Photocredit: pixabay.com/mbll
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In der Natur zu sein hat beruhigende und heilende Wirkung. Aber können wir den Wald auch als Lehrer sehen?

In den letzten Jahren wurde über die heilende Wirkung des Waldes bereits viel geforscht. Wenn wir uns längere Zeit im Wald aufhalten, hat es eine positive Wirkung auf unser Nervensystem. Der Wald hat zusätzlich die positive Wirkung auf das Ökosystem, dass er den Boden auf eine Art stabilisiert, dass er mehr Wasser aufnehmen kann. Er bietet Lebensraum für unzählige Pflanzen, Tiere und Pilze, speichert CO2 und liefert uns wichtigen Sauerstoff.

Aber das ist nicht alles, was der Wald und die Bäume für uns tun können. Durch Naturbeobachtung von Bäumen im Wald aber auch alleinstehend, können wir noch viel mehr lernen.

Zeitzeugen

Viele Bäume können hunderte von Jahren alt werden. Sie sind großteils älter als unsere Großeltern. Wenn wir uns also an einen dieser alten Bäume lehnen oder setzen, die Augen schließen, und unsere Gedanken wandern lassen, was dieser Baum wohl in seiner Geschichte alles so beobachtet hat, können wir eine neue Ehrfurcht für diese Lebewesen entwickeln.

Wenn Bäume einzeln stehen, kann man häufig an der Wuchsform sehen, woher die meiste Zeit der Wind kommt. - Photocredit: pixabay.com/neuss-rpn
Wenn Bäume einzeln stehen, kann man häufig an der Wuchsform sehen, woher die meiste Zeit der Wind kommt. – Photocredit: pixabay.com/neuss-rpne

Anpassungsfähigkeit

Bäume finden wir im eisigen Norden und in der heißen Savanne. In Feuchtgebieten und in steinigen Höhenlagen. Jede Baumart hat sich auf seine oder ihre Gegenden spezialisiert, und dennoch kann sie uns sogar an einem einzigen Standort Anpassungsfähigkeit lehren. Auch wir Menschen können in sehr unterschiedlichen Klimazonen der Welt leben. Aber durch diverse technischen Errungenschaften ist die Notwendigkeit zur Anpassung sehr häufig zurückgegangen.

Wenn wir also etwa die Bäume in einer Au, bzw. einer Überschwemmungszone ansehen, können wir uns wieder daran erinnern, dass auch wir sehr viel robuster werden können, wenn wir uns den sich ständig ändernden Herausforderungen unser Umfeld anpassen lernen.

Geduld

Bäume sind von Natur aus darauf ausgelegt, erst in mehreren Jahrzehnten ihre wahre Stabilität und Reife zu erreichen. Mit ungebremster Geduld wächst jedes Jahr der Stamm ein bisschen dicker, die Rinde ein bisschen härter und die Äste ein bisschen länger. Sie haben nicht den Anspruch, schon in jungen Jahren mehr zu sein als ihr Wachstum es erlaubt.

Sobald wir uns ihr Wachstum und ihren Werdegang ins Bewusstsein rufen, können wir dadurch lernen, mehr Geduld für unser eigenes Wachstum zu entwickeln.

In Sumpflandschaften und Überschwemmungsgebieten werden Bäume mit ganz speziellen Herausforderungen konfrontiert. - Photocredit: pixabay.com/12019
In Sumpflandschaften und Überschwemmungsgebieten werden Bäume mit ganz speziellen Herausforderungen konfrontiert. – Photocredit: pixabay.com/12019

Unterstützung

Die jüngste Forschung über Bäume und Wälder – und speziell das Buch von Förster Peter Wohlleben – hat aufgezeigt, dass Bäume untereinander kommunizieren. Sie nutzen ihre Wurzeln um etwa Nährstoffe an Jungbäume zu verteilen oder kranke und alte Bäume zu unterstützen.

Wenn wir uns also ins Bewusstsein rufen, dass sogar Bäume, die doch so individuell wirken, sich gegenseitig unterstützen, dürfen wir uns auch wieder in Erinnerung rufen, dass wir als Menschen soziale Wesen sind, die füreinander da sind.

Fazit

Meine Faszination für Bäume und den Wald war schon immer groß, ist aber über die letzten Jahre und all die Information die über sie bekannt wurde, noch mehr gestiegen. Sobald ich mir die Zeit nehme, um mich an einen Baum zu lehnen, oder auch nur für ein paar Atemzüge einen Stamm berühre, breitet sich in mir eine innere Ruhe aus, die nur Bäume ausstrahlen können.

Bäume haben mir schon so viel gelehrt, und ich bin mir sicher, dass ich noch sehr viel mehr von ihnen lernen kann.

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