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Können Kunst und Design dazu beitragen, dass wir den Kontakt zur Natur suchen?

Der US-Autor Richard Louv hat in seinem Buch „Das letzte Kind im Wald: Geben wir unseren Kindern die Natur zurück!“ den Begriff Natur-Defizit-Syndrom geprägt. Damit meint er, dass durch den sinkenden Kontakt mit der Natur, gepaart mit fehlendem Wissen über unsere Umwelt, immer mehr Menschen an Depressionen, Aufmerksamkeitsstörungen oder ähnlichen Krankheiten leiden. Kontakt zur Natur sei eine wichtige Voraussetzung, um psychisch und physisch gesund zu bleiben. Können Kunst und Design dazu beitragen, dass wir diesen Kontakt suchen?

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Die schottischen Künstler Louise Scullion und Matthew Dalziel laden in den schottischen Regionen Dumfries und Galloway mit dreißig besonderen Bänken, den Rosnes Benches, dazu ein in der Natur zu verweilen. Die Plätze für die futuristisch aussehenden Bänke wurden sehr bewusst gewählt. Bestimmte Sinneswahrnehmungen sollen gefördert werden. So wurden manche Bänke an Orten aufgestellt, die sich besonders zum Beobachten von Sternen eignen, andere laden dazu ein dem Vogelgesang zu lauschen oder den Geruch des Waldes aufzusaugen. Beobachten, hineinhören in die Natur, frische Luft einatmen und sich dabei entspannen, während man auf den Bänken verweilt.

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Andere Künstler und Erfinder holen die Natur in die Wohnung. Der Software Ingeneur Ken Kawamoto braucht dazu nur eine kleine Box. In seinem Temposcop kann man sehen, wie das Wetter morgen wird. Die kleine Glasbox zeigt einem richtige Wolken, Blitze und Regentropfen oder Sonnenschein. Wer das nötige technische Können hat, kann es selbst nachbauen, denn Kawamoto stellt alle Pläne dafür frei zur Verfügung.

Und wenn wir schon beim Wetter sind, wie wäre es mit Blitz und Donner im Wohnzimmer zur Entspannung? Richard Clarksons Design Studio hat eine Wolkenlampe kreiert.  Diese wird mittels Fernbedingung kontrolliert und kann auf Bewegungen und Geräusche (Stimmen oder Musik) regieren. Mit der Lampe kann man ein Gewitter, samt Blitz und Donner, entspannt von der Couch aus genießen, ganz ohne Regenschirm oder Gummistiefel.

Ob Richard Louv solche Gadgets allerdings als Kontakt zur Natur versteht, sei dahingestellt. Mit der Natur und natürlichen Vorgängen haben sich die Entwickler durchaus beschäftigt, wer wirklich Kontakt zur Natur sucht, dem sei eine Reise nach Schottland zu den Rosnes Bänken empfohlen. Oder man unternimmt einfach einen Spaziergang im Wald vor der Haustüre, eine Wanderung durch die Wiener Weinberge oder an der Donau entlang.

Titelbild: David Baird, Wikimedia
Bilder: Rosnes Benches

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