Landarbeiter beladen auf einem Feld in der Umgebung von Luxor mit geernteten Zuckerrohr einen Güterwaggon, der die Ernte zu einer Zuckerfabrik transportiert (Archivfoto von 2003). Europas abgeschotteter Zuckermarkt steht vor radikalen Veränderungen. Die EU-Kommission stellt am Mittwoch (22.06.2005) in Brüssel ihre Reformvorschläge vor. Die garantierten Preise für Zucker sollen deutlich gesenkt werden. Sie liegen derzeit weit über dem Weltmarktpreis. Die EU steht zudem bei der Welthandelsorganisation unter massivem Druck, den Markt zu öffnen. Europas Rübenbauer und die Industrie laufen Sturm gegen die Pläne. Foto: Khaled Desouki dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
Landarbeiter beladen auf einem Feld in der Umgebung von Luxor mit geernteten Zuckerrohr einen Güterwaggon, der die Ernte zu einer Zuckerfabrik transportiert (Archivfoto von 2003). Europas abgeschotteter Zuckermarkt steht vor radikalen Veränderungen. Die EU-Kommission stellt am Mittwoch (22.06.2005) in Brüssel ihre Reformvorschläge vor. Die garantierten Preise für Zucker sollen deutlich gesenkt werden. Sie liegen derzeit weit über dem Weltmarktpreis. Die EU steht zudem bei der Welthandelsorganisation unter massivem Druck, den Markt zu öffnen. Europas Rübenbauer und die Industrie laufen Sturm gegen die Pläne. Foto: Khaled Desouki dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
Menschen haben inzwischen endlich begonnen, ihre Zukunft selbst zu gestalten.

Wieder geht ein Jahr zu Ende und die Aussichten auf eine wirklich sichere und nachhaltige Zukunft scheinen nicht rosiger geworden zu sein. Die Euphorie, die mit der Jahrtausendwende den Beginn einer Entwicklung der Vernunft versprochen hatte, ist einer weltweiten Sorge gewichen, ob und in welcher Form die immer unüberwindlicher erscheinenden globalen Probleme bewältigt werden können. Niemals gab es so viele Flüchtlinge. Die Zerstörung der Mitwelt und damit unserer Lebensgrundlagen scheint ungebremst und immer „nachhaltiger“ zu erfolgen und die Aussicht auf eine Besserung in weite Ferne gerückt zu sein. Es hat in der Tat den Anschein, dass wir Menschen dem „Abgrund“ immer näher kommen und keine Anstalten machen, diesem „Fortschritt“ Einhalt zu gebieten.

Kein Grund zu Optimismus?

Es braucht in der Tat viel Phantasie und eine Menge Optimismus um in dem Chaos, das in diesem Jahr 2015 einen neuen Höhepunkt erreicht zu haben scheint, noch Anzeichen für eine Besserung zu entdecken. Die weltweite Euphorie nach dem Ende des „kalten Krieges“ ist einer brutalen Ernüchterung gewichen und die Zeit eines Lebens in Frieden, Freiheit und Wohlstand für alle Menschen in noch weitere Ferne gerückt, als nach dem letzten „großen Krieg“. Die Warnungen, die Dwight D. Eisenhower in seiner letzten großen Rede 1961 und Präsident John F. Kennedy 1963 an die Weltgemeinschaft richteten, die ungebremst zunehmende Macht des „militärisch industriellen Komplexes“ und die Diktatur der Finanzimperien nicht zu unterschätzen, sind heute, nach über 50 Jahren aktueller denn je. Solange diese „Wurzeln allen Übels“ nicht beseitigt sind, wird es keinen Frieden geben können. Alle Ansätze, sich mit den wirklichen Problemen eines nachhaltigen Überlebens auf diesem Planeten zu beschäftigen, werden hinter „Notstandsgesetzen“ und einer weltweiten „Terrorangst“ verdrängt. Das genau diese Probleme alle die gleiche Ursache haben und in der Tat in kürzester Zeit bewältigt werden könnten, und zwar weltweit, erscheint unglaubwürdig und vielen „Fachleuten“ als „Spinnerei“. Und doch könnte wieder einmal in genau dieser globalen Eskalation, dem drohenden Zusammenbruch der Zivilisation, ja dem scheinbaren Ende des Zeitalters der Aufklärung die Chance zu liegen, ein wirklich neues Zeitalter zu beginnen.

