Eine neue Turbinenart könnte das traditionelle Design von Windkraftanlagen ablösen. Das Besondere daran: Die Windturbinen funktionieren ganz ohne Rotorblätter und erzeugen stattdessen Energie durch Schwingungen.

Das globale Wachstum der Windenergie muss sich in den nächsten zehn Jahren verdreifachen, um Klimaneutralität zu erreichen, so die Vereinten Nationen. Traditionelle Windkraftanlagen haben jedoch Schwierigkeiten, einen wesentlichen Beitrag zu diesem Ziel zu leisten. Sie werden weithin dafür kritisiert, teuer, laut und schädlich für die Tierwelt zu sein. Die meisten dieser Probleme sind jedoch auf das traditionelle Design von Windmühlen zurückzuführen. Dieses Problem könnte eine neue Turbinenart lösen. Die Vortex Bladeless, ein Produkt des gleichnamigen spanischen Start-Ups, sind Windturbinen ganz ohne Rotorblätter. Sie erzeugen Energie durch Schwingungen.

Vortex Bladeless bezeichnet das innovative Design ohne Flügel als ökologische Windkraftanlage. Die Technologie nutzt die Energie des Windes durch Schwingungen – ohne Zahnräder, Bremsen oder Öl. Die phallusähnlichen Konstruktionen stehen im Wind und schwanken hin und her. Aeroelastische Resonanz wird dieses Prinzip genannt. Der Mitgründer von Vortex Bladeless, David Yáñez, wurde auf dieses Prinzip aufmerksam, nachdem er auf eine alte Aufnahme vom Einsturz der Tacoma-Narrows-Brücke gestoßen war. Nach deren Einsturz im Jahr 1940 wurde begonnen, bei der Konstruktion von Brücken die Dynamik zu berücksichtigen und Modelle im Windkanal zu testen. Die vom Wind ausgelösten Schwingungen können auch konstruktiv genutzt werden. Schließlich handelt es sich dabei um Energie, die mit einer Vortex Bladeless über einen Generator in Strom umgewandelt werden kann.

Die Windkraft-Pfosten ohne Rotoren sollen nicht nur sehr umweltverträglich sein, sondern auch keinen Lärm erzeugen und keine Gefahr für Vögel oder andere Tiere darstellen. Zudem kann mit einer solchen Anlage Strom vor Ort erzeugt werden. Damit kann es auch mitten in Wohngebieten eingesetzt werden und auch als Ergänzung zu alternativen Energieforme wie Sonnenkollektoren dienen. Ein weiterer möglicher Standort, an dem konventionelle Windräder nicht errichtet werden können wäre am Rand von Autobahnen um den Fahrtwind zu nutzen.

Ob die Idee angenommen wird, scheint allerdings fraglich. Seit mehreren Jahren arbeiten die Spanier an der Umsetzung ihrer Idee. Geplant war eine zwölf Meter hohe Variante, die vier Kilowattstunden leisten kann. Ein zweites, noch größeres Modell, sollte sogar ein Megawatt schaffen. Bisher hat das Unternehmen erst eine 2,75 Meter hohe Pilotanlage konstruiert.


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Bild: Vortex Bladeless