Die internationale Schifffahrt macht derzeit rund 3% der globalen Klimaverschmutzung aus. Ladebojen mit Batterien sollen in Zukunft Serviceschiffe und wartende Schiffe mit Ökostrom versorgen.

Schiffe verschmutzen nicht nur während sie in Fahrt sind die Umwelt. Auch während der Liegezeiten brauchen sie Strom, um Bordsysteme zu versorgen, und lassen die Motoren deshalb im Leerlauf weiterlaufen. Maersk, eines der größten Seefracht-Unternehmen der Welt, will künftig Elektro-Schiffe auf See mittels Ladebojen mit Ökostrom versorgen. Das Unternehmen will Lademöglichkeiten in Häfen, an Anlegestellen und auf offener See liefern. Jetzt hat Maersk eine erste Ladestation für Schiffe eröffnet.

Mit dem Projekt Stillstrom will Maersk die Dekarbonisierung der Schiffsindustrie unterstützen. Es sollen Ladebojen als Offshore-Stromladelösungen für Schiffe in Häfen und Wartepositionen installiert werden. Damit können Schiffe ihre Motoren ausschalten und Emissionen werden reduziert. Damit es möglichst viele Nachahmer gibt, werden alle Pläne aus der Bojenintegration der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Offshore Windpark mit Ladeboje

Stillstrom wird im Herbst 2022 die weltweit ersten Ladebojen für Schiffe in einem Offshore-Windpark demonstrieren. Die Stromboje von Stillstrom wird über Nacht Strom an eines der Serviceschiffe für Offshore-Bauwerke des Elektrounternehmens Ørsted liefern. Ørsted wird für die Netzintegration der Ladeboje verantwortlich sein.

Die Ladeboje ist groß genug, um ein batterie- oder hybridelektrisches Schiff der Größe von Serviceschiffen aufzuladen. Es wird skaliert und angepasst, um größere Schiffe mit Strom zu versorgen, so dass Schiffe jeder Größe ihre Motoren ausschalten können. Durch den Ersatz fossiler Brennstoffe durch sauberen Strom werden praktisch alle Emissionen und Lärmbelästigungen während des Betriebs der Boje eliminiert.

Diese Ankündigung ist eine willkommene Nachricht, da die Klimaverschmutzung durch den boomenden internationalen Schifffahrtssektor im vergangenen Jahr um fast 5% gestiegen ist. Das geht aus einem neuen Bericht des Schiffsmaklers Simpson Spence & Young hervor. Seefrachtunternehmen machten im Jahr 2021 einen geschätzten Gewinn von 150 Milliarden US-Dollar. Die internationale Schifffahrt macht derzeit rund 3% der globalen Klimaverschmutzung aus. Um das in die richtige Perspektive zu rücken: Das ist mehr als alle Kohlekraftwerke in den USA und mehr als die Emissionen Deutschlands.


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Bild: Maersk