Verpackungschips
Verpackungschips
Wie aus klassischen Verpackungschips aus Styropor und Stärke wertvolle Bestandteile für Akkumulatoren werden.

Jeder der sich schon mal etwas schicken hat lassen, kennt wahrscheinlich die kleinen Styroporchips und auch die etwas umweltfreundlichere Alternative aus Pflanzenstärke. Diese werden massenhaft verwendet beim Versand von empfindlichen oder leicht zerbrechlichen Gegenständen, da sie sehr leicht sind, aber das Transportgut dennoch gut schützen. Nur was macht man mit diesen Chips, wenn die Gegenstände einmal ausgepackt sind? Meistens werden sie weggeworfen und landen auf Deponien, wo sie nur sehr langsam verrotten. Doch an der Purdue Universität im US-Bundestaat Indiana hat ein Forscherteam eine Methode gefunden, diese Chips zu recyclen.

Das Team um Professor Vilas Pol macht aus den Schaumstoffteilen Kohlenstoffelektroden für wiederaufladbare Lithium-Ionen-Akkus, die leistungsfähiger sind als herkömmliche Graphitelektroden. Den Einfall, die Verpackungschips umweltfreundlich wiederzuverwenden, hatten die Forscher, als sie ein neues Labor einrichteten, denn fast alle Geräte wurden in Verpackungen mit Styropor- oder Stärkechips geliefert.

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Es gelang ihnen, aus den Chips Kohlestoffnanopartikel herzustellen und daraus besonders dünne Anoden zu machen. Setzt man diese in Akkus ein, können sie viel schneller geladen werden als andere Elektronenakzeptoren. Dazu werden die Verpackungschips in einer inerten Atmosphäre auf 500 bis 900 Grad Celsius erhitzt. Aus diesem Prozess erhält man das Material, das die Wissenschaftler als Anode in den Akkus verwenden. Der Prozess ist kostengünstig, eignet sich für die Massenproduktion und die Verpackungschips werden auf umweltfreundliche Art wiederverwendet. Im Test haben sich die Kohlenstoffelektroden als sehr stabil erwiesen, bei 300 Lade- und Entlade-Vorgängen war kaum ein Kapazitätsverlust festzustellen.

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Titelbild: Alex Flury, Wikimedia

Grafik: Purdue Universität

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