Wer Kinder hat, der kennt sie: die Spielhäuser für den Garten. Sie sind aus Kunststoff und in schreienden Farben gehalten, sie werden schmutzig und bleichen in der Sonne aus. Es geht auch anders. Und zwar ganz natürlich.

Ein Spielhaus, das im Sommer schön kühl hält. Das war die Vision, von der ein findiger Kalifornier ausgegangen ist. Der Nachbau ist nicht ganz einfach und verlangt Einsatz – aber er lohnt sich.

Das benötigte Material: Lehm und Holz. Und dazu ein lebendiges Dach, also Kies, Erde, Gras. Der finanzielle Aufwand für das Gesamtprojekt belief sich beim Original auf 30 Dollar.
Vorsicht: Der Arbeitsaufwand ist natürlich um ein Vielfaches höher als bei einem Kunststoff-Häuschen. Und der Erfinder hatte unlimitierten Zugang zu Lehm in einem Bachbett, aus dem er sich einfach bedienen konnte. Insgesamt 40 Schubkarrenladungen waren für die ganze Konstruktion erforderlich!

Keep it Simple

Die Grundstruktur ist denkbar einfach. Es handelt sich um eine simple, kleine Hütte in komfortabler Kindergröße mit einem weit nach vorne ragenden Dach, gestützt von auf die richtige Länge geschnittenen Eichen-Ästen. Das Baumaterial besteht aus alten, bei Bauprojekten übriggebliebenen Holzbrettern.

Lebendes Dach

Eine Herausforderung stellt das Dach dar. Es ist ein lebendes Dach, das heißt, es ist etwa 12 Zentimeter dick und muss an den Seiten überhängen. Ganz unten natürlich Holz, dann eine wasserdichte Schicht und an den Rändern Abfluss-Möglichkeiten für überschüssiges Wasser. Darauf kommt eine dünne Schicht Kies, über die Stoff gebreitet wird. Zum Abschluss noch Erde mit Grassamen.

Das Material muss oben bleiben auf dem Dach. Es darf nicht bei Regen oder einfach durch die Schwerkraft abrutschen. Deshalb empfiehlt sich das Befestigen eines kräftigen Randes rund um die Erdschicht.

Gewicht!

Das Gewicht dieses Daches sollte man nicht unterschätzen, aber das gilt ja auch für die Kletterfreudigkeit von Kindern. So oder so: Die Konstruktion muss einiges aushalten können. Einiges bedeutet in diesem Fall womöglich mehrere Kinder auf dem Dach und eines unten im Garten-Spielhaus. Achten Sie bei den Stützen ganz besonders auf Stabilität und testen Sie die Stärke der Säulen ruhig großzügig, bevor die Kinder das Haus in Besitz nehmen dürfen. Das ist eine Frage der Sicherheit.

Wasserabweisend

Nicht nur das Dach, auch die Wände brauchen Schutz vor Feuchtigkeit. Eine wasserdichte Schicht aus Dachpappe schützt das Holz vor dem Vermodern. Als Dämmstoff kommt außen auf diese Schicht ein Verputz aus Lehm, durchsetzt mit etwas Stroh und einer Spur Kies dazu. Dieser Lehmverputz muss normalerweise händisch (bzw. mit den Füßen) durchgeknetet werden.

Maschendraht hält den Putz

Damit dieser Verputz bis zum Trocknen – mindestens eine Woche lang! – hält, hat der Erfinder der Hütte Maschendraht rund um die Ecksäulen gespannt. Der Lehm wird zwischen Dachpappe und Maschendraht festgehalten.

Rund um das Spielhaus haben beim Original die Kinder noch Steine und mehr Lehm eingebaut. Dieser Zusatz hat sich schnell als praktisch erwiesen. Denn viel Material an dieser Stelle sorgt für einen noch stärkeren kühlenden Effekt. Die Masse nimmt tagsüber die Hitze auf und gibt sie nachts langsam ab.

Ebenfalls zu beachten: Beim Trocknen springt der Lehm und bekommt viele Risse. Kein Grund, nervös zu werden oder nachzubessern: das ist ganz normal. Die letzte Schicht, die zum Abschluss aufgetragen wird, wird diese Risse abdichten.

Insgesamt hat das kalifornische Spielhaus 40 Schubkarren voll Lehm benötigt – aber dafür ist es auch besonders komfortabel.

Vorteile

Nicht, dass Feuer normalerweise im Garten Thema wäre – aber die Holz-Lehm-Spielhäuser kühlen nicht nur unter der Sommersonne. Sie sind zudem brandsicher. Das lebendige Spielhaus sollte viele Jahre lang halten, es wird dank Gras, Erde und Lehm in der Sonne nicht heiß.

Das ganze Projekt im Original finden Sie unter diesem Link!

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