Auch wenn Umweltministerin McKennas Antrag zur Ausrufung des Klimanotstands mit großer Mehrheit angenommen wurde, gab es im Zuge der Abstimmung doch auch gewisse Enttäuschungen.

Wie schon ein paar andere Staaten hat auch Kanada im Juni den Klimanotstand ausgerufen. Die kanadische Umwelt- und Klimaministerin Catherine McKennna brachte den Antrag ein, welcher mit 186 zu 63 Stimmen angenommen wurde. Da aktuelle Forschung zeigt, dass Kanada sich doppelt so schnell erwärmt wie andere Teile der Welt, rief McKenna alle kanadischen Parlamentsmitglieder und Parteien dazu auf, den Klimanotstand anzuerkennen und alles daran zu setzten um die Ziele aus dem Pariser Klimaabkommen umzusetzen.

Die Studien die McKenna heranzieht wurden im April dieses Jahres von Environment and Climate Change Canada (ECCC) erstellt und zeigen nicht nur auf, dass Kanada sich schneller erwärmt als der Rest der Welt, sondern dass dieser Effekt auch unumkehrbar ist. Das insgesamt vierzigköpfige Team, das den Report zusammengestellt hat, ist sich einig, dass Kanada in Zukunft rund 10-mal so oft extreme Hitzewellen erleben wird wie bisher und doppelt so viele extreme Regenstürme, wenn nichts unternommen wird, um die Treibhausgasemissionen zu reduzieren.

Doch auch wenn der Antrag von Catherine McKenna schließlich mit einer sehr deutlichen Mehrheit angenommen wurde, so wurde die Abstimmung dennoch von manchen als enttäuschend erlebt. Die Parteichefin der Grünen, Elizabeth May, beklagte auf Twitter, dass außer ihr selbst alle Parteichefs, der Abstimmung und der vorausgehenden Debatte, ferngeblieben waren. Auch Premierminister Justin Trudeau nahm nicht an der Debatte teil. Er war zu diesem Zeitpunkt, wie auch der Parteichef der Konservativen, Andrew Scheer und der Chef der Neuen Demokraten, Jagmeet Singh, bei der Siegesparade des Basketballteams Toronto Raptors. Auf Twitter schrieb May deshalb, es handle sich beim Klimawandel um eine nationale Sicherheitsfrage, die nun auch endlich als solche behandelt werden müsse.


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