Trockenere und wärmere Sommer in Lappland führen zu einem Rückgang des Elchbestandes.

Die Klimaerwärmung führt in den nördlichen Gebieten Europas zur Verminderung der dort heimischen Elche. Der Schnee schmilzt früher, Frühling und Sommer sind wärmer und trockener. Dadurch gibt es für Elche weniger und qualitätsärmere Nahrung. Weniger Kälber werden geboren und jene, die auf die Welt kommen sind schwächer.

Die Qualität des Futters wird schlechter, wenn warmes und trockenes Wetter herrscht. Pflanzen, die an lange Winter und kühlere Temperaturen gewöhnt sind, haben weniger Energie, die zur Entwicklung des Säuglings im Winter dient. Zu diesem Ergebnis kommt Fredrik Widemo von der Schwedischen Universität für Agrarwissenschaften, der den Zusammenhang zwischen Klimaerwärmung und Elchbestand untersucht.

Das Problem ist nicht nur der Rückgang der Anzahl von Elchkälbern, zeigt Widemos Forschung. Durch die mangelhafte Ernährung können die Kälber nicht zur vollen Größe heranwachsen und selbst nur kleine Kälber zur Welt bringen. Das bestätigen auch Zahlen früherer Forschung: In den vergangenen Jahrzehnten haben warme Sommer zur Geburt von kleineren und leichteren Elchkälbern geführt. Normalerweise erreichen Elche eine Schulterhöhe von bis zu 2,30 Metern. Sie sind die größte Hirschart der Welt. Allein das Geweih der Bullen beträgt bis zu 20 Kilogramm.

Um diesem Trend entgegenzuwirken schlägt der Forscher eine dreiteilige Strategie vor: Erstens muss die Emission von CO2 eingeschränkt werden, da das Problem zumindest zu einem Teil eine Folge der Klimaveränderung sei. Zweitens sollten Elche länger am Leben gelassen werden, denn die älteren Elchkühe gebären größere Kälber. Und drittens sollen Feuchtgebiete in den Wäldern geschaffen werden, die kühleres und besseres Futter zur Verfügung stellen.

Das Problem betrifft aber nicht nur Lappland. Elche gibt es fast überall in Schweden. Der Artbestand, der zwischen 300.000 und 400.000 Tiere beträgt, ist derzeit nicht gefährdet. Der König des Waldes kann in Schweden noch oft beobachtet werden, vor allem in den Abendstunden kommen die Tiere an den Waldrand. Und was wäre eine Reise nach Schweden ohne einen Elch zu sehen?


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