Ulrike Göbl schreibt für Energieleben.at eine zweiwöchentliche Kolumne zum Thema nachhaltige Ernährung. In diesem Artikel schreibt die Bloggerin über überraschende tierische Bestandteile in Lebensmitteln, die nicht allen Veganern bewusst sind.

Veganer essen kein Fleisch. Sie trinken aber beispielsweise auch keine Milch und essen keine Eier. Veganer sehen bei beiden Lebensmitteln einen Eingriff ins Tierleben und ins Tierwohl, denn im Verlauf der Milch- und Eier-Produktion werden auch männliche Kälber und männliche Küken getötet. Doch beim Essenseinkauf komplett auf Tierisches zu verzichten, ist gar nicht so einfach. In vielen Lebensmitteln verstecken sich tierische Bestandteile und es ist echt schwierig, wenn man komplett auf alle verzichten will. Nachfolgend eine Liste mit überraschend tierischen Bestandteilen in Lebensmitteln:

  • Gelatine – wird aus Teilen der Haut, Schwarten oder Knochen hergestellt und ist oft in Gummibären (durch bestimmte Marken, die extra mit der Gelatine-losigkeit werben wohl noch am bekanntesten), Brotaufstrichen, Fruchtjoghurts uvm. enthalten
  • Schweineschmalz u.ä. tierische Fette – oft enthalten in fertigen Gemüsemischungen aus dem Tiefkühlfach, oder auch in Fertiggerichten ohne Fleisch (welche nicht ausdrücklich als „vegan“ gekennzeichnet sind)
  • Geschmacksstoffe – Curry- und andere Gewürzpasten enthalten oft Garnelen- oder Fischbestandteile, die Würze von Chips kann zum Beispiel Schwein, Wild oder Huhn enthalten
  • Karmin – der rote Farbstoff Karmin (oder auch E120), ein Farbstoff aus Läusen, die extra dafür gezüchtet, getrocknet und zerrieben werden, ist oft in Getränken enthalten. Außerdem noch in anderen Produkten mit rot oder rosa Färbung, wie zum Beispiel Erdbeerjoghurts etc.
  • L-Cystein – dieser Bestandteil macht den Teig von Gebäck besser knetbar und kann von Bakterien, aber auch von Schweineborsten oder Hühnerfedern stammen – dies muss nicht gekennzeichnet werden!
  • Hausenblase – die Schwimmblase von Fischen wird oft dazu verwendet, um Schwebstoffe im Wein zu binden und herauszufiltern (bei Säften wird hierzu oft Gelatine verwendet)

Mal abgesehen vom Essen, man könnte diese Liste auch noch für viele andere Produkte erweitern, wie zum Beispiel Kosmetika und Medikamente.

Leider kann man nicht einmal durch lesen der Zutatenliste auf Nummer sicher gehen. Tatsache ist, dass die Packung nicht alles verraten muss. Hilfs- und Aromastoffe können chemisch hergestellt sein, oder aus Tier stammen. Daher habe ich heute zum Schluß noch einen Buchtipp für euch:

veganissimo eins: tierliche inhaltsstoffe und ihre alternativen

Autor: Reuben Proctor und Lars Thomsen
Verlagsangaben: sicht-Verlag, 2012
ISBN: 394234601X
Sonstiges: 345 Seiten, EUR 14,90

Oft ist nur schwer zu erkennen, ob ein Lebensmittel oder ein anderes Produkt „Tier“ enthält. Auch die Zutatenlisten helfen oft nicht weiter, da sie nicht verraten welche Bestandteile tierischen Ursprungs sind oder zumindest sein können. Die Autoren dieses Lexikons listen auf, welche Inhaltsstoffe tierischen Ursprungs sein können. Eine Übersicht für alle, die es ganz genau wissen wollen.

Ulrike Göbl, MA

Die nebenberufliche Fitness- und Ernährungstrainerin beschäftigt sich schon seit ihrer Jugend mit gesunder Ernährung und alternativen Lebensweisen. 2010 begann die begeisterte Hobbyköchin ihren Foodblog „Fit & Glücklich“. Dort vereint sie ihre Liebe zu gutem Essen und Sport mit dem Versuch, die Balance im Leben zu finden. Seit 2012 vernetzt sie mit einer Kollegin auch noch die Österreichischen Foodblogger auf einer eigenen Plattform.

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