der gewünschten Kochstelle geöffnet und das ausströmende Gas mit einer Flamme oder einem Funken angezündet. Das kann per Hand oder bei modernen Gasherden auch per Knopfdruck geschehen.

Der Herd erreicht schnell die gewünschte Zieltemperatur und macht das Kochen so angenehm. Das Putzen danach ist allerdings weniger angenehm, denn durch die Bauweise ist der Herd wirklich schwer zu putzen (ich erinnere mich hier mit Schrecken an meine erste Wohnung zurück…)

Das Ceranfeld

Das Grundprinzip hier ist, dass Strom durch einen als Kochfeld angeordneten Heizdraht geleitet wird und diesen damit erhitzt. Um sowohl Heizdraht als auch Kochtopf zu schützen, wird letzterer nicht direkt auf den Draht gestellt, sondern auf eine Zwischenfläche. Dafür stehen verschiedene Materialien zur Verfügung, beim Ceranfeld ist es Glaskeramik, welches eine sehr hohe Durchlässigkeit für Wärmestrahlen aufweist. Dadurch kann der Topf, welcher auf diesem Kochfeld steht, schneller erhitzt werden.

Die Oberfläche ist grundsätzlich sehr pflegeleicht und preislich ist das Cerankochfeld mit einem Gaskochfeld vergleichbar. Das Kochen mit Strom nimmt unter Umständen etwas mehr Zeit ein als das mit Gas oder Induktion, und es besteht auch nach dem Ausschalten noch Restwärme für eine Weile.

Induktion als moderne Alternative

Induktionskochfelder arbeiten mit elektromagnetischer Strahlung. Im Kochfeld befindet sich eine Kupferspule, welche mit Strom versorgt wird und dadurch ein Magnetfeld erzeugt. Dieses Feld sorgt für die Erhitzung des Kochtopfes bzw. dessen Boden, wenn er auf der Platte steht. Die Wärme wird dabei direkt am Topfboden erzeugt, das Kochfeld selbst wird nur warm, aber nicht heiß. Das klappt allerdings nicht mit allen Töpfen, nur mit jenen, die aus einem Material sind welches auch ferromagnetisch ist. Das Aufheizen geht bei dieser Art des Kochens schneller, beim Überkochen brennt nichts am Kochfeld an. In der Anschaffung ist ein Induktionskochfeld teurer als ein Ceran- oder Gaskochfeld.

Bei einzelnen (runden) Herdplatten muss der Topf beim Kochen genau über der Spule stehen. Sonst kommt an den Topfrändern keine Wärme an. Bei einem Herd mit Flächeninduktion werden mehrere Spulen eingeschaltet und bilden ein großes rechteckiges Induktionsfeld. So bekommt der Topf überall Hitze, egal wo er steht, doch das Induktionsfeld benötigt auch mehr Energie.

Elektromagentische Felder können je nach Stärke auch elektrische Ströme im menschlichen Körper erzeugen. Aus diesem Grund sind Induktionskochfelder nicht unbedenklich. Laut WHO ziehen Magnetfelder keine langfristigen Folgen auf die Gesundheit nach sich. Vollkommen erforscht ist das Thema allerdings nicht. Bei kleinen Kindern und schwangeren Frauen ist mit Sicherheit ein Wenig Vorsicht geboten, wenn ihr aber einen Abstand von mindestens 30 cm zum Kochfeld einhaltet sollte in der Regel nicht viel passieren. 

Fotocredit: Marcin Galusz auf Unsplash

Und welche Möglichkeit ist nun besser?

„Besser“ ist relativ, denn jede Art zu kochen hat ihre Vor- und Nachteile, wie oben beschrieben. Die Kosten hängen auch von dem eigenen Kochverhalten ab. Wie ihr mit jedem Herd Energie (und damit Kosten) sparen könnt, habe ich hier schon einmal aufgeschrieben.

Weniger Stromverbrauch bei Induktion?

Grundsätzlich hört man heutzutage oft, dass Induktionsfelder weniger Strom verbrauchen und keine Restwärme erzeugen, daher aus energietechnischer Sicht am besten sind. Das würde ich nach all meinen Recherchen so jedoch nicht unterschreiben. Induktions-Kochplatten müssen die Magnetfelder aus dem normalen Wechselstrom, der aus der Steckdose kommt, nämlich erst erzeugen. Dazu wird eine Leistungselektronik verwendet, die einen gewissen Eigenverbrauch hat. Daher liegt der Wirkungsgrad einer Induktions-Kochplatte nur bei etwa 80 – 90 Prozent. Induktion ist bei Kurzgebratenem im energetischen Vorteil, bei Suppen und Saucen, die länger vor sich hin köcheln müssen, verschwindet der Vorteil jedoch wieder.

Stiftung Warentest hat außerdem herausgefunden, dass bei den meisten Geräten nur wenig Strom gespart wird. Rund fünf Euro pro Person und Jahr lässt sich im Schnitt sparen, so das ernüchternde Ergebnis. Dagegen sind die Anschaffungskosten eines Ceranfeldes ungefähr doppelt so hoch als jene für herkömmliche Ceranfelder mit Heizspirale. Dazu kommen möglicherweise noch die Anschaffungskosten für neue Töpfe. Übrigens: das günstigste Induktions-Kochfeld fiel noch dazu durch einen hohen Standbyverbrauch auf, was die Stromkosten des ansonsten sparsamen Geräts gleich wieder in die Höhe treibt.

Rebound Effekt

Außerdem werden viele Töpfe bei einem Wechsel zu Induktion entsorgt und recyclet, was auch wieder Energie verbraucht. Wenn ihr also erst vor wenigen Jahren einen neuen Herd gekauft habt, solltet ihr ihn nicht so schnell gegen ein Induktionskochfeld eintauschen. Denn auch wenn ihr unter Umständen etwas Strom sparen könnt, werden für das neue Kochfeld und die neuen Töpfe und Pfannen viele Ressourcen benötigt. Die eingesparten Energie-Ressourcen werden so einfach an anderer Stelle verbraucht (der sogenannte Rebound-Effekt bei dem eingesparte Ressourcen später unbeabsichtigt verschwendet werden). 

Es lässt sich also nicht pauschal sagen, welcher Herd am besten passt. Das kommt stark auf das eigene Kochverhalten an und auch darauf, welches Geschirr schon vorhanden ist. Wir hätten zum Beispiel einen Großteil unserer Töpfe austauschen müssen und haben uns am Ende für ein klassisches Ceranfeld entschieden.

Quellen:
Küchenfinder Magazin, 22. Juni 2017, „Induktion, Gas oder Ceran – was ist besser? Der große Kochfeld Vergleich
Sat 1, Wohnen und Garten, „Kochen mit Strom, Gas oder Induktion – was ist am günstigsten?
Utopia, 02. Dezember 2017, Sven Christian Schulz, „Induktionskochfeld: Vor- und Nachteile eines Induktionsherdes
T-Online, 27.08.2009, cme, „Stromverbrauch: Induktionsherde sparen nur wenig Strom

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*