Kinder lernen Energie zu sparen, Fotocredit: Ulrike Göbl
Kinder lernen Energie zu sparen, Fotocredit: Ulrike Göbl
Wir verbrauchen die jährlich nachwachsenden Energieressourcen jedes Jahr schneller – daher ist es umso wichtiger Energie zu sparen. Und je jünger man das lernt, desto besser!

Das Thema Energie sparen ist bei uns daheim in irgendeiner Form immer präsent. Die Kinder werden langsam selbständiger und wollen vieles alleine machen. Dann rinnt schon mal das Wasser länger aus dem Hahn, alle Lichter werden gleichzeitig aufgedreht oder die Kühlschranktür steht offen. Ich möchte ihnen von klein auf lernen, wie man Energie sparen kann und auch, warum das eigentlich so wichtig ist. Hier habe ich meine besten Tipps aufgeschrieben:

Kindergerecht erklären – warum wir Energie sparen sollten

Das ist gar nicht so einfach, verstehen sie doch nicht einmal, was Energie eigentlich ist. Manche Energie kommt aus der Steckdose und treibt den Staubsauger an. Andere wiederum kommt auch über Stromleitungen und erzeugt Licht, wenn man den Schalter bedient. Und Wasser hat auch Energie und ist eine wertvolle Ressource für Mensch und Tier.    (Da Kinder sehr gut mit Tieren mitfühlen, ist es am einfachsten die Auswirkungen auf vom Aussterben bedrohte Tierarten zu erklären.)

Wir haben auch eine Weltkarte und ich habe erklärt, dass die Menschen jedes Jahr eine bestimmte Menge an Rohstoffen zur Verfügung haben, die wieder nachwächst. Leider ist es momentan allerdings so, dass wir viel zu verschwenderisch sind und diese Rohstoffe viel zu früh aufbrauchen. In den letzten Jahren war der Tag immer irgendwann im August, also knapp nach der Hälfte des Jahres. Zum Vergleich: 1971 war der Tag noch Ende Dezember und selbst 1990 noch Anfang Dezember. Wir verbrauchen also immer schneller immer mehr und müssen diese Entwicklung stoppen beziehungsweise umkehren. Höchste Zeit, die Umwelt zu schonen.

 

Große Aktionen

Bevor ich zu den kleinen Energiespartipps im Alltag komme, habe ich noch ein paar größere Ideen, die man mit Kindern umsetzen kann. Eine davon ist ein stromfreier Tag. Versucht man gemeinsam mit den Kindern einen ganzen Tag lang keinen Strom zu verbrauchen (abgesehen vom Kühlschrank), lernen sie am besten zu verstehen, was Strom eigentlich ist und macht. (Tipp: Zeit in der Natur kostet keinen Strom und hat so viele andere Vorteile)

Haben Kinder das Prinzip verstanden, kann man auch kleine Wettbewerbe in Energieeffizienz organisieren. Das klappt zum Beispiel durch Stoppen der Zeit beim Duschen oder ähnlichem. 

Energiespartipps für Kinder

Lernen Kinder von klein auf sparsam mit unseren Ressourcen umzugehen, ist das langfristig besser, als eine Umgewöhnung im Erwachsenenalter. Und natürlich werden schon dadurch Rohstoffe gespart. Mit ein paar einfachen Tipps kann man zuhause im Kleinen anfangen, alle gemeinsam. Und spart dabei sogar noch Geld.

