Photocredit: pixabay.com/jhfl
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Wie können wir lernen, mit den bevorstehenden Veränderungen besser umzugehen?

Überall scheinen gravierende Umbrüche sowohl jetzt als auch in naher Zukunft unvermeidlich. Diese Vorstellung kann durchaus angsteinflößend wirken. Es gibt aber Möglichkeiten, wie wir uns auf jegliche Veränderungen besser vorbereiten, oder wie wir damit besser umgehen können.

Wir Menschen tendieren dazu, Veränderungen kritisch zu begegnen, weil sie Risiko bedeuten. Und Risiko bedeutet, dass uns möglicherweise etwas negatives zustoßen könnte. Dadurch passiert es vielen von uns sehr häufig, dass wir die Augen gegenüber dem verschließen wollen, was sich im Wandel befindet.

Resilienz

Und hier kommt das Thema Resilienz ins Spiel. Resilienz ist die Fähigkeit, externe Störungen zu verkraften und sich davon nicht aus der Bahn werfen zu lassen. Diese Widerstandsfähigkeit können wir sowohl als Menschen lernen, als auch auf diverse andere Systeme anwenden. Egal ob es sich um Ökosysteme handelt, Wirtschaftssysteme, oder Organisationen.

Lebewesen, die in harschen Umgebungen wachsen können, sind meist wesentlich Resilienter als die, die geschützt wachsen und leben. - Photocredit: unsplash.com/@karim_manjra
Lebewesen, die in harschen Umgebungen wachsen können, sind meist wesentlich Resilienter als die, die geschützt wachsen und leben. – Photocredit: unsplash.com/@karim_manjra

Antifragilität

Der von Nassim Nicholas Taleb erfundene Begriff der Antifragilität beschreibt die Fähigkeit, externe Störungen nicht nur verkraften zu können und zum Ausgangszustand zurück zu kehren, sondern dadurch zu wachsen. Schon Friedrich Nietzsche sagte „Was dich nicht umbringt, macht dich stark“. Und genau dieses Phänomen können wir in vielen Bereichen der Natur und auch bei uns selbst ebenfalls beobachten.

Wenn wir unsere Muskeln trainieren, dann ist das zunächst eine Störung im Körper. Er wird herausgefordert, Leistungen zu bringen, die er nicht gewöhnt ist. Aber aufgrund dieser „Störung“ wird das System angeregt, Muskeln aufzubauen, um für das nächste Mal besser gewappnet zu sein.

Was tun?

Wie können wir uns also auf unbekannte Veränderungen vorbereiten? Welche „Muskeln“ können wir trainieren, um dem kommenden Wandel in so vielen Bereichen unseres Lebens besser gegenüberstehen zu können?

Taleb behauptet, dass Effizienz Menschen fragil macht. Wenn wir an allen Ecken und Enden reduzieren, um schneller und effizienter zu werden, kann es uns oder dem System den Kopf kosten, weil wir nicht auf bestimmte Eventualitäten vorbereitet sind. Ein historisches Beispiel hierfür sind etwa die unzureichenden Rettungsboote auf der Titanik. Gleichzeitig ist ein übermäßiges Anhäufen von Absicherungen ebenfalls nicht die Lösung.

Damit wir wirklich flexibel sein können, und auf unvorhergesehene Situationen reagieren können, bedarf es viel Training. - Photocredit: pixabay.com/Pexels
Damit wir wirklich flexibel sein können, und auf unvorhergesehene Situationen reagieren können, bedarf es viel Training. – Photocredit: pixabay.com/Pexels

Egal ob wir nun Resilienz oder Antifragilität anstreben: wichtig ist das regelmäßige Trainieren dieser Fähigkeiten. Hierbei können wir entweder darauf warten, bis unvorhergesehene „Störungen“ in unserem Leben oder in dem System auftauchen, das wir trainieren wollen. Oder aber, wir schaffen ein Umfeld, das auf den ersten Blick möglicherweise weniger effizient wirkt, dafür aber Raum für Training lässt.

Dies kann sein, dass wir etwa kein technisches Navigationsgerät mehr nutzen, und stattdessen Papierkarten oder wir uns die Route auf andere Arten einprägen. Dadurch trainieren wir unsere Orientierung und unser Gedächtnis, und sind besser darauf vorbereitet, wenn die Technik mal ausfällt oder nicht vorhanden ist.

In Organisationen etwa können Notfallübungen für unterschiedliche Bereiche geplant und in unregelmäßigen Abständen durchgeführt werden. Wichtig ist, dass es mit einem Mal alleine nicht getan ist. Es geht um ein stetiges Training dieser „Muskeln“.

Fazit

Zu Beginn kostet es oft Überwindung, weil wir uns einem augenscheinlichen Risiko aussetzen. Aber wie jedes andere Training kann auch Resilienz-Training durchaus erfüllend sein – egal ob wir diese Fähigkeit in einem Notfall tatsächlich brauchen oder nicht. Ich selbst suche immer wieder nach neuen Möglichkeiten, meine Resilienz und Antifragilität zu trainieren und zu steigern. Selbst wenn es nicht immer in dem Moment Spaß macht, so ist es doch am Ende sehr erfüllend und stärkend. Und mit jeder neuen Erfahrung wird es leichter, mich zu überwinden. Schließlich ist auch der Akt des Überwindens ein Muskel, den wir trainieren können.

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