In der Eierproduktion werden männliche Küken als Abfallprodukt betrachtet, doch damit könnte nun Schluss sein.

Vereinfacht dargestellt, kann man sagen, es gibt zwei Arten von Hühnern. Zum einen gibt es Hühnerarten die gezüchtet und gehalten werden, weil sie viele Eierlegen. Wer allerdings keine Eier legt, sind natürlich die Hähne, sie sind hier also sozusagen unbrauchbar. Die andere Art von Hühnern sind die Rassen, die schnell wachsen und deshalb wegen ihres Fleisches aufgezogen werden. Die Hähne, die für die Eierproduktion vollkommen unnütz sind, werden leider auch in der Fleischproduktion als uninteressant betrachtet. Die Rassen, die zum Eierlegen gehalten werden, wachsen nämlich viel langsamer als die Fleischrassen, sie zu mästen bis sie groß genug sind, käme fleischproduzierenden Betrieben also viel zu teuer. Aus diesem Grund ist es leider gängige Praxis, die männlichen Küken nach dem Schlüpfen zu töten.

Dieses Töten der sogenannten Eintagsküken geschieht noch dazu oft auf äußerst grausame Art und Weise, sie werden bei lebendigem Leibe geschreddert. Um die Tötung dieser Hähne zu vermeiden, müsste schon vor dem Ausbrüten des Eies bestimmt werden ob ein männliches oder weibliches Küken daraus schlüpfen wird. So kann man die männlichen Eier aussortieren und gar nicht erst ausbrüten. Methoden zur Geschlechtsbestimmung gab es schon seit einiger Zeit, aber keine davon war praxistauglich. Doch nun hat man an der Universität Leipzig ein Verfahren entwickelt, das sich für die Praxis eignet. Außerdem lässt es sich offensichtlich kostengünstig durchführen.

Bei Rewe und Penny in Berlin gibt es nun Eier zu kaufen, in deren Produktionsprozess kein männliches Küken sterben musste. Die neue Methode, mit der diese Eier untersucht wurden, nennt sich selEGGt und entsprechend getestete Eier sind unter dem Namen RespEGGt und mit einem eigenen Gütesiegel in Berliner Rewe und Penny-Märkten zu finden. Der Preis pro Sechserpackung ist nur um zehn Cent höher als der von anderen Eiern. Bald will Rewe das Angebot von Berlin auf ganz Deutschland ausweiten.


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Bild: Pexels

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