Die Regierungen haben jedenfalls versagt

Dass die Nationalstaaten – in den Grenzen nach dem Fall des Eisernen Vorhanges – oder ihre jeweiligen „Zusammenschlüsse“ bis hin zu den „Vereinten Nationen“ nicht in der Lage sind, irgendein auch noch so kleines „Problem“ zu klären oder gar zu lösen, hat die Geschichte wieder einmal gezeigt. Es ist tatsächlich ausschließlich die Macht der Ökonomie, die ohne jede Rücksicht und offenbar auch ohne irgendeinen Plan, außer dem der Maximierung des Gewinns das Handeln bestimmt. Was sich nicht rentiert, keinen Gewinn verspricht, wird nicht in Angriff genommen, ja sogar als naive Spinnerei verhöhnt und was sich rentiert und umgesetzt wird, richtet sofort neue Zerstörungen an. Die „Energiewende“ führte zuerst zu einer Renaissance der Kohle und dann zu der grassierenden Zerstörung der letzten Regenwälder und einem globalen Landraub. Staatlich geförderte Programme für eine Erforschung und Nutzung nachwachsender Rohstoffe geraten zu Nischenprojekten, zumindest, solange sie nicht in industriellem Maßstab Gewinne versprechen. Dann allerdings kehrt sich der nachhaltige Nutzen in das Gegenteil um und eine neue Zerstörung der Mitwelt beginnt, nun halt unter „grünem Vorzeichen“. Die Erkenntnis, dass dieses neoliberale Wirtschaftssystem, dass nun global die Welt im Griff hat, niemals so etwas, wie Nachhaltigkeit, ja nicht einmal Frieden oder Gerechtigkeit erreichen wird, weil diese überhaupt nicht erwünscht sind, ist so alt, wie die Industrialisierung, ja so alt wie die Geschichte des Imperialismus. Ob Fürsten, Könige oder „demokratische“ Republiken, alle hatten weder das Wohl ihrer Untertanen, noch das Wohl ihrer „blühenden Landschaften“ im Sinn.

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Was staatlich geförderte, meist industrielle Projekte nicht schaffen, leisten zigtausende von den Bürgern umgesetzte, in der Regel genossenschaftliche Anlagen: nachhaltige Energieerzeugung. Dieses sind – sinnvollerweise – Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen, die Wärme und Strom, manchmal sogar Kraftstoffe gleichzeitig bereitstellen. Also keine riesigen Windparks, die Strom nur bei Wind liefern oder Solarpaneelwüsten, die Sonnenschein und große Speicherkapazitäten brauchen. Beide Konzepte liefern keine Kilowattstunde Wärme, die viel mehr benötigt wird, als Strom. Biogas hingegen kann aus jeder Art von Biomasse, vorzugsweise Abfällen und Energiepflanzen als Zwischenfrüchte angebaut gewonnen und in vorhandenen Gasnetzen „geparkt“ werden. Der Einsatz erfolgt Bedarfsgerecht. Eine Konkurrenz „Tank-oder-Teller“ hat es nie gegeben und wird es nie geben müssen, wenn die industrielle Landwirtschaft endlich abgeschafft ist. Der größte Spareffekt bei den Kraftstoffen für den Verkehr wird in Carsharing-Modellen erzielt, indem einfach weniger „gefahren“ wird.
Energie, Ressourcen und Landschaft werden gespart, wenn endlich die „Bauwut“ gestoppt wird. In ganz Europa müssen in den nächsten Jahrzehnten in Wahrheit keine Häuser mehr gebaut werden. Wohnraum ist im Überfluss vorhanden, Gewerbeflächen noch weit mehr. Werden alle vorhandenen Gebäude sinnvoll genutzt, umgebaut oder restauriert, können selbst einige Millionen Flüchtlinge sinnvoll und dauerhaft untergebracht werden. Wird der Wärmebedarf der vorhandenen Substanz auf nachhaltige Weise – siehe oben – gedeckt, wird mehr CO2 gespart, als mit allen Wärmedämmprogrammen. Niedrigenergiehäuser sind ohnehin nicht für menschliche Nutzung geeignet und bautechnischer Unfug. Erfolgreiche Beispiele einer sinnvollen neuen Nutzung sind in Städten in vielen Quartieren zu besichtigen, in denen die Bürger das Problem selbst in die Hand nahmen, oder auf dem Lande dort entstanden, wo erfolgreich „Dorferneuerungsprogramme“ umgesetzt wurden. Gerade in den ländlichen Regionen ist der „Leerstand“ extrem. Von den Bürgern initiierte „Neuansiedlungskampagnen“ unter Nutzung der vorhandenen Gebäude haben tatsächlich „blühende Landschaften“ geschaffen, wo die Politik komplett versagt hatte.
„Wir schaffen das“, war nie für die Politiker und schon gar nicht für die Konzerne gemeint, sondern ausschließlich für die Bürger, die ohnehin schon lange „die Ärmel hochgekrempelt“ hatten. Allein angesichts der Bilder der Tausenden ehrenamtlichen Helfer konnte die Kanzlerin diesen Satz prägen. Hätte sie es gewagt, ihn auch nur einen Tag eher auszusprechen, hätte sie sofort abdanken müssen. Die bisherige Ordnung der Welt scheint wirklich zu zerbrechen, aber die Menschen haben an vielen Orten bereits begonnen ihre Zukunft endlich wieder selbst in die Hand zu nehmen. Wenn dieser Trend so weitergeht, ist die „Macht der Mafia“ bald gebrochen und es besteht tatsächlich Hoffnung auf eine neue, dann wirklich gute Zeit.

Auf ein gutes, neues Jahr 2016 und einen Neubeginn für eine echte Zukunft.

http://taz.de/Kritik-an-Biooekonomie-Strategie/!5253155/
http://www.fnr.de/nachwachsende-rohstoffe/ueberblick/
http://www.agrar.wzw.tum.de/index.php?id=78
http://www.swissaid.ch/de/rohstoffhandel-nur-gesetze-schaffen-gleich-lange-spiesse?gclid=CILewtuD-ckCFcm6GwodZbkC7Q
http://www.verbietet-das-bauen.de/

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