  • Pullover anziehen
    Im Winter muss man nicht im T-Shirt und ohne Socken daheim herum laufen. Socken und Pulli anziehen statt die Heizung rauf zu drehen. Jedes Grad weniger Raumtemperatur spart viel Heizenergie. (Die empfohlene Raumtemperatur liegt übrigens je nach Empfinden zwischen 18 und 21 Grad Celsius.)
  • Abschalten statt Stand-by
    Geräte wie Computer, Fernseher etc. immer durch drücken auf den Aus-Knopf ausschalten. Viele Geräte wechseln automatisch auf den Stand-by-Betrieb und verbrauchen dabei weiter Strom. 
  • Den Hahn zu drehen
    Kinder spielen gerne mit Wasser und ich verstehe das. Bis zu einem gewissen Grad beziehungsweise in Ausnahmefällen darf auch bei uns gepritschelt werden. Aber im Alltag wird das Wasser abgedreht während die Hände eingeseift oder die Zähne geputzt werden. Auch die Temperatur ist wichtig: um das Wasser zu wärmen, wird Energie verbraucht. Hier zählt ebenfalls jedes Grad beziehungsweise jeder Tropfen. 
  • Voll machen
    Im Haushalt mit zu helfen macht Spaß und hilft den Eltern. Dabei drücken Kinder vor allem gerne auf die Knöpfe, um die Geräte einzuschalten. Eine wichtige Lektion: ganz voll ist besser als halb voll! Schalte den Geschirrspüler erst ein, wenn er gefüllt ist. Das gilt auch für die Waschmaschine und den Trockner. Je seltener die Geräte laufen, desto mehr Energie sparst du.

Kinder lernen Energie zu sparen, Fotocredit: Ulrike Göbl

  • Lichter abdrehen
    Auch Lichtschalter werden unglaublich gerne von Kindern bedient. Irgendwann brennen dann alle Lichter, auch am Tag. Das habe ich meinen Kindern schnell gelernt: Licht gibt es nur, wenn es draußen finster ist. Und nur in Räumen, in denen sich auch jemand aufhält. 
  • Müll vermeiden und trennen
    Als Familie produzieren wir täglich mehr Müll als mir lieb ist, obwohl ich schon darauf achte, Produkte zu kaufen die wenig verpackt sind. Hier herrscht noch Optimierungspotenzial und ich erkläre den Kindern auch manchmal, warum wir lieber die große Packung nehmen, in der etwas in einem Stück verpackt ist, als die netten Portionspäckchen. Auch beim Müll trennen helfen sie fleissig mit und wollen den Müll immer in die verschiedenfarbigen Behälter werfen.
  • Duschen statt Baden
    Ein ausgiebiges Bad verbraucht um ein Vielfaches mehr Wasser als eine kurze Dusche. Ich muss dazu aber sagen, dass die Kinder Baden einfach lieben. Unsere Lösung lautet: weniger ist mehr! Es gibt ein lustiges Bad pro Woche (für zwei Kinder gleichzeitig, was wieder Ressourcen spart), dazwischen wird Katzenwäsche mit dem Waschlappen betrieben. Das klappt bei Kleinkindern sehr gut, muss ich natürlich überdenken, je älter sie werden.
  • Öffentlich oder Rad fahren
    Auto fahren verbraucht viele Ressourcen und die Abgase belasten die Umwelt zusätzlich. Wir fahren so oft es geht mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Fahrrad (beziehungsweise die Kleinste noch mit dem Laufrad).
  • Defekte Dinge reparieren lassen
    Manchmal wird etwas kaputt und finanziell lohnt es sich nicht, es reparieren zu lassen. Für die Herstellung von quasi allem wird allerdings auch Energie verbraucht, meist mehr, als für die Reparatur. Ich versuche also, öfter über meinen Schatten zu springen und lerne auch langsam, wie ich manches selbst reparieren kann. 

All diese Dinge wende ich selbst an und so lernen meine Kinder jeden Tag. Es mag nicht immer klappen, manchmal wird das Licht vergessen oder das aufwändig verpackte gekauft. Doch jedes bisschen hilft und wir arbeiten jeden Tag an uns. Tipps um in der Küche Energie zu sparen habe ich übrigens auch in diesem Artikel schon aufgeschrieben. Also, lasst uns gemeinsam mit unseren Kindern die Welt retten!

Quellen:
Bildung mit Energie, „So sparst du zuhause Energie“ 
Kindernetz, Mara Zach, „Tipps zum Energie sparen“ 
Overshootday 

Geolino.de, „Energiespartipps
Energieinitiative, Manfred Strecker, „So bringst du deinen Kindern bei, Energie und Geld zu sparen“ 

1 Kommentar

  1. Ich bringe meinen Kindern ebenfalls das Energie-Sparen bei. Dazu gehört, wie ich finde auch digitale Kompetenz. Was man tun kann, um beim Computer Energie zu sparen und wie man eine PC-Reparatur herauszögern kann zum Beispiel. Einfach mit dem, was wir haben gut und sparsam umzugehen.

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