Forscher der Universität Wien wollten die Verbreitung von Fischlarven in der Donau untersuchen. Doch nachdem sich auffallend viele Plastikteile in den Fangnetzen verfangen hatten, verglichen die Wissenschaftler die Zahl der…

Forscher der Universität Wien wollten die Verbreitung von Fischlarven in der Donau untersuchen. Doch nachdem sich auffallend viele Plastikteile in den Fangnetzen verfangen hatten, verglichen die Wissenschaftler die Zahl der Plastikpartikel mit der Anzahl der Larven und stellten fest, dass erstere streckenweise sogar überwogen. Systematisch untersuchten sie von 2010 bis 2012 die Uferbereiche zwischen Wien und Bratislava.

Hochrechnungen ergaben, dass die Donau täglich etwa 4,2 Tonnen Plastik (173,6 Kilogramm/Stunde) ins Schwarze Meer transportiere. Das wäre mehr als die geschätzte Gesamtsumme des Plastikmülls im Nordatlantikwirbel. Der Großteil des Plastikmülls in der Donau – fast 80 Prozent – sei Industriemüll wie Plastik-Pellets oder Kügelchen; Der Rest stamme aus kommunalem Abfall.

Kunststoffproduktion: 280 Millionen Tonnen jährlich

Innerhalb der letzten 60 Jahre sei die Kunststoffproduktion von 1,7 Millionen auf 280 Millionen Tonnen im Jahr gestiegen. Plastikmüll stellt eine große Gefahr für Ökosysteme dar. Im Meer führen kleinste Plastikpartikel beispielsweise dazu, dass Fische oder Meeresvögel die Partikel aufnehmen und es zu Verletzungen im Verdauungssystem kommen kann oder die Tiere mit vollem Magen verhungern. Schließlich gelangt Mikroplastik über die Nahrungskette auch in den menschlichen Körper.

Das Problem der Plastikverschmutzung in den Meeren wird seit längerem thematisiert. Langsam weitet man die Forschung auch auf Seen und Flüsse aus. Die Untersuchung der Donau sei soweit bekannt die erste ihrer Art.

Siehe auch:

http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0269749114000475

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/muell-in-donau-mehr-plastik-als-fisch-a-957241.html

Bildquelle: pixabay.com/ http://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de

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