Ein Projekt aus Österreich macht die Erzeugung von Windenergie hörbar.

Traditionelle Wikinger-Hörner produzieren Strom und sind gleichzeitig eine begehbare Kunstinstallation. Im Jänner 2010 schrieb LAGI (Land Art Generating Initiative) erstmals einen Designpreis aus, bei dem Architekten, Wissenschafter, Landschaftsarchitekten, Techniker und Künstler aufgerufen wurden, Konzepte einzureichen um den Anforderungen der Produktion von erneuerbarer Energie auf künstlerisch innovative Weise zu begegnen. Energie soll aus der Natur gewonnen werden, sauber in Elektrizität umgewandelt werden und in das vorhandene Stromnetz eingespeist werden. Das Projekt soll die natürlichen Gegebenheiten und das Ökosystem des Bauortes respektieren, es soll sicher und möglichst auch lehrreich für ein Publikum sein. Das sind kurz gesagt die Anforderungen des LAGI Designpreises, der alle zwei Jahre ausgeschrieben wird.

Im Jahr 2014 rief LAGI dazu auf, für Kopenhagen Kunstprojekte einzureichen, die saubere Energie produzieren und ins städtische Netz einspeisen können. Unter den 300 Einreichungen war auch ein spannender Vorschlag aus Österreich. Das von Laura Mesa Arango and Rafael Sanchez eingereichte Projekt Sound of Denmark sieht den Bau von zwölf riesigen, begehbaren Wikinger-Rufhörnern vor.

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In der Geschichte Dänemarks spielte Wind immer eine große Rolle, früher trieb er die Schiffe der Wikinger an, heute deckt Dänemark 28 % seines Energiebedarfs aus Windenergie. In den Hörnern, die aus Teilen von alten Schiffen konstruiert werden sollen, wird die Kraft des Windes in Energie umgewandelt, sie sollen aber auch den Klang des Windes hörbar machen. Der Wind tritt oben in die Hörner ein, treibt dort eine Turbine an und strömt in den weiten Teil der Hörner hinunter, wo er durch verschieden große Löcher wieder austritt und so Klänge erzeugt. Abgesehen von der Musik- und Klangproduktion, haben die Wikinger-Hörner die Kapazität 117MWh Strom pro Jahr zu erzeugen. Sound of Denmark kam zwar auf die Shortlist, gehört aber leider nicht zu den Gewinnern des Preises.

Bilder: Laura Mesa Arango, Rafael Sanchez Herrera

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