Was davon kann man wie in den Alltag integrieren?

Letzte Woche habe ich die 12 Permakultur-Prinzipien bereits ein bisschen beschrieben. Aber man kann sie nicht nur auf die Landwirtschaft, sondern auf alle Aspekte des Lebens anwenden. Wie genau das möglich ist, möchte ich heute und hier aufzeigen. Es sind jedoch lediglich ein paar Inspirationen, die noch kreativ auf weitere Aspekte des Lebens ausgeweitet und interpretiert werden können.

Die ersten sechs Prinzipien fokussieren eher auf Hilfsmittel für die persönliche Entwicklung und die grundlegende Struktur des Alltags, wobei die weiteren sechs sich mehr auf langfristigere Lebens-Planung und -Gestaltung beziehen.

Persönliche Struktur des Alltags

Prinzip 1: Beobachte und interagiere

Kommt man zum Beispiel in eine neue Gruppe oder lernt neue Menschen kennen, kann es hilfreich sein, erst mal dem anderen zuzuhören, Dynamiken zu beobachten und dementsprechend gezielter zu reagieren. Oder aber auch bei diversen Projekten, die man startet macht das Prinzip des Beobachtens der bestehenden Begebenheiten und Ressourcen, Talente und Fähigkeiten bevor man etwas beginnt meist sehr viel Sinn.

Prinzip 2: Sammle und speichere Energie

Auch auf die eigene Körperenergie kann ähnlich geachtet werden. Investiert man die Energie in Dinge, Personen, Projekte, wo man keine Energie wieder zurückbekommt, dann muss aus anderen Quellen (Essen, Erholung, andere Menschen, etc.) wieder Energie bekommen um weitergehen zu können. Emotionale Belastungen kosten oft auch unnötig viel Energie. Kann man sie jedoch auflösen, wird diese frei und kann für andere Dinge verwendet werden. Auch die Räume in denen man sich aufhält können Energie rauben oder erhalten.

Meditation

Energie kann aber auch in Form von erworbenen Gegenständen gesehen werden. Hier geht es hauptsächlich darum, die Energie die man investiert hat um Geld zu verdienen, sinnvoll umzuwandeln und für Dinge oder Leistungen einzusetzen, die auf andere Art wieder Energie geben oder Aufwände erleichtern.

Prinzip 3: Erwirtschafte einen Ertrag

Im Leben ist es meist viel erfüllender, wenn man sich um Projekte und Aufgaben annimmt, die einem sowohl im Moment Freude bereiten, als auch langfristig, nachhaltig sich positiv auf die Stimmung auswirken. Hat man nur die kurzfristige oder nur die langfristige Freude oder Zufriedenheit vor Augen, kann die dauerhafte Motivation sehr schnell schwinden.

Prinzip 4: Wende Selbstregulierung an und lerne aus dem Feedback

Auswirkungen und Feedback von allen Aktivitäten, die man macht zu beobachten und darauf zu achten, mehr von dem zu tun, das einem gut tut, und weniger von dem zu tun, das einen schwächt, wirkt wie eine „Na-no-na-ned“-Aussage, wird aber dennoch von vielen Menschen im Alltag vergessen oder ignoriert. Dies kann sich auf Arbeit, Menschen, Orte, Hobbies, Verhaltensweisen und noch viel mehr beziehen.

Prinzip 5: Nutze erneuerbare Ressourcen und Leistungen

Verbindungen, die von sich heraus eine Win-Win Situation erschaffen, können im zwischenmenschlichen als erneuerbare Ressourcen und Leistungen gesehen werden. Man bekommt Hilfe von jemandem (Mensch, Tier, Pflanze, Ort, etc.), dessen größte Freude es ist, das zu tun womit man Hilfe benötigt.

teamwork

Prinzip 6: Produziere keinen Abfall

Produziere keinen Abfall ist eine sehr klare Aussage darüber, was zu tun ist. Und im Grunde sollte dies tatsächlich das Ziel sein. Menschen haben früher tatsächlich so gelebt, dass kein Abfall produziert wurde, und alles was produziert wurde, wieder gut im Kreislauf gehalten werden konnte. Dies bezieht sich nicht nur auf Bio-Abfall, Verpackungsmaterial, Spielzeug, Geräte und Baumaterial, sondern auch auf den Kreislauf der Ausscheidungen.

Lebens-Planung und -Gestaltung

Prinzip 7: Gestalte zuerst Muster und dann Details

In dieses Prinzip fällt vor allem der Aspekt, im Groben sich zu überlegen, was man im Leben erreichen will, und erst dann mit den konkreten Schritten auseinander zu setzen, wie man dort hin möchte. Überlegt man nur, was man als nächstes machen könnte von den 10 Dingen, die vor einem liegen, kann es leicht passieren, dass man seinem Ziel nicht wirklich näher kommt.

Prinzip 8: Integrieren statt ausgrenzen

Wie kann man sich eine Umwelt gestalten, wo die einzelnen Teile einander stützen anstatt sich negativ auszuwirken? Hier geht es vor allem darum, sich die Situationen und Menschen genauer zu betrachten, die in irgendeiner Form eine Abwehrhaltung auslösen. Meist kostet das Bekämpfen und Verdrängen dieser Auslöser mehr Energie, als sie aufzulösen und dadurch möglicherweise neue nährende Beziehungen aufzubauen oder in sein Leben zu lassen. – Gestärkte Beziehungen stärken das gesamte System.

Baum

Prinzip 9: Nutze kleine & langsame Lösungen

Projekte und Entwicklungen (persönliche und andere) brauchen meist länger als man glaubt. Kurzfristige Lösungen auf Probleme sind dabei nur ein Verschieben des Problems auf später. Langsame Lösungen können auch über mehrere Generationen gedacht sein, wie z.B. das Aufforsten der Wälder, oder auch der Wieder-Aufbau von kleinen, lokalen Gemeinschaften. Lässt man hier der Entwicklung seine Zeit, können sich stabilere Verbindungen aufbauen.

Prinzip 10: Nutze & schätze die Vielfalt

Nicht nur die Vielfalt der Pflanzen, sondern auch die Vielfalt der Menschen kann Resilienz bewirken. Jeder von uns hat andere Talente, die in Kombination besser genutzt werden können und somit Stabilität im System bewirken. Lernt jeder nur das gleiche, oder umgibt man sich z.B. nur mit Menschen, die die gleiche Ausbildung genossen haben, und steht dann vor einem Problem, kann es entweder jeder oder niemand lösen. Auch unterschiedliche Kulturen können neue Sichtweisen auf ein Problem eröffnen um somit eine Lösung zu ermöglichen.

Prinzip 11: Nutze Randzonen und schätze das Marginale

Randzonen gibt es auch in der Gesellschaft. Gerade dort entwickeln sich meist besonders viele unterschiedliche Sichtweisen und Erfahrungen, die wertvoll und immer wieder sogar essentiell für die Lösung von Problemen ist. Hier können neue Möglichkeiten erforscht und erprobt werden, die zum Gesamtwachstum beitragen können.

Jugend und Alter

Prinzip 12: Nutze & reagiere kreativ auf Veränderung

Das Leben besteht aus Veränderungen. Wir kommen als Baby auf diese Welt und wachsen ständig weiter. Und jeder Schritt in der eigenen Entwicklung bringt neue Möglichkeiten (neben Dingen, die man aufgeben muss). Kann man diese annehmen anstatt gegen sie anzukämpfen, setzt man seine eigene Energie viel effizienter ein, um der Gemeinschaft zu dienen. Jede Veränderung birgt das Potential für Erneuerung, Resilienz und Heilung.

Fazit

Diese Prinzipien auch auf mein Leben anzuwenden, hat mir sehr viel Orientierung und neue Möglichkeiten eröffnet. Sie hilft mir, mein Leben, meinen Energiehaushalt und meine Freude zu verstärken und zu bereichern, und unterstützt mich, wenn ich bei Fragen und Herausforderungen anstehe. Gleichzeitig ist es mir wichtig, diese Prinzipien nur als Orientierung, nicht aber als starres Regelwerk an Vorschriften zu sehen, was mir Raum für Flexibilität ermöglicht.

 

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Bildquellen:

Beitragsbild: pixabay.com // 3194556
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Jugend und Alter: pixabay.com // geralt


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