Ist Justin Trudeau doch nicht der Klimaretter, als der er sich auf der internationalen Bühne präsentiert?

Nachrichten die vom kanadischen Premierminister Justin Trudeau handeln, sind meist ziemlich positiv. Trudeau der Feminist, der gleiche Chancen und Möglichkeiten für Frauen und Männer einfordert, Trudeau der Inklusion propagiert und Flüchtlinge in Kanada willkommen heißt, Trudeau der sich für Umweltschutz und Nachhaltigkeit einsetzt und viele andere positive Eigenschaften und Handlungen zeigt. Doch plötzlich befürwortet genau dieser Politiker, dass sein Land weiterhin und verstärkt Öl fördern soll. Trudeau bezeichnet es als absolut selbstverständlich, dass ein Land, das über so große Ölvorkommen wie Kanada verfügt dieses Öl nicht einfach im Boden belassen kann.

Die Förderung der Vorkommen schafft Arbeitsplätze und bringt Einnahmen. Rund 173 Milliarden Barrels sind es, die das nordamerikanische Land fördern könnte, doch wenn diese Menge Öl auch verbrannt wird, bedeutet das enorme Mengen an CO2-Emissionen. Oil Change International hat berechnen, dass das kanadische Öl alleine 30 Prozent der CO2 Emissionen verursachen würde, die wir weltweit noch produzieren können, ohne die bei der Klimakonferenz in Paris gesetzte Grenze von 1,5 Grad Erwärmung zu überschreiten.

Wird das Öl wirklich gefördert und verwendet stellt ein Land, das rund ein halbes Prozent der Weltbevölkerung stellt, Anspruch auf ein knappes Drittel des weltweiten Emissionsbudgets, das man in Paris gesetzt hat. Kanada hat bei der Klimakonferenz nicht nur seine Unterstützung zugesagt, sondern aktiv an den Plänen mitgearbeitet.

Bereits letztes Jahr hat die kanadische Regierung unter der Führung von Justin Trudeau ihre Unterstützung für ein Projekt zugesagt, das scherwiegende Umweltauswirkungen hätte. Die Zusage für das LNG Projekt, bei dem 19 Millionen Tonnen gefrorenes Flüssiggas an asiatische Märkte geliefert werden sollte, wurde an knapp 200 Bedingungen geknüpft. So verlangte die Regierung etwa, dass man die jährlichen Treibhausgas-Emissionen auf 4,3 Millionen Tonnen per Jahr beschränken müsse, dieser Wert liegt rund 20 Prozent unter dem Wert, den das Projekt selbst veranschlagt hatte. Doch Bedingungen hin oder her, die Zusage war auf jeden Fall ein Warnsignal an die vielen Umweltschutzorganisationen und -bewegungen in Kanada. Ihnen hatte Trudeau im Wahlkampf noch versprochen Millionenbeträge in die Entwicklung sauberer Technologien zu investieren.

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