Während Industrieländer unbedingt ihre Treibhausgasemissionen senken müssten, besitzen die Schwellenländer noch Spielraum. Die Wirtschaftsentwicklung fordert ihren Tribut. Von Jahr zu Jahr mehr Emissionen Da sind sich plötzlich alle einig: Treibhausgasemissionen…

Während Industrieländer unbedingt ihre Treibhausgasemissionen senken müssten, besitzen die Schwellenländer noch Spielraum. Die Wirtschaftsentwicklung fordert ihren Tribut.

Von Jahr zu Jahr mehr Emissionen

Da sind sich plötzlich alle einig: Treibhausgasemissionen gehören zu unserem täglichen Leben und lassen sich nur teilweise verringern beziehungsweise vermeiden. Die Bequemen unter uns legen auch gar keinen Wert darauf, den Verbrauch zu reduzieren. Aber wie steht es eigentlich um die weltweiten Treibhausgasemissionen?

Pro Jahr werden etwa 35 Milliarden Tonnen Klimagase „all over the world“ ausgestoßen. Den größten Anteil daran hat CO2 mit rund 75 Prozent, gefolgt von Methan mit guten 15 Prozent, das Schlusslicht ist das Distickstoffoxid (Lachgas) mit rund 10 Prozent. Und damit Sie abschätzen können, wie sehr sich die Treibhausgasemissionen erhöht haben, kann ein einfacher Vergleich weiterhelfen: Im Jahr 1990 betrugen die CO2-Emissionen 22 Milliarden Tonnen und heute ist dieser Wert auf 29 Milliarden Tonnen angestiegen! Und eines ist derzeit ganz klar: Die Zahlen werden ohne Klimaschutz nicht von selbst schrumpfen.

Industrienationen und Schwellenländer
Wissenschaft und Politik haben ein gemeinsames Ziel: Die durchschnittlichen, jährlichen CO2-Emissionen jedes Menschen sollen bis 2050 nur noch 2,5 Tonnen betragen – Maßnahmen müssen gesetzt werden! Derzeit liegt der durchschnittliche Jahresverbrauch pro Kopf bei 4,5 Tonnen CO2. Aber wo fängt man am Besten mit dem Sparen an?

Die EU-Länder müssten ihren Verbrauch um 80 Prozent verringern. Die USA, Kanada und Australien sollten als Großverbraucher sogar 90 Prozent einsparen, um das Ziel verwirklichen zu können. Ganz anders sieht es für Schwellenländer und Länder der Dritten Welt aus: Sie dürfen ihre Emissionen noch über eine bestimmte Zeitspanne hinweg erhöhen, um eine angemessene Wirtschaftsentwicklung zu erreichen. Es wäre doch ziemlich dreist, unterentwickelte Länder mit Themen wie „Klimaschutz“ zu belasten. In der Regel muss der Verursacher von Schäden auch für deren Beseitigung aufkommen und das würde die Industrieländer ganz schön fordern.

Länder unter der Lupe
Sie wissen jetzt, dass weltweit pro Jahr rund 35 Milliarden Tonnen Klimagase ausgestoßen werden. Jetzt bleibt noch die Frage offen, welche Länder diesen Wert dermaßen in die Höhe treiben. Und die Klimasünder muss man nicht unbedingt mit der Lupe suchen: Die USA trägt mit 23,8 Prozent den größten Teil zur Klimaerwärmung bei, doch China holt immer mehr auf. Im Zeitraum von 2007 bis 2009 scheint es naheliegend, dass China durch sein enormes Wirtschaftswachstum die USA überholen wird. Die aufstrebende Nation geht äußerst ineffizient mit der Energienutzung um, auch bezogen auf die Neuanlage von Kraftwerken. Derzeit nimmt Russland mit einem prozentualen Anteil von 17,7 den dritten Platz in der Emissions-Tabelle ein. Doch auch niedrige Anteile können trügerisch sein, denn oftmals werden in solchen Auflistungen die Abholzungen und Brandrodungen nicht berücksichtigt. So steht Indonesien zwar an 20. Stelle, doch in Wahrheit kann man dieses Land mit einem Emissionswert von drei Milliarden Tonnen auf den 3. Platz reihen, der durch Brandrodung zu Stande kommt. Eins ist aber sicher: Alle Länder haben einen Anteil am Schadstoffausstoß und aus diesem Grund sollte man nicht nur von den Großverbrauchern sprechen.

Quelle
„Bin ich eine Klimasau? Klima schützen und damit besser leben.“ von Klaus Füsser,
Seite 28-29

1 Kommentar

  1. auch wenn bei den Schwellenländern noch Spielraum besteht ist es umso wichtiger, dass die Industrienationen mit bestem Beispiel vorangehen und je schneller desto besser die Emissionen und den generellen Ressourcenverbrauch reduzieren. Denn nur durch ein gutes Vorbild kann verhindert werden, dass in anderen Ländern die selben Fehler gemacht werden wie bei uns!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*