Der italienische Architekt Stefano Boeri baut das erste begrünte Hochhaus der Schweiz.

Die Schweiz bekommt ihr erstes begrüntes Hochhaus. Der italienische Architekt Stefano Boeri hat das 117 Meter hohe Gebäude entworfen, das in Lausanne gebaut wird. Die Fassade des 36 Stockwerke umfassenden Hauses wird mit 100 Bäumen, 6.000 Sträuchern und 18.000 anderen Pflanzen begrünt. Der grüne Turm wird größtenteils für Wohnungen genutzt, aber auch Büro- und Geschäftsflächen sollen entstehen. Ein Panorama-Restaurant soll Besucher auf das Dach locken.

Grünes_HochhausVerschiedene Zeder-Arten aber auch Eichen, Ahorn und unterschiedliche Sträucher werden in riesigen Töpfen gepflanzt. Wasser erhalten die Pflanzen über ein fortschrittliches Selbstbewässerungssystem, das mit Regenwasser gespeist wird. Die überwiegend immergrünen Pflanzen sorgen für natürliche Klimatisierung des Gebäudes. Außerdem reinigen sie die Luft von Feinstaub, absorbieren CO2 und produzieren Sauerstoff. Dadurch trägt das Gebäude zur Luftverbesserung bei und wirkt der Erwärmung des Stadtklimas entgegen.

Boeri selbst hat diesem Projekt den Namen Tour des Cèdres gegeben. Ein ähnliches Projekt hat er in Mailand bereits verwirklicht. Dort stehen zwei Hochhäuser, eines mit 18, das andere mit 24 Stockwerken, deren Fassaden ebenfalls mit Bäumen und Sträuchern begrünt sind. Die beiden Häuser werden Bosco Verticale, also vertikaler Wald, genannt und wurden 2014 mit dem Internationalen Hochhauspreis ausgezeichnet.

Der Bau des Tour des Cèdres soll Ende 2016 oder Anfang 2017 beginnen, die Kosten dafür werden sich auf 200 Millionen Schweizer Franken belaufen. Der grüne Riese wird Teil eines komplett neu geplanten Stadtviertels sein und 2- bis 5-Zimmer-Wohnungen enthalten. Zielgruppe für die Wohnungen ist der gehobene Mittelstand, wie die verantwortlichen Bauunternehmer dem Wirtschaftsmagazin Bilan gegenüber erklärten.

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Bilder: Stefano Boeri

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