Douglas Rushkoff erklärt, warum man nicht immer das neueste Smart Phone braucht.

Der amerikanische Medienwissenschaftler und Autor Douglas Rushkoff hat auf der Website des Online Magazins Digital Trends einen äußerst lesenswerten Artikel veröffentlicht. Thema des Artikels ist das vermeintliche Bedürfnis vieler, immer das neueste Smart Phone besitzen zu müssen. In seinem Text reflektiert er darüber, was dieser Trend eigentlich für Auswirkungen auf die Umwelt und Gesellschaft hat. Auf teilweise amüsante Weise, oft aber auch erschütternd, macht er dem Leser bewusst, welche Konsequenzen mit der Anwendung von Smart Phones und vor allem dem häufigen Umstieg auf ein neueres, „besseres“ Modell verbunden sind.

Rushkoff meint, die letzten Enttäuschungen am Smart Phone Markt (keine nennenswerten Verbesserungen beim neuen iPhone, explodierende Samsung Telefone) hätten die Absurdität des Konkurrenzkampfes deutlich machen sollen, dennoch werden weiterhin zahlreiche einwandfrei funktionierende Telefone gegen neuere Modelle eingetauscht. Viele sehen den Besitz des neuesten Modells als eine Art Statussymbol. Laut Rushkoff sagt der Besitz des neuesten Modells aber nur, dass man sich dazu verleiten hat lassen, einem Objekt höheren Wert beizumessen, als dem Einfluss, den es auf Umwelt oder Arbeitsbedingungen hat. Verleitet wurde man durch zahlreiche Posts und Kommentare in sozialen Medien, durch glorifizierenden Erfahrungsberichte und Fotos.

Doch glorifizieren sollten wir eigentlich die Telefone, die unsere Ansprüche erfüllen und nicht nach spätestens einem Jahr ersetz werden müssen. Wir sollten uns bewusstmachen, dass die Produktion und der Vertrieb von Smart Phones unglaubliche Mengen an Energie verbraucht, während gleichzeitig riesige Mengen Elektroschrott auf Deponien in Entwicklungsländern landen. Würde man alte Telefone recyceln, würde man zwar mehr Energie benötigen, doch zumindest landet so keine gefährlichen, giftigen Stoffe auf Deponien.

Und dann sind da natürlich noch die seltenen Minerale und Metalle, die in Smart Phones (und anderen Geräten) verarbeitet werden, deren Gewinnung schwerwiegende Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft hat. Wie oft denken wir daran, dass die Menschen die diese abbauen oft wie Sklaven behandelt werden, dass es sich dabei oft um Kinder handelt, dass die Arbeiter die diese Stoffe abbauen oft schwerwiegende gesundheitliche Schäden erleiden?

Rushkoff meint, der verantwortungsvolle Konsument sollte beginnen sich zu wehren und von den Produzenten verlangen, dass sie anstatt ständiger vermeintlicher Neuerungen auf Langlebigkeit setzen sollen. Schließen sich genügend Menschen zusammen und verweigern in diesem Kreislauf der vermeintlichen Neuerung und Verbesserung der Technologie teilzunehmen, hätten wir laut Rushkoff eine Chance, wirklich etwas zu bewegen und die Hersteller zum Umdenken zu zwingen.

Douglas Rushkoffs vollständigen Artikel könnt ihr hier nachlesen.

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