Warum wir noch immer Eier aus „Legebatterien“ essen und warum Freiland nicht Bio bedeutet.

Bei den Hühner-Eiern sind wir uns alle einig. Aus Freilandhaltung müssen sie sein, und wenn wir sie zum Frühstück verputzen dann auch gleich Bio-zertifiziert. Aber wo liegt hier eigentlich der Unterschied? Bedeutet Freiland nicht eigentlich ohnehin Bio? Und wenn wir soviel wert auf Bio legen, warum verzehren wir dann trotzdem noch Eier aus Bodenhaltung oder sogar Eier aus der abgeschafften Käfighaltung?

Laut Statistik Austria werden in Österreich pro Nase 239 Eier im Jahr konsumiert. Nur 12% der insgesamt 6,7 Millionen Eier die in Österreich für den Markt produziert werden sind Bio zertifiziert. Der größte Anteil mit 63% kommt noch immer aus Bodenhaltung. Bei der Haltung der Tiere werden große Unterschiede gemacht, auf die sollte beim Kauf acht gelegt werden.

Fotocredit: Mira Nograsek // In Österreich gibt es die Auswahl zwischen Bodenhaltung-, Freilandhaltung- und Bio-Eier.

Bio, Freiland oder Bodenhaltung

In  Österreich werden in drei verschiedenen Legehaltungs-Arten unterschieden: Bodenhaltung, Freilandhaltung und Bio-Freilandhaltung. Hühner, die in sogenannter Bodenhaltung leben, müssen einen Quadratmeter mit 8 anderen Hennen teilen. Dasselbe gilt auch für Hühner aus Freilandhaltung, mit der Ausnahme, dass diese auch Auslauf nach draußen bekommen und einige Sitzstangen zur Verfügung gestellt bekommen. Die Bio-Freilandhaltung ist die tierfreundlichste Art, um Hühner zu halten. Im Stall dürfen pro Quadratmeter maximal 7 Hühner leben. Außerdem sind zusätzlich 4m² Auslauf pro Henne zu gewährleisten. Die Bio-Freilandhühner bekommen ausschließlich Bio-Futter und ihnen werden keine prophylaktischen Medikamente verabreicht, wie das bei der anderen Form der Hühnerhaltung üblich ist. Zu beachten ist daher: Bio-Eier kommen also automatisch aus Freilandhaltung, konventionelle Freiland-Eier sind aber nicht automatisch Bio.

Auswirkungen auf die Umwelt

Wir sprechen hier nicht nur von Tierleid oder Tierschutz, sondern eben auch was wir unserer Umwelt und Gesundheit damit antun. Die Futtermittelproduktion hat einen erheblicher Einfluss auf die Umwelt. Die Düngemittel, meist umweltbelastende Pestizide, die dafür verwendet werden schaden uns Menschen, wie auch nachhaltig dem Boden.  Laut einer britischen Studie weisen Eier aus Freilandhaltung sogar 30% mehr Vitamin D auf als Eier aus Bodenhaltung.

Was können wir tun?

Die Auswahl im Supermarkt ist groß, wem Artgerechte Tierhaltung und die Umwelt am Herzen liegt, sollte aber unbedingt zu Bio-Freilandeiern greifen. Diese sind übrigens auch erkennbar an dem Code, der den Eiern aufgedruckt wird:

  • 0 = Biologische Haltung

  • 1 = Freilandhaltung

  • 2 = Bodenhaltung

  • 3 = Käfighaltung

Die Käfighaltung, die sogenannte „Legebatterie“ ist zwar seit 2009 gesetzlich abgeschafft, trotzdem konsumieren wir noch immer weitaus mehr dieser Eier als uns lieb ist. Viele Lebensmittel enthalten „versteckte Eier“, bei denen keine Kennzeichnung geboten wird. Kommen Produkte beispielsweise aus dem Ausland, sind mit hoher Wahrscheinlichkeit Eier aus Käfighaltung darin vorzufinden. Auch in Restaurants oder im Schnellimbiss ist Vorsicht geboten. Wenn man sich unsicher ist, am besten direkt beim Personal nachfragen, woher die Eier bezogen werden. Alleine das Nachfragen kann schon viel bewirken. „Woher beziehen Sie eigentlich ihre Eier?“ „Sind die Eier die Sie dafür verwenden aus Bio-Freilandhaltung?“. Ich bin überzeugt davon, dass diese Fragen zum Nachdenken und vielleicht sogar zum Umdenken anregen. Bei Keksen, Nudeln, Fertigprodukten, Mehlspeisen und anderen Lebensmittel aus dem Supermarkt sollte man genau die Inhaltsstoffe studieren. Am besten zu Produkten ohne Eier greifen (das ist zum Beispiel bei Nudeln sehr einfach) oder auf Bio-Kekse, Bio-Bäckerei und ähnliches zurück greifen. Oder wie wäre es einfach mal das Eier-Konsumverhalten zu ändern? Nur noch zwei statt vier Eier die Woche zu essen?

Fotocredit: Mira Nograsek // Hühner die in Freilandhaltung leben bekommen Auslauf nach draußen und Sitzstangen.

Es gibt übrigens ganz herrliche Alternativen zu Eier, diese findet ihr unter folgenden Artikel. Auch jetzt zur Weihnachtszeit kann man ganz einfach auf Eier in Keksen verzichten. Folgende Weihnachtskeks-Rezepte sind vollkommen Ei-los und schmecken noch dazu köstlich:

Fazit

Wir als KonsumentInnen haben die Wahl, jedes Mal wenn wir den Supermarkt betreten, immer wenn wir im Restaurant sind oder auf der Straße einen Imbiss kaufen. Wir wählen, was wir in Zukunft weiterhin gerne zur Auswahl hätten. Die bewusste Wahl Bio-Freilandeier, den Bodenhaltungseier und den konventionellen Freiland-Eiern vorzuziehen, ist der erste Schritt in die richtige Richtung um unsere Tiere, als auch unsere Umwelt zu schützen. Genauso nützlich ist das Nachfragen im Restaurant, wenn man mal eine Eierspeise, oder ein paar Eiernockerln bestellt. Vielleicht sollten wir das Ei nicht mehr als Lebensmittel, sondern vielmehr als eine Art Luxusprodukt sehen, dass wir nur noch zu speziellen Anlässen konsumieren. 

Quellen und weitere nützliche Links:


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