Schmuck
Schmuck
Alternativen zu schädlichem Modeschmuck.

Nach Funden von erhöhten Blei- und Cadmiumwerten in Modeschmuck sollte man über nachhaltige Alternativen nachdenken. Schadstofffreie Schmuckstücke, die zudem noch umweltfreundlich und sozial sind, gibt es aus Holz oder Tagua.

Das Outfit steht – schnell noch den passenden Schmuck kaufen! Da ist Modeschmuck praktisch, er ist günstig und man kann jeden Trend mitmachen. Leider ist nicht alles gut, was glänzt: Das Deutsche Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit(BVL) kritisierte erst letzten November auf einer Pressekonferenz die Funde von Blei und Cadmium oberhalb der Grenzwerte in Stichproben von Modeschmuck. Das Jahr zuvor wurde bereits auf erhöhte Nickelgehalte aufmerksam gemacht. BVL-Präsident Tschiersky kommentiert: “Die Hersteller und Importeure von Modeschmuck müssen eindeutig mehr tun, um Gesundheitsrisiken zu vermeiden.”

32 von 262 Proben preiswerten Modeschmucks wiesen erhöhte Bleiwerte auf, 26 Proben überschritten die Cadmiumwerte. Dabei kann die längerfristige Aufnahme der Schwermetalle, die auch über die Haut in den Körper gelangen können, zu ernsthaften Erkrankungen führen. Blei schädigt beispielsweise das Nervensystem, Cadmium greift u.a. Nieren und Knochen an. Da sollte man zweimal überlegen, ob man sich billigen Modeschmuck zulegen soll, zumal dieser auch häufig schnell kaputt geht oder die Farbe abblättert o.ä. Auf jeden Fall sollte man darauf achten, dass er nicht in die Hände von Kleinkindern gerät. Das Verschlucken blei- oder cadmiumhaltiger Schmuckstücke kann zu tödlichen Vergiftungen führen.

Schmuck aus Holz

Zu billigem Modeschmuck gibt es nachhaltige, langlebige und schöne Alternativen aus Naturmaterialien, wie etwa Schmuck aus Holz. In dem Bereich gibt es viele Anbieter. Stellvertretend stellt etwa NatureCraft Holzschmuck in Österreich her. Hier wird Wert auf Nachhaltigkeit und Regionalität gelegt. Zusätzlich sind die Produkte tierlederfrei. Die Hölzer, die alle aus Österreich stammen, werden anstatt mit Chemie mit Naturölen versiegelt. Dabei werden Schnittreste aus dem Wald, von Obstbäumen oder Treibhölzer aus Tiroler Gewässern verwendet. Ein anderes Beispiel für die Schmuckherstellung aus Holz in Österreich ist Astwerk.  Hier werden hauptsächlich heimische Holzarten aus der Gegend von Deutschlandsberg verwendet.

Schmuck aus Tagua-Nuss

Eine andere sehr schöne nachhaltige Alternative ist Schmuck aus der Tagua-Nuss, auch Steinnuss oder Corozonuss genannt. Es ist der Samen einer Palme, die vor allem in Ecuador und anderen Ländern Südamerikas vorkommt. Die natürliche Cremefarbe, Härte und Aussehen der Tagua sind dem Elfenbein sehr ähnlich, womit sie auch noch eine tierfreundliche Alternative zu diesem bietet.

Ein Beispiel für ein Projekt rund um Tagua ist beispielsweise Green Age. Neben weiteren interessanten Materialien für die Schmuckherstellung, wie etwa Orangenschalen, setzt der Hersteller zusätzlich auf nachhaltige Verpackungen aus FSC-Papier. Green Age setzt sich für sozioökonomisch benachteiligte Frauen in der kolumbianischen Stadt Cali ein. Sie profitieren von ausgezeichneten Arbeitsbedingungen und fairen Löhnen. In Österreich gibt es bisher einen Händler in Leonding. Außerdem gibt es die Produkte in folgenden Online-Shops: Ruxan und Amikazzo. Schmuck aus Tagua findet man auch unter www.naturreich.net und www.nayanayon.com.

Quelle: Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit: Blei und Cadmium in Modeschmuck. 30.11.2016. http://www.bvl.bund.de/DE/08_PresseInfothek/01_FuerJournalisten/01_Presse_und_Hintergrundinformationen/01_Lebensmittel/2016/2016_11_30_PI_Jahrespressekonferenz_2016.html?nn=1401276 (zuletzt geöffnet: 09.01.2017).
Bild: Kette aus Tagua von Green Age, © Martina Liel

ProfilMartina Liel ist Germanistin (M.A.) und arbeitet seit 2009 als freie Texterin und Autorin mit den Schwerpunkten Nachhaltigkeit und Healthcare. Seit 2013 bloggt sie über ein Leben mit Endometriose, einer chronischen Erkrankung, bei der ein nachhaltiger und gesunder Lebensstil eine wesentliche Rolle spielt.