Leder ist aufgrund seiner Widerstandsfähigkeit beliebt. Aus Pilzen könnte ein ähnliches Matieral künftig auch nachhaltig sowie vegan produziert werden. Fotocredit: © Pexels/Pixabay
Leder ist aufgrund seiner Widerstandsfähigkeit beliebt. Aus Pilzen könnte ein ähnliches Matieral künftig auch nachhaltig sowie vegan produziert werden. Fotocredit: © Pexels/Pixabay
Leder gilt als besonders robustes, aber ethisch bedenkliches Material für Kleidung und Schuhe. Selbst die Herstellung von Kunstleder benötigt den Einsatz von Chemikalien. Pilze könnten die nachhaltige Grundlage für die künftige Produktion von lederartigen Materialien darstellen.

Pilze scheinen in der DIY-Szene und in der nachhaltigen Landwirtschaft gerade so richtig Einzug zu halten. Während die einen köstliche Bio-Pilze auf künstlichen Baumstämmen züchten und dafür Reststoffe aus Forst- sowie Landwirtschaft verwerten, bieten die anderen Pilze zum Selberzüchten für Zuhause an.

Aber wusstest du, dass Pilze nicht nur großes Nährwertpotenzial haben, sondern durchaus auch Teil einer nachhaltigen Textilindustrie sein können? Genauer gesagt geht es dabei um die nachhaltige Produktion von „Leder“, das auch für Veganerinnen und Veganer interessant sein kann – Denn es wird mithilfe von Pilzen hergestellt. Leder gilt bei richtiger Pflege als besonders widerstandsfähiges und robustes Material, weshalb es einerseits beliebt, aber aufgrund der tierischen Herkunft zunehmend umstritten ist. 

Künstlich hergestelltes Leder benötigt Chemikalien

Kunstleder hingegen ist aus tierethischer Sicht unbedenklich, allerdings muss für die Herstellung des Materials auf Chemikalien gesetzt werden. Wer nun denkt, dass er mit Kleidung aus Baumwolle das nachhaltigste Textil für sich gewählt hat, sollte dazu bedenken, dass für die Herstellung eines einzigen Baumwoll-T-Shirts durchschnittlich rund 5.000 Liter Wasser benötigt werden. Und ja, hier kommen wieder die Pilze ins Spiel. Immer mehr Unternehmen und auch private Tüftler:innen versuchen, aus Pilzen lederartige Textilien zu gewinnen. Das Spannende daran ist, dass dies durchaus gelingt. Die durch Pilze entstandenen Stoffe können dabei nicht nur CO2-neutral produziert werden, sondern sind am Ende sogar noch biologisch abbaubar. Lederersatz aus Pilzen kann außerdem aus forstwirtschaftlichen Nebenprodukten wie Sägespänen generiert werden. 

Lederähnliches Material aus Pilzen

Lederartige Materialien, die aus fadenförmigen Pilzmyzelien bestehen, können sich dabei mittlerweile wie klassisches Wild- oder Glattleder anfühlen. Und sie bringen nicht nur optisch, sondern auch im Hinblick auf das Material selbst vergleichbare Eigenschaften mit sich. Das robuste Gewebe soll außerdem nicht nur hautfreundlich sein, sondern sogar eine antibakterielle Wirkung haben. Derzeit gibt es allerdings noch eine Herausforderung bei der Herstellung des kosteneffizienten, umweltschonenden und sozialgerechten Pilzersatzes für Leder, die es zu überwinden gilt: Im Moment ist es nämlich noch schwierig, wirklich homogene Myzel-Matten herzustellen, die in Farbe, Stärke und haptischen Eigenschaften gleichmäßig sind. Sobald diese Hürde genommen ist, könnten Pilze übrigens auch eine nachhaltige Grundlage für Bau- und Dämmmaterialien bieten. 

Quellen: univie.ac.at, trendsderzukunft.de / Fotocredit: © Pexels/Pixabay